Ein weinendes Kleinkind wurde am Dienstag von Badegästen aus dem Chiemsee geborgen, nachdem es eine Stunde lang unbeaufsichtigt dort beobachtet wurde. Die Mutter war weit und breit nicht zu sehen.
Gegen 17.30 Uhr am Dienstag 21.8.2018 hat ein Badegast vom Strandbad Übersee die lokale Polizei alarmiert. Er erzählte, dass gerade ein zweijähriges Kind aus dem Chiemsee gerettet wurde. Der kleine Bub sei auf einem aufblasbaren Schwimmtier etwa eine Stunde lang komplett unbeaufsichtigt im Wasser getrieben und habe unablässig geweint. Und niemand sei in der Nähe des Kindes gewesen, von den Eltern fehlte jegliche Spur.
Das Kind wurde deshalb von anderen besorgten Badegästen zuerst beobachtet und dann an Land gezogen. Der Kleine soll sich bereits rund 70 Meter vom Ufer entfernt befunden haben.
"Erst nachdem eine Lautsprecherdurchsage vom Strandbadbetreiber und eingeleiteten Suchmassnahmen konnte schliesslich die 26-jährige Mutter aus dem Landkreis Mühldorf im Strandbad ausfindig gemacht werden", teilt die Polizei Grassau in einer Aussendung mit. Bei der Frau befand sich noch ein 6-jähriger Sohn.
Seine Mutter war überfordert
"Die alleinerziehende Frau wirkte vollkommen überfordert und am Anfang nicht einsichtig, bedauerte den Vorfall im Nachhinein", so die Polizei. Die Familie zur Polizeidienststelle gebracht und das Jugendamt verständigt.
Gegen die Frau läuft jetzt Strafanzeige wegen Verletzung der Fürsorgepflicht.

