Die Zahl der registrierten Straftaten ist 2018 in der Schweiz zum sechsten Mal in Folge zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahr betrug der Rückgang allerdings nur mehr ein Prozent.
Auffallend
ist vor allem, dass bei den Vermögensstraftaten die klassische Kriminalität wie Einbruch- und Einschleichdiebstahl erneut deutlich reduziert wurde; während Delikte im Zusammenhang mit dem
Internet angestiegen sind. Zur Bekämpfung der Cyberkriminalität wurde die Zusammenarbeit unter
den Kantonen intensiviert.
Die Zahl der von den kantonalen Polizeibehörden gemeldeten und registrierten Straftaten gegen das
Strafgesetzbuch hat sich laut dem Bundesamt für Statistik im Vergleich zum Vorjahr weiter um ein
Prozent auf 432'754 reduziert. Sie erreicht damit abermals den tiefsten Wert seit der Revision der
Statistik im Jahr 2009. Dieses Ergebnis ist zwar erfreulich, der Rückgang liegt aber deutlich unter
demjenigen des Vorjahres. Die Gründe dafür liegen laut dem KKPKS-Präsidenten Stefan Blättler einerseits darin, dass nach den starken Rückgängen in den Vorjahren mit einer Stagnation gerechnet
werden musste. Andererseits zeigt sich, dass insbesondere die Delikte im Internet zugenommen haben und grosses Engagement der Polizeikorps verlangen.
Knapp 7'700 weniger Vermögensdelikte
Nach wie vor machen die Vermögensdelikte mit zwei Dritteln den grössten Teil der erfassten Straftaten gegen das Strafgesetzbuch aus. Im Vergleich zum Vorjahr gingen diese um drei Prozent auf
288'655 Delikte zurück. Dabei fielen vor allem die Rückgänge in den Bereichen Diebstahl ohne Fahrzeuge um sechs Prozent auf 128'621 ins Gewicht. Die Zahl der Einbruchdiebstähle reduzierte sich um
sieben Prozent auf 30'383 Delikte. «Dieses Resultat ist positiv, es bedeutet aber auch, dass immer
noch jede Stunde über drei Einbrüche in der Schweiz verübt werden», sagt KKPKS-Präsident Blättler.
«Delikte, die nur dank akribischer Ermittlungsarbeiten, Spurenabgleichen und Präsenz mit genügend
personellen Ressourcen aufgeklärt oder verhindert werden können.»
Zusammenarbeit im Bereich Cyberkriminalität
Zugenommen haben Delikte mittels Tatwerkzeug Internet; wobei hier mit einer grossen Dunkelziffer
gerechnet werden muss. Auf diese Entwicklung deuten auch die Anstiege der Zahlen in den Bereichen Betrug (+3'060 Straftaten, +23%), Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage (+627 Straftaten,
+13%), Erpressung (+316 Straftaten, +49%), unrechtmässige Aneignung (+241 Straftaten, +9%) und
unbefugtes Eindringen in Datensysteme (+187 Straftaten, +46%) hin. «Die Strafverfolgung dieser Taten obliegt den Kantonen und wir arbeiten eng zusammen; auch mit den Bundesbehörden, namentlich dem Bundesamt für Polizei», erklärt KKPKS-Präsident Blättler. «Im Auftrag der KKPKS wurde das
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Montag, 25. März 2019, 10.00 Uhr
Netzwerk Ermittlungsunterstützung digitale Kriminalitätsbekämpfung (NEDIK) aufgebaut. Dieses fördert die Zusammenarbeit zwischen den Kantonen, erstellt eine nationale Fallübersicht und stellt den
Wissenstransfer sicher. Gemeinsam mit anderen Partnern werden zudem Präventionsmassnahmen
ausgearbeitet.» Die Polizeien tauschen sich sowohl regelmässig als auch tagesaktuell zu neuen Phänomenen aus und bündeln die Kräfte im Bereich der Ermittlungen.
Zunahme der Sexualstraftaten
Eine Verschiebung der kriminellen Aktivitäten vom reellen in den virtuellen Raum ist auch bei den
Sexualstraftaten zu vermuten. Diese stiegen insgesamt um acht Prozent auf 7'498 Fälle an. Dabei fallen vor allem die Anstiege in den Bereichen Pornografie um 21 Prozent auf 1'817 und sexuelle Handlungen mit Kindern um 24 Prozent auf 1'303 Straftaten auf. «Wir müssen alles darangeben, die
schutzbedürftigsten Mitglieder unserer Gesellschaft noch besser zu schützen», sagt Blättler.
Mehr Gewaltdelikte verzeichnet
Insgesamt haben die Gewaltstraftaten um fünf Prozent auf 43'773 zugenommen. Dabei zeigte sich,
dass während bei der schweren Gewalt ein erfreulicher Rückgang von zwei Prozent zu verzeichnen
war, bei der angewandten minderschweren Gewalt ein Anstieg um vier Prozent registriert werden
musste. Gar um neun Prozent auf 18'522 angestiegen sind die Fälle häuslicher Gewalt. Dabei fällt insbesondere der Anstieg bei den sexuellen Handlungen mit Kindern um 24 Prozent auf. «Hier sind wir
auch als Gesellschaft aufgefordert, genau hinzuschauen», betont KKPKS-Präsident Blättler.

