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Europol-Einsatz gegen Kindesmissbrauch

24.04.2026 | 12:10

Redaktion Polizeiticker Schweiz

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Europol-Einsatz gegen Kindesmissbrauch

Symbolbild (Bildquelle: issaronow, Adobe Stock)

Bei einer gemeinsamen Aktion von Europol, INTERPOL und Experten aus 31 Ländern konnten zwölf Opfer sexueller Ausbeutung vorläufig identifiziert werden.

Vom 13. bis 24. April 2026 kamen 34 Spezialisten für Opferidentifizierung von Europol, INTERPOL und aus 31 Ländern weltweit im Europol-Hauptquartier in Den Haag zusammen, um Opfer und Täter in Fällen sexueller Ausbeutung von Kindern zu identifizieren. Als Ergebnis der Taskforce konnten 12 Kinder vorläufig identifiziert werden.
Im Rahmen der Aktion analysierten die Experten über 317 Datensätze zu Opfern sexueller Ausbeutung von Kindern (CSE), die beide Geschlechter und Altersgruppen von Kleinkindern bis zu Teenagern umfassten und unterschiedliche Herkunfts- und nationale Hintergründe abdeckten. Die Operation ergab 204 Hinweise, die zur weiteren Untersuchung an die nationalen Behörden weitergeleitet wurden.

Über 118 Millionen einzelne Dateien verarbeitet

Europol veranstaltet zweimal jährlich Taskforces zur Opferidentifizierung (VIDTF). Einige Monate vor deren Durchführung sortieren Europol-Experten Daten aus dem Bild- und Videoanalysesystem (IVAS) von Europol, um spezifische Datensätze für die Opferidentifizierung zu identifizieren und zu priorisieren.
Seit der Einführung von IVAS im Jahr 2016 hat Europol über 118 Millionen einzelne Dateien mit Bildern und Videos von sexuellem Kindesmissbrauch verarbeitet, die von verschiedenen Strafverfolgungsbehörden bereitgestellt wurden.
Im Rahmen der zwischen 2014 und 2026 organisierten VIDTF-Einsätze analysierten die Experten 8 585 Datensätze und generierten 3 484 Hinweise (Informationspakete). Weitere Ermittlungen durch die zuständigen nationalen Behörden führten zur Identifizierung und in Sicherheitbringung von 1 190 Opfern sowie zur Festnahme von 330 Tätern.
Danny van Althuis, Teamleiter bei Europol
Die freiwillige Online-Erkennung von CSAM mag eingestellt worden sein, aber unser Engagement und unsere Mission sind es nicht. Europol wird weiterhin Fälle sexueller Ausbeutung von Kindern untersuchen, Täter identifizieren und Kinder schützen. Wir können uns nicht zurücklehnen und untätig bleiben, denn es gibt noch Millionen von Dateien. Hinter jeder Zahl steht ein Kind. Unsere Arbeit ist noch lange nicht getan.

Eine Taskforce, ein erfolgreiches Format

Im Rahmen der Taskforce analysieren Spezialisten Daten, Bilder, Videos und Erkenntnisse, um Hinweise zu finden, die zur Identifizierung von Opfern und Tätern führen oder zumindest dabei helfen können, das wahrscheinliche Land zu bestimmen, in dem das Material zur sexuellen Ausbeutung von Kindern produziert wurde. Mithilfe von Europols IVAS untersuchen sie das Material, gruppieren es in Serien und laden es in die von INTERPOL gehostete Datenbank „International Child Sexual Exploitation“ (ICSE) hoch.
Im Gegenzug liefern die Spezialisten Europol Informationen zum Abgleich mit dessen Datenbanken und tragen so dazu bei, die Informationspakete für die Länder zu ergänzen, in denen sich die Opfer und/oder Täter vermutlich aufhalten. Diese Pakete werden dann von Europol-Analysten an die zuständigen operativen Partner zur weiteren Bearbeitung weitergeleitet.
Die Zusammenführung von Spezialisten aus verschiedenen Ländern bei Europol hat sich als äußerst effektiv erwiesen. Sie ermöglicht den Experten den Wissensaustausch, führt zu greifbaren Ergebnissen und unterstützt einen reibungslosen und effizienten Informationsaustausch. Infolgedessen wird das Format der Taskforce zur Identifizierung von Opfern (VIDTF) immer häufiger genutzt und zunehmend als erfolgreiche Form der Zusammenarbeit anerkannt.

Helfen Sie mit, Opfer zu identifizieren

Europol hat kürzlich neue Objekte auf seiner Seite „Stop Child Abuse – Trace an Object“ hinzugefügt, auf der alle Bürger aufgefordert werden, Gegenstände aus ungeklärten Fällen sexuellen Kindesmissbrauchs zu untersuchen und zu prüfen, ob sie einen davon wiedererkennen.
Kein Hinweis ist zu gering: Selbst das kleinste Detail könnte helfen, ein sexuell missbrauchtes Kind zu identifizieren und zu schützen. Seit dem Start der Plattform konnten dank anonymer Hinweise 31 Opfer identifiziert werden.
Die folgenden Länder nahmen an der VIDTF teil:
Australien, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kanada, Kolumbien, Kroatien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, Lettland, Litauen, Moldawien, Niederlande, Neuseeland, Nordmazedonien, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Serbien, Slowenien, Spanien, Schweden, Schweiz, Vereinigtes Königreich, Ukraine und USA.
Die folgenden EU-Agenturen und internationalen Organisationen nahmen ebenfalls am VIDTF teil: Europol, INTERPOL, Europarat.
Quelle der Polizeinachricht: Europol

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