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Kanton Solothurn - Mehr Personen tödlich verunfall – weniger schwer verletzte Verkehrsteilnehmende

Mehr Verkehrstote im Kanton Solothurn (Symbolbild) (Bildquelle: Polizei Kanton Solothurn)

Im Jahr 2021 sind bei Verkehrsunfällen auf den Solothurner Strassen 9 Personen tödlich verunglückt, 4 mehr als im Vorjahr. Demgegenüber sind deutlich weniger schwer verletzt worden. Insgesamt haben Mitarbeitende der Polizei Kanton Solothurn im vergangenen Jahr 1'376 Verkehrsunfälle polizeilich rapportiert. Die häufigste Unfallursache ist nach wie vor die Missachtung des Vortrittsrechts.

Am Dienstag, 12. April 2022, hat die Polizei Kanton Solothurn die «Polizeiliche Verkehrsstatistik» (PVS) für das Jahr 2021 veröffentlicht. Sie enthält unter anderem Angaben über die Anzahl, die Art und die Ursachen von Verkehrsunfällen, über polizeiliche Kontrollen in den Bereichen Geschwindigkeit, Fahrfähigkeit, Lärm und Schwerverkehr sowie über verkehrspolizeiliche Präventionsmassnahmen.

Mehr Verkehrsunfälle – mehr tödlich verunfallte Personen – weniger schwer verletzte Verkehrsteilnehmende

Im Jahr 2021 wurden auf den Solothurner Strassen 1'376 Verkehrsunfälle polizeilich rapportiert. Das entspricht einer Zunahme von 7.5 % gegenüber dem Jahr 2020. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Anzahl tödlich verunfallter Personen im Jahr 2021 zugenommen, von 5 (2020) auf 9 (2021). Einen deutlichen Rückgang gab es 2021 bei denjenigen Personen, die sich bei Verkehrsunfällen schwere Verletzungen zugezogen haben (-19 %). Autos sind am häufigsten an Verkehrsunfällen beteiligt (1'142), bei den Unfällen mit E-Bikes konnte ein Rückgang von 49 auf 43 (-12 %) festgestellt werden. Einen Anstieg von 23 % gab es hingegen bei Verkehrsunfällen, bei denen Fussgänger beteiligt waren (47 im Jahr 2020 /58 im Jahr 2021). Hauptursache aller polizeilich rapportierten Verkehrsunfälle ist nach wie vor die Missachtung des Vortrittsrechts.

Mehr Geschwindigkeitskontrollen – weniger Geschwindigkeitswiderhandlungen

Durch eine hohe Kontrollintensität steigt das Risiko, von einer Geschwindigkeitsmessanlage erfasst zu werden. Dies führt letztendlich zu einer besseren Einhaltung der erlaubten Höchstgeschwindigkeiten und demzufolge zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Aus diesem Grund wurde die mehrjährige Strategie von konsequenten Geschwindigkeitskontrollen auch im Jahr 2021 weitergeführt.

Insgesamt wurden 1'564 Geschwindigkeitskontrollen mit mobilen, semistationären und Lasermessgeräten durchgeführt. Dabei sind 197'410 Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt und geahndet worden, was einen Rückgang zum Vorjahr bedeutet. Die gemessenen Spitzengeschwindigkeiten betrugen: innerorts 143 km/h (erlaubt 50 km/h), ausserorts 167 km/h (erlaubt 80 km/h) und auf der Autobahn 214 km/h (erlaubt 120 km/h). 7 Geschwindigkeitsüberschreitungen erfüllten den Raser-Tatbestand, 3 mehr als im Vorjahr.

Beeinträchtigung der Fahrfähigkeit durch Alkohol-, Drogen- und Medikamenteneinfluss

Trotz gleichbleibender Kontrollintensität wurden im Jahr 2021 auf den Solothurner Strassen weniger Personen durch die Polizei angehalten, die ein Fahrzeug unter Alkoholeinfluss (ab 0.25 mg/l) gelenkt haben. Demgegenüber nahm die Anzahl Personen zu, die mit einem Fahrzeug unter Drogen- und Medikamenteneinfluss unterwegs waren. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 711 Personen wegen Fahren unter Alkohol-, Drogen- oder Medikamenteneinfluss zur Anzeige gebracht.

Autoposer - zielgerichtete Kontrollen zeigen Wirkung

Auffallen - das ist eine Hauptcharakteristik beim Autoposen mit meist leistungsstarken Fahrzeugen. Das vorsätzliche Verursachen von Lärm durch das Erzeugen von Motorengeheul und dem sogenannten «Auspuffknallen» ist in breiten Bevölkerungsschichten ein Ärgernis. Damit diesem Phänomen entgegengewirkt werden kann, hat die Kantonspolizei Solothurn in den letzten Jahren einen verkehrspolizeilichen Schwerpunkt gebildet und die Zusammenarbeit mit der Motorfahrzeugkontrolle verstärkt. Dies zeigt offenbar Wirkung. Die Strafanzeigen im Bereich «Auto-Posing» gingen 2021 im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurück, von 181 (2020) auf 107 (2021). Die Kontrollintensität wird trotz dieser erfreulichen Entwicklung weiterhin hochgehalten.

Verkehrspolizeiliche Prävention

Während 2020 pandemiebedingt viele Unterrichtslektionen nicht durchgeführt werden konnten, normalisierte sich der Verkehrsunterricht im Jahr 2021 wieder weitgehend. Unter anderem absolvierten gegen 2'300 Kinder die Veloprüfung und rund 1'700 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe nahmen am Programm «Lernen durch Erleben» teil. Ebenso war es wieder möglich, die Verkehrsprävention für Lernende anzubieten, an welcher zirka 900 Auszubildende im 2. Lehrjahr teilnahmen. Diese werden jeweils auf die Gefahren im Strassenverkehr sensibilisiert. Insgesamt wurden im Jahr 2021 rund 15'000 Kinder und Jugendliche durch den Dienst Verkehrsinstruktion der Kantonspolizei Solothurn unterrichtet. Mit einem gezielten Verkehrs- und Präventionsunterricht leistet die Kantonspolizei Solothurn vom Kindergarten bis zur Berufslehre einen wesentlichen Beitrag an die Verkehrssicherheit auf den Solothurner Strassen.

Quelle: Polizei kanton Solothurn