(Symbolbild) (Bildquelle: SylwiaAptacy (CC0))
Ein aktuelle Test des TCS zeigt, dass Kindervelohelme zwar ausreichend Schutz bieten, doch bei Komfort, Handhabung und Innovation bestehen deutliche Schwächen. Kein Modell erreicht die Bestnote.
Wenn Kinder auf dem Velo unterwegs sind, ist es besonders wichtig, dass sie einen Helm tragen. Schliesslich sind sie im Strassenverkehr noch unsicher und können Gefahren weniger gut einschätzen.
Im Jahr 2024 haben sich 404 Kinder und Jugendliche bei einem Velounfall leicht oder schwer verletzt (Quelle: Bundesamt für Statistik). Da sich der Markt der Kindervelohelme stetig verändert, hat der TCS 16 Kindervelohelme getestet, die aktuell in der Schweiz erhältlich sind. Im Vergleich mit dem letzten Test von Kindervelohelmen im Jahr 2022 fällt das aktuelle Resultat ernüchternd aus.
Zwar bieten alle Modelle genügend Schutz, um das Verletzungsrisiko zu minimieren, aber kein Helm erreicht das Ergebnis «sehr empfehlenswert» - vor vier Jahren waren es immerhin fünf Modelle.
Testsieger mit 56 von 100 Punkten ist der Kindervelohelm Nutz 2.0 KinetiCore des Herstellers Lazer. Ausschlaggebend für die gute Bewertung ist der Tragekomfort mit dem Einstellsystem für Kopfgrösse und Kopfband. Ebenso positiv ist sein geringes Gewicht von 248 Gramm und der attraktive Preis von 49 Franken. Doch auch der Testsieger hat Schwächen. Die seitlichen Gurte sind schwierig einzustellen und die Haut kann beim Schliessen des Gurtschlosses eingeklemmt werden.
Grosse Bandbreite beim Gewicht
Beim Gewicht der Helme gibt es grosse Unterschiede. Der schwerste Kindervelohelm, das Modell Span von Bell, wiegt 397 Gramm. Der Helm Scamp II von Giro ist dagegen nur 205 Gramm schwer. Ein hohes Gewicht kann für die Nackenmuskulatur eines Kindes auf die Dauer sehr belastend sein. Im Praxistest mit Kindern zeigte sich, dass beim Helm der Komfort und die Passform eine entscheidende Rolle spielen. Viele Hersteller bieten Modelle mit begrenztem Kopfumfang an. Das führt dazu, dass der Helm Kindern bald zu klein wird und der Tragekomfort leidet.
Hinter dem Testsieger haben 13 weitere Helme die Bewertung «empfehlenswert» erhalten, weil sie zwar alle einen ausreichenden Unfallschutz bieten, bei der Handhabung aber Mängel aufweisen. Nur bedingt empfehlenswert sind die Kindervelohelme YouDrop von Abus und Urban-Active von Melon mit jeweils 38 Punkten. Beide haben an den Schläfen Schwächen beim Schutz vor Kopfverletzungen und der Verschluss ist umständlich zu bedienen. Dazu kommt, dass das Model YouDrop von Abus mit 107 Franken der teuerste getestete Helm ist.
Auch wenn die grundlegende Schutzfunktion gegeben ist, gibt es beim aktuellen Angebot an Kindervelohelmen verschiedene Verbesserungsmöglichkeiten. Der TCS empfiehlt insbesondere einen besseren Schutz im Bereich der Schläfen, mehr Sichtbarkeit im Dunkeln durch Reflektoren sowie ein Gurtsystem, das sich seitlich einstellen lässt und sich nicht ungewollt verstellt.
Tipps für den Kauf eines Kindervelohelms
- Jede Kopfform ist individuell. Der Helm sollte deshalb unbedingt vor dem Kauf anprobiert werden.
- Für eine möglichst gute Sichtbarkeit sollte der Helm mit LED-Beleuchtung sowie reflektierenden Elementen ausgestattet sein.
- Nach einem Sturz auf den Kopf muss der Helm ersetzt werden, auch wenn keine sichtbaren Schäden zu erkennen sind.


