Bereits 2014 und 2016 deckte Animal Rights Watch (ARIWA) auf, dass Ferkel in deutschen Schweinevermehrungsbetrieben systematisch erschlagen werden, weil sich die Handaufzucht kleinerer Tiere finanziell nicht lohnt. Die mit versteckten Kameras aufgenommenen Bilder lösten bundesweite Empörung aus. Aktuelles Videomaterial aus einem Ferkelvermehrungsbetrieb in Brandenburg zeigt, dass weiterhin kleine Ferkel im Akkord brutal getötet werden.
Sehr deutlich wird bei den aktuellen Bildern, dass das einzige Kriterium, das über Leben und Tod bestimmt, die Grösse der Tiere ist. Es geht nicht darum, „nicht lebensfähige" Ferkel zu erlösen. Die dokumentierte Praxis stellt einen Verstoss gegen das Tierschutzgesetz dar.
Die grausamen Bilder zeigen, wie Ferkel gegen den Boden und gegen Kanten geschlagen werden, um sie zu töten – teilweise direkt vor den Augen der Sauen, also ihrer Mütter. Einige Ferkel sind nicht sofort tot. Sie werden achtlos zappelnd auf dem Boden liegen gelassen – ohne dass sich die Arbeiter/innen um sie kümmern würden.
Bereits 2014 wurde diese brutale Praxis erstmals von ARIWA aufgedeckt, es folgte ein bundesweiter Aufschrei. Einzelne Bundesländer reagierten mit Erlassen, in denen die Tötung durch Erschlagen nochmals explizit verboten wurde. Trotzdem hat sich nichts verändert. Kleine und schwächere Ferkel werden weiter systematisch und tagtäglich in der deutschen Schweineindustrie getötet, weil ihre intensivere Aufzucht bei nur wenigen Euro Gewinnspanne pro Ferkel keinen Profit erwarten lässt.
Das Töten der Ferkel stellt einen Verstoss gegen das Tierschutzgesetz dar, da kein „vernünftiger Grund" zur Tötung vorliegt. Nur Tiere, die auch bei entsprechender Betreuung nicht überlebensfähig sind oder stark leiden, dürften getötet werden. Das ist bei den meisten der Millionen Ferkel, die jährlich allein in Deutschland getötet werden, aber nicht der Fall. Sie benötigen lediglich eine intensivere Betreuung und im Einzelfall tierärztliche Behandlung. Lebensfähig sind sie aber allemal, wie die Erfahrung mit geretteten Tieren auf deutschen Lebenshöfen regelmässig zeigt. Lebende Beispiele dazu gibt es unter anderem im Land der Tiere, wo vier solche Ferkel aufgezogen wurden und sich ihres Lebens erfreuen.

