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Vergiftungen bei Kindern – So reagieren Sie richtig

03.03.2026 | 10:41

Redaktion Polizeiticker Schweiz

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Vergiftungen bei Kindern – So reagieren Sie richtig

(Symbolbild) (Bildquelle: Adobe Stock – Pixel-Shot)

Jährlich berät Tox Info Suisse rund 16'000 Vergiftungsfälle bei Kindern unter zehn Jahren. Häufige Ursachen sind Medikamente, Reinigungsmittel und Pflanzen. Im Notfall hilft die Nummer 145, rund um die Uhr.

Kleine Kinder entdecken ihre Umwelt mit allen Sinnen – besonders mit dem Mund. Was bunt aussieht, interessant riecht oder raschelt, wird schnell probiert. Entsprechend häufig kommt es zu Vergiftungen. Tox Info Suisse, die offizielle Schweizer Informationsstelle für Vergiftungen, berät jedes Jahr rund 16'000 Fälle bei Kindern unter 10 Jahren. Drei Viertel davon betreffen Kinder unter fünf Jahren.
Umso wichtiger ist es, typische Gefahren zu kennen, vorzubeugen und im Ernstfall richtig zu reagieren.

Die häufigsten Ursachen

Medikamente
Medikamente sind die häufigste Ursache für Vergiftungen bei Kindern. Tabletten sehen aus wie Bonbons, Hustensirup schmeckt süss, Tropfen befinden sich in kleinen, interessanten Fläschchen. Bereits geringe Mengen können für Kleinkinder gefährlich sein – in einzelnen Fällen sogar lebensbedrohlich.
Vorbeugung:
  • Sämtliche Medikamente (Tabletten, Tropfen, Salben, Säfte) immer verschlossen und ausser Reichweite aufbewahren.
  • Medikamente niemals im Nachttisch oder in offenen Taschen lagern.
  • Medikamente gegenüber Kindern klar als „Medizin“ bezeichnen – nicht als Sirup oder Bonbon.
  • Eigene Medikamenteneinnahme möglichst nicht vor kleinen Kindern durchführen.
Haushaltsprodukte und Kosmetika
Reinigungsmittel, Waschmittel, Entkalker oder Abflussreiniger stehen an zweiter Stelle der Vergiftungsursachen. Auch Kosmetikprodukte wie Seifen, Shampoos oder Cremes können problematisch sein.
Besonders gefährlich sind Knopfbatterien. Sie können in der Speiseröhre stecken bleiben und durch chemische Reaktionen schwere innere Verletzungen verursachen.
Vorbeugung:
  • Reinigungsmittel und Chemikalien immer verschlossen und unerreichbar aufbewahren.
  • Flüssigkeiten niemals in Getränkeflaschen umfüllen.
  • Auch Garage und Garten berücksichtigen (Motorenöl, Dünger, Pflanzenschutzmittel).
  • Geräte mit Knopfbatterien nur mit gesichertem Batteriefach verwenden.
Giftige Pflanzen und Pilze
Pflanzen sind die dritthäufigste Ursache für Vergiftungen. Bunte Beeren oder Blüten sind für Kinder besonders verlockend. Auch Zimmerpflanzen können problematisch sein.
Zu den besonders giftigen Pflanzen gehören unter anderem:
  • Tollkirsche
  • Engelstrompete
  • Herbstzeitlose
  • Goldregen
  • Eibe
  • Auch rohe Bohnen sind giftig. Zudem besteht Verwechslungsgefahr zwischen Maiglöckchen und Bärlauch.

Typische Symptome

Nach einer Vergiftung treten häufig auf:
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • In schweren Fällen kann es zu Bewusstlosigkeit oder Atemproblemen kommen.

Richtig handeln im Notfall

Ist das Kind wach und ansprechbar, sollte umgehend Tox Info Suisse unter 145 kontaktiert werden. Die Beratung ist kostenlos und rund um die Uhr erreichbar.
Wichtig sind möglichst genaue Angaben:
  • Welche Substanz?
  • Wie viel?
  • Wann?
  • Auf welchem Weg (geschluckt, Hautkontakt, Auge)?

Grundregeln bei Vergiftungen

  • Kein Erbrechen auslösen.
  • Mund ausspülen lassen.
  • Keine Hausmittel anwenden.
Bei nicht schäumenden Substanzen kann das Kind 1–2 Deziliter Wasser oder Tee trinken. Bei schäumenden Substanzen (z. B. Seife) nur einen kleinen Schluck.
Knopfbatterie verschluckt?
Sofort ins nächste Spital fahren – nicht abwarten.
Hautkontakt:
Gründlich mit lauwarmem Wasser abspülen.
Kontakt mit den Augen:
10–15 Minuten mit sauberem, lauwarmem Wasser spülen.
Wenn das Kind bewusstlos ist
  • Atmet das Kind, sofort Notruf 144 wählen und in stabile Seitenlage bringen.
  • Atmet es nicht, sofort mit der Wiederbelebung beginnen.
Wiederbelebung bei Kindern
  • 5 Atemspenden
  • Danach 15 Herzdruckmassagen (100–120 pro Minute)
  • 2 Beatmungen im Wechsel mit 15 Herzdruckmassagen
Im Notfall gilt: Lieber handeln als zögern. Falsch zu helfen ist deutlich weniger gefährlich, als gar nichts zu tun.

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