Das Bezirksgericht Dietikon hat eine Entscheidung getroffen: Angela Magdici (33) muss nicht ins Gefängnis. Sie kassiert für die Befreiung ihres Geliebten Hassan Kiko (28) 15 Monate bedingt.
In der Nacht vom 8. auf den 9. Februar 2016 hat die damalige Aufseherin Angela Magdici ihren Geliebten Hassan Kiko (28) zur Flucht aus dem Gefängnis Limmattal verholfen. Nach 45 Tagen endete das "Abenteuer" für das Liebespaar jedoch Ende März. Gestern Dienstag stand die 33-Jährige unter anderem wegen des Entweichenlassens von Gefangenen vor dem Bezirksgericht Dietikon ZH. Sie kam mit einer bedingten Haftstrafe von 15 Monaten davon.
Das Gericht ist der festen Überzeugung, dass die Flucht alles andere als geplant war. Lediglich 1'4000 Franken hatten Magdici und der wegen Vergewaltigung verurteilte Kiko dabei, um in Italien ein neues Leben anzufangen.
Reue: Fehlanzeige!
"Wir wollten dort arbeiten und versuchen, Fuss zu fassen. Wir waren so naiv, dass wir glaubten, es ohne Papiere zu schaffen", sagt die Schweizerin "Blick"-Angaben zufolge zum Richter. Als sie bemerkten, dass das Geld langsam knapp wurde, kamen Zweifel auf. "In der Nacht vor der Verhaftung habe ich aufgeschrieben, wie wir mit der Schweiz in Kontakt treten könnten, um eine Lösung zu finden", erklärte Magdici.
Die Ex-Gefängnisaufseherin bereut die Flucht nach eigener Aussage. "Im Endeffekt hat es nichts gebracht, ausser dass ich jetzt hier sitze", sagte die Angeklagte. Die Richter hingegen sind sich sicher: "Sie bereuen nicht die Tat, sondern das Misslingen."
Beim Schlusswort zeigte Magdici dann erstmals Emotionen: "Ich möchte mich bei meiner Familie entschuldigen und bei allen, die ich in Angst und Schrecken versetzt habe", meinte sie unter Tränen.
Neuer Job in Lebensmittelfirma
Die Verurteilte hat mittlerweile einen neuen Job. Seit November arbeitet sie zu 100 Prozent in einer Lebensmittelfirma. Zudem ist sie seit ein paar Monaten von ihrem Ehemann geschieden und hat wieder eine eigene Wohnung. Nach der Flucht war sie vorerst bei ihrem Vater untergekommen.
Ihre Liebe zu Kiko ist geblieben. Sie will für den Syrer da sein. Die beiden sind sogar schon verlobt. Eine Reise nach Italien kann Magdici mit ihrem künftigen Ehemann aber vorerst nicht unternehmen. Erst im Dezember 2016 verurteilte das Obergericht Zürich Kiko wegen Vergewaltigung einer 15-Jährigen zu vier Jahren Knast und bestätigte damit die Vorinstanz.

