Im Zeitraum November 2015 bis August 2016 ereigneten sich in Thüringen insgesamt 7 Angriffe auf Geldausgabeautomaten. Die dabei festgestellte Begehungsweise deutete auf ein und dieselbe Tätergruppierung hin.
Bei den Taten, vorwiegend im Landkreis Greiz, entstanden neben dem hohen Beuteschaden, erhebliche Sachschäden an den Automatenund deren Überbauung. Die installierte Sonderarbeitsgruppe der Kriminalpolizei in Gera ermittelte im Zusammenwirken mit bundesweiten Dienststellen weitere 16 artgleiche Aufsprengungen von Geldautomaten, begangen im Großraum Berlin und in Norddeutschland, die dieser Bande aus dem Berliner Raum zuzuordnen waren.
Im März 2017 erfolgte dazu ein Großeinsatz mit 250 Beamten bei dem in Durchsuchungen von Häusern, Wohnungen, Garagen und Werkstätten, einschlägige Ausrüstung von Geldautomatensprengern aufgefunden werden konnten. Dazu zählten unter anderem Gasflaschen, Schläuche zur Einleitung des Gases in den Automaten, Sturmhauben, Einweghandschuhe und ein Tatfahrzeug.
Neben 4 deutschen Tätern, die seit dieser Zeit in Haft genommen werden konnten, entzog sich der Kopf der Bande den Zugriffsmaßnahmen durch Flucht.
Bandenchef verhaftet
Spezialkräfte des Thüringer LKA gelang nun am 05.09.2017 auch dessen Festnahme. Der deutsche 42 jährige Bandenchef ist ein Straftäter mit einer langen und einschlägigen Kariere. Diese begann bereits vor vielen Jahren mit Gewaltdelikten und PKW-Diebstählen.
Wegen der Aufsprengung von Geldautomaten hatte er schon mehrere Jahre in Justizvollzugseinrichtungen verbüßt, offensichtlich ohne die richtigen Konsequenzen für sich ziehen zu können. Mit seiner Vorführung am 06.09.2017 vor dem Haftrichter in Gera wurde das Fortbestehen der Haftgründe bestätigt.
Im Rahmen der nun anstehenden gerichtlichen Hauptverhandlung haben die mutmaßlichen Täter mit einer empfindlichen Freiheitsstrafe zu rechnen.
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