Für den grössten Teil des 20. Jahrhunderts war das Glücksspiel in der Schweiz verboten, so als die Regierung im Jahr 1921 ein Gesetz verabschiedete, das jede Form des Glücksspiels verboten hatte. Das bedeutet aber längst nicht, dass in dieser Zeit kein Glücksspiel stattfand.
Als immer mehr Länder Glücksspiele liberalisierten, kam es schliesslich auch in der Schweiz zu einer Änderung. Im Jahr 1993 verabschiedete die Schweizer Regierung ein Gesetz, das die Zulassung einer begrenzten Anzahl von Glücksspielen vorsah. Dieses neue Gesetz erlaubte Casino-Glücksspiele mit begrenzten Einsätzen. Sieben Jahre später, im Jahr 2000 wurde erneut ein Gesetz verabschiedet, das unbegrenzte Casino-Glücksspiele ermöglichte.
Im Laufe der Zeit, erfreute sich Poker sowohl in der Schweiz als auch in anderen Ländern grosser Beliebtheit. Bis 2010 konnte man Pokerturniere ohne Probleme in Schweizer Restaurants, Bars und Hotels organisieren. Schweizer Casinos wollten das Spiel jedoch auf lizenzierte Räumlichkeiten beschränken, aber das Bundesverwaltungsgericht befand, dass Poker ein Geschicklichkeitsspiel sei und daher überall gespielt werden könne.
Öffentlich organisierte Pokerturniere in der Schweiz auf Spielcasinos beschränkt
Spielcasinobetreiber wollten diesen Beschluss nicht akzeptieren und legten Beschwerde dagegen ein. Am 20. Mai 2010 erwies sich diese Beschwerde als erfolgreich, denn das Bundesgericht entschied, dass Poker viel eher mit Glück zu tun hätte als mit Geschicklichkeit und deshalb sollten öffentlich organisierte Poker-Turniere in der Schweiz auf Spielcasinos beschränkt sein.
Solche Veranstaltungen ausserhalb von Spielcasinos sind in der Schweiz seitdem streng verboten. Trotzdem werden illegale Poker-Turniere in der Schweiz regelmässig organisiert. Dagegen hat die Polizei Massnahmen ergriffen. Immer wieder hört man von Poker-Razzien. Diese werden sehr oft gegen die Veranstaltung illegaler Pokerturniere durgeführt. Bei diesen Razzien werden entweder Clubs oder Privatwohnungen durchsucht. Üblicherweise, werden bei solchen Durchsuchungen viele illegale Pokerrunden aufgelöst.
Bis vor kurzem waren auch Online-Glücksspiele in der Schweiz streng verboten. Das neue Geldspielgesetz soll das aber ändern.
Aufhebung des bestehenden Verbots von Online-Spielen
Am 10. Juni 2018, im Rahmen eines nationalen Referendums, stimmten die Schweizer Stimmberechtigten dem neuen Schweizer Geldspielgesetz zu. Die neuen Bestimmungen beinhalten die Aufhebung eines bestehenden Verbots von Online-Spielen. Diese sind am 1. Januar 2019 in Kraft getreten.
In den ersten 6 Monaten dieses Jahres können die Casinos, die ein Online-Spiel in der Schweiz betreiben wollen, eine Lizenz oder eine Verlängerung ihrer Lizenz beantragen. Der Zugang zu unbewilligten Online-Spielen wird erst ab dem 1. Juli 2019 gesperrt. Lizenzierte Betreiber werden in der Lage sein, neue Dienstleistungen wie Poker, Blackjack und Roulette anzubieten, müssen sich aber gleichzeitig streng an die Festlegung von Höchstbeträgen für Pokerturniere, Kleinlotterien und Tombolas halten.
Dem Geldspielgesetz zufolge kann die kantonale Behörde kleine Pokerturniere auch ausserhalb von Casinos zulassen. Es werden jedoch strenge Bedingungen geschaffen. Die Startgelder und die Anzahl der Veranstaltungen pro Tag und Veranstaltungsort sind für diese Turniere beschränkt.
Gebühren
Für Poker beträgt die maximale Gebühr für eine einzelne Teilnahme 200 Franken für kleine Turniere und der Höchstbetrag der Gesamtgebühr beträgt 20'000 Franken.
Es ist verboten, mehr als vier Turniere pro Tag und pro Ort durchzuführen. Ein Spieler, der an mehreren Turnieren teilnimmt, kann anfangs nicht mehr als 300 Franken insgesamt ausgeben, und die Summe der anfänglichen Wetten für alle Turniere ist auf 30'000 Franken begrenzt.
Diese Turniere müssen in einem privaten Kreis mit einer kleinen Anzahl von Spielern stattfinden. Spiele, die auf einer Plattform angeboten werden, die zu beruflichen Zwecken oder als Teil eines automatisierten Angebots betrieben wird, werden nicht als privat betrachtet. Dazu hat der Bundesrat die Obergrenze für Tombolas von 25'000 auf 50'000 Franken und für Kleinspiele, die zur Finanzierung von Veranstaltungen eingesetzt werden, von 400'000 auf 500'000 Franken angehoben.
Bei Lotterien und Tombolas hängen die Höchstbeträge von der Grösse der Lotterie ab. Online Casinos werden Steuer zahlen müssen, genau wie traditionelle Glücksspielhäuser. Dem Gesetz zufolge wird ein Teil der Steuern für soziale Projekte und gemeinnützige Zwecke verwendet.
Zusammenarbeit mit ausländischen Betreibern
Laut Angaben der Regierung geben die Spieler im Land rund 250 Millionen Franken pro Jahr für nicht regulierte ausländische Wettseiten aus. Die Schweizer erlauben nur lokalen Casinos, Online-Glücksspiellizenzen zu beantragen. Ausländische Betreiber haben die Möglichkeit in den Schweizer Glücksspielmarkt einzusteigen, nur wenn sie also mit einem lokalen Lizenzinhaber zusammenarbeiten. Um berechtigt zu sein, Online-Casino-Spiele zu betreiben, benötigen die Casinos eine Verlängerung ihrer Konzession. Damit die Schweizer Behörden eine solche Zusammenarbeit genehmigen können, muss der Schweizer Betreiber nachweisen, dass sein ausländischer Lieferant "einen guten Ruf hat".
Eine Liste der nicht lizenzierten Anbieter von Casino-Spiele-Websites wird zentralisiert und der Zugriff auf die aufgelisteten Websites von Internet-Zugangsanbietern wird gesperrt. Die schwarzen Listen werden von der Eidgenössischen Spielbankenkomission und der Interkantonalen Behörde geführt. Die schwarzen Listen enthalten Domainnamen. In erster Linie werden die Behörden bestimmte Domainnamen auf die schwarze Liste setzen und die Anbieter von Internetzugängen informieren, die verpflichtet sind, die Sperrung innerhalb einer bestimmten Frist durchzuführen.
Online bleibt nach wie vor am einfachsten und da nur diejenigen Betreiber, die eine Konzession besitzen, Online-Spieldienste anbieten können, ist es wichtig zu wissen, dass die neue Gesetzgebung dazu geschaffen wurde, um die Spieler zu schützen.

