Zwei Männer haben am Dienstagabend bei einer Schatzsuche eine grausame Entdeckung in einem Tunnel der alten Reichsautobahn 46 bei Gräfendorf (Bayern) gemacht. Sie fanden eine skelettierte Leiche. Womöglich handelt es sich um ein Mordopfer, das schon jahrelang im Spessart lag.
Gegen 21.15 Uhr meldeten sich zwei Männer bei der Polizei. Sie gaben an, bei ihrer Schnitzeljagd mit GPS-Geräten (Geo-Caching genannt) in eine nur ein Meter breite Höhle geklettert zu sein und dabei Knochen entdeckt zu haben.
"Aufgrund der Auffindesituation des Skeletts kann nicht ausgeschlossen werden, dass die aufgefundene Person gewaltsam zu Tode gekommen ist", erklärte Polizeihauptkommissar Michael Zimmer vom Polizeipräsidium Unterfranken gegenüber der "Bild".
Blauer Anorak schnürt schlimmen Verdacht
Zwar ist die Leiche noch nicht endgültig identifiziert, doch ein blauer Anorak, der ebenfalls entdeckt wurde, weckte bei den Kripo-Beamten einen schlimmen Verdacht. Die beiden Schatzsucher könnten auf das Grab einer vor zehn Jahren verschwundenen vierfachen Mutter gestossen sein.
Am 23. November 2005 verschwand Brigitte Volkert (27) spurlos. Sie lebte im gerade mal zehn Kilometer von der jetzigen Fundstelle entfernten Burgsinn. Als sie ihr Haus am besagten Tag frühmorgens verließ, trug sie eine dunkelblaue Winterjacke mit einem beigen Stern auf dem Rücken. Schon damals gingen die Beamten von einem Gewaltverbrechen aus.
Bergung zieht sich hin
Die Bergung der Leiche gestaltet sich schwierig. Um keine Spuren zu zerstören, müssen die Einsatzkräfte sehr sorgsam vorgehen. Daher zieht sich die Überführung in die Rechtsmedizin Würzburg derzeit noch hin. Erst dann wird sich zeigen, ob das Schicksal der jungen Frauen endlich geklärt werden kann.
Artikelfoto: aitoff (CC0 Public Domain) - (Symbolbild)
