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Basel-Stadt – Weniger Delikte, mehr Gewalt- und Sexualfälle

24.03.2026 | 11:34

Redaktion Polizeiticker Schweiz

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Basel-Stadt – Weniger Delikte, mehr Gewalt- und Sexualfälle

(Symbolbild) (Bildquelle: Kantonspolizei Basel-Stadt)

Im Kanton Basel-Stadt ist die Zahl der Straftaten 2025 zurückgegangen. Gleichzeitig sieht sich die Justiz mit immer komplexeren und aufwendigeren Verfahren konfrontiert, während insbesondere Gewalt- und Sexualdelikte zunehmen.

Nicht nur schweizweit, sondern auch im Kanton Basel-Stadt sind im Jahr 2025 die polizeilich registrierten Straftaten zurückgegangen – sowohl bei den Erwachsenen als auch bei den Jugendlichen. Die Arbeitslast der Justiz bleibt trotzdem ungebremst hoch: Die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt und die Jugendanwaltschaft Basel-Stadt sehen sich mit immer umfangreicheren und komplexeren Verfahren konfrontiert.
Insgesamt 25'388 (2024: 27'255 Verfahren) hat die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt im Jahr 2025 abgeschlossen, wie ihrem gleichentags publizierten Jahresbericht zu entnehmen ist. Dieser Rückgang von rund elf Prozent bedeutet jedoch keineswegs eine geringere Arbeitsbelastung. Vielmehr zeigt sich eine strukturelle Entwicklung: Während im Massengeschäft weniger Strafbefehle erlassen wurden, nahm die Zahl der umfangreicheren und komplexeren Verfahren mit der Überweisung der Anklage an das Strafgericht um elf Prozent zu.
Im Erwachsenenbereich schlüsseln sich die Abschlussarten auf in 20'769 (23'205) Strafbefehle, 302 (271) Anklageschriften und 4317 (4433) weitere Abschlüsse (Einstellungen, Nichtanhandnahmeverfügungen und Abtretungen). Trotz der hohen Arbeitsbelastung und dank ihres grossen Engagements konnten die etwas mehr als 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Pendenzen insgesamt weitgehend stabil halten, in zwei Abteilungen sogar leicht reduzieren: 11'304 (11'148) Verfahren waren am Jahresende pendent.

Insgesamt rund fünf Prozent weniger Anzeigen

Den grössten Teil der Geschäftseingänge machen Anzeigen aus. Insgesamt sind im vergangenen Jahr 30'923 (32'457) Anzeigen (ohne AIG und übrige BG) eingegangen, was einem Rückgang von rund fünf Prozent entspricht, aber noch immer deutlich über den Zahlen vor 2023 liegt. 29'725 (30'939) Anzeigen betreffen gemäss der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 für den Kanton Basel-Stadt Delikte gemäss Strafgesetzbuch (StGB), 1198 (1518) Anzeigen solche gemäss Betäubungsmittelgesetz (BetmG).
Eine Zunahme gibt es erneut bei den Anzeigen zur Digitalen Kriminalität (2025: 1624/2024: 1540). Bei den Vermögensdelikten sind nahezu gleichviele Einbruch-Diebstähle zur Anzeige gebracht worden (1508/1514). Beim Raub (139/136) bewegen sich die Anzeigezahlen ebenso auf dem Vorjahresniveau, beim Entreissdiebstahl (55/69) haben sie leicht abgenommen. Zu Buche schlagen sodann der Fahrzeug-Diebstahl (Diebstahl ab/aus Fahrzeug und Fahrzeug-Einbruchdiebstahl (5916/6112). Verglichen mit dem Vorjahr sind 2025 erneut mehr Elektrofahrräder mit Elektromotor – dazu zählen auch die «starken» E-Bikes mit gelbem Nummernschild – als gestohlen gemeldet worden (2743/2553). Die Anzeigen wegen gestohlener Fahrräder sind dagegen um rund elf Prozent gesunken (3013/3367).

Mehr Anzeigen wegen Sexualdelikten

Eine markante Zunahme um rund 24 Prozent zeigt die Anzeigestatistik bei den Sexualdelikten aus (459/371). Um rund sechs Prozent gestiegen ist die Anzahl Anzeigen wegen Gewaltdelikten (2731/2571). Im Berichtsjahr gab es zwei (1) vollendete Tötungsdelikte und 23 (4) versuchte. Die Zahl der angezeigten Körperverletzungen liegt tiefer als im Vorjahr (353/378), anders jene zu Anzeigen wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte (376/315) sowie zu den angezeigten Delikten im Kontext von Häuslicher Gewalt (881/791).
Im vergangenen Jahr waren zehn Prozent mehr Anzeigen wegen Freiheitsdelikten zu erfassen (3984/3623); zwölf (22) Anzeigen gingen ein wegen Verdachts auf Menschenhandel.

Weniger angezeigte Jugenddelinquenz – mehr schwierige Fälle

In der Statistik der Jugendanwaltschaft Basel-Stadt ist die Gesamtzahl der angezeigten Delikte gesunken: 1450 Anzeigen gingen bei ihr im Berichtsjahr ein, 2150 waren es im Jahr 2024 gewesen. Dieser Rückgang zeigt sich in nahezu allen Deliktsbereichen – mit einer klaren Ausnahme: den Delikten gegen die sexuelle Integrität (47/37).
Die angezeigten Gewaltdelikte bewegen sich auf dem Vorjahresniveau (214/201). Auffällig sind mehr Körperverletzungen und vier versuchte Tötungsdelikte, während etwa Raufhandel, Angriffe oder Entreissdiebstähle zurückgegangen sind. Gesunken ist die Anzahl der Anzeigen zu Vermögensdelikten, von 495 auf 393.
Obschon die behördlich registrierte Jugendkriminalität im Vorjahr abgenommen hat, bleibt die Belastung der Jugendanwaltschaft hoch. Denn die grösste Herausforderung liegt zurzeit nicht in der Menge der Fälle, sondern bei wenigen, aber besonders komplexen und gewaltbereiten Jugendlichen.
Quelle der Nachricht: Kanton BS

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