Als sich letztes Jahr ein 13-jähriges Mädchen aus Spreitenbach das Leben nahm, war die Schweiz über die Gründe geschockt. Sie wurde Monate lang auf Instagram und Snapchat gemobbt. Doch dann tauchte ein Video einer 17-Jährigen aus Dietikon ZH auf, die einem weiterem Mädchen per Video droht: «Also, du kleine Nutte. Wir finden dich schon. Du wirst genauso sterben wie ...»
Wegen einer Drohung per Video wurde die 17-Jährige jetzt verurteilt. Laut Sarah Reimann, Sprecherin der Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich, ist das Strafverfahren wegen versuchter Drohung und Beschimpfung, von der Jugendanwaltschaft Limmattal/Albis, mittels eines Strafbefehls abgeschlossen. So sei die 17-Jährige mit einer persönlichen Leistung sanktioniert worden. Was das genau bedeutet, verrät die Staatsanwaltschaft nicht.
Der 17-Jährigen wurde vorgeworfen, auch die verstorbene 13-Jährige gemobbt zu haben. Nach Aussagen von Jugendlichen aus dem Umfeld der Mädchen, ging es dabei um Eifersucht gegenüber der 13-Jährigen, die sich in einen Jungen verliebte, was der 17-Jährigen überhaupt nicht passte.
Im weiteren Verlauf begann die 17-Jährige, die 13-Jährige über längere Zeit zu bedrohen und zu mobben. Dazu sagt Reimann von der Staatsanwaltschaft: «Gemäss den Erkenntnissen der Jugendanwaltschaft kann der tragische Suizid nicht auf das Handeln der sanktionierten Person zurückgeführt werden.»
Nach dem Suizid der 13-Jährigen, soll die 17-Jährige so stark unter den Schuldgefühlen gelitten haben, dass sie sich in eine Klinik begab. Doch während ihrer Behandlung nahm sie ein Mobbing-Video auf, für das sie jetzt verurteilt wurde.
Das Video wurde damals auf Facebook und anderen Social Media Plattformen verbreitet und so wurde die 17-Jährige selbst zum Opfer von Mobbing. Sie wurde in Kommentaren teils dazu aufgefordert, sich selbst das Leben zu nehmen. So musste sie psychisch angeschlagen über Monate behandelt werden.


