Nachdem ein Kind von seinen leiblichen Eltern über Jahre gequält wurde, sagt es jetzt in einer Verhandlung "Ich hasse sie, ich will sie nicht mehr sehen".
"Er ist kein guter Vater, er ist kein Vater, den man respektieren sollte: Er hat mich immer schlecht behandelt, er hat mich auf den Boden geworfen, wenn ich im Kinderwagen war, er hat sich betrunken, er hat mich geschlagen und wenn ich geweint habe, hat er mich wieder geschlagen. Seine Frau tat dasselbe wie er: Ich hasse sie, ich will sie nicht sehen". Das sind einige der schrecklichen Aussagen des 11-jährigen Agro, der von seinen Eltern im Schlafzimmer bis zu seinem 3. Lebensjahr von der Aussenwelt getrennt wurde.
Von den langen Tagen im Dunkeln, in denen er an einen Kinderwagen gefesselt und sich selbst überlassen wurde, erinnert sich das Kind an all das und jene Geschichten, die in die von der Staatsanwaltschaft des Jugendgerichtshofs vorbereitete Akte eingeflossen sind. Im Jahr 2013 wurde das Kind von einem kinderlosen Paar adoptiert, wo der Junge das erste Mal in seinem Leben zu lächeln begann. Der leibliche Vater versuchte die Adoption anzufechten, was jetzt aber vom Gericht abgewiesen wurde.
Gerade die "klaren und unmissverständlichen" Aussagen des Kindes, die von den Richtern als "spontan und frei von äusseren Zwängen" angesehen werden, hatten das entscheidende Gewicht im Adoptionsverfahren. Der lange und komplexe Prozess, der alle Bindungen zwischen dem Kind und seiner Herkunftsfamilie endgültig auflöste, dauerte sechs Jahre, in denen die biologische Mutter, die im April 2016 aus der elterlichen Verantwortung entlassen worden war, völlig desinteressiert war und nicht so der Vater, der stattdessen versuchte, das Kind zurückzugewinnen.

