Rechtsradikale haben im Internet den Haftbefehl gegen den mutmasslichen Messerstecher von Chemnitz veröffentlicht. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Dresden.
Nach dem tödlichen Messerangriff in Chemnitz und den Ausschreitungen zeichnet sich nun der nächste Skandal ab. Wie die deutsche "Tagesschau" berichtet, haben Rechtsextreme den Haftbefehl gegen den Haupttäter ins Netz gestellt. In dem Dokument sind demnach die Namen des Opfers, der Richterin sowie Details zu den mutmasslichen Tätern und der Tat aufgeführt. Inzwischen hat "Pro Chemnitz" den Eintrag im Internet wieder gelöscht.
Ausserdem riefen die Rechtsradikalen zu einer weiteren Demonstration und Spenden auf. Wie sie an den Haftbefehl gelangten, ist zunächst unklar. Auch woher die Bilder des Dokuments kamen, bleibt ein Rätsel. Die Staatsanwaltschaft Dresden hat Ermittlungen eingeleitet.
Am Wochenende haben in Chemnitz zwei Männer mit einem Messer mehrmals auf einen 35-jährigen Deutschen eingestochen. Das Opfer erlag noch in der selben Nacht seinen schweren Verletzungen. Die beiden Tatverdächtigen, ein 23-jähriger Syrer und 22-Jähriger aus dem Irak, sitzen derweil in Untersuchungshaft. Das Tötungsdelikt löste Demonstrationen und gewalttätige Auseinandersetzungen in Chemnitz aus.

