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Internationaler Schlag gegen Zigarettenschmuggel

25.03.2026 | 10:32

Redaktion Polizeiticker Schweiz

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Internationaler Schlag gegen Zigarettenschmuggel

(Symbolbild) (Bildquelle: sipa (CC0) - Symbolbild)

Bei einer internationalen Operation gegen eine organisierte Schmugglerbande haben Ermittler in mehreren Ländern zugeschlagen. Die Gruppe soll gefälschte Zigaretten im grossen Stil nach Europa gebracht haben.

Eine große organisierte kriminelle Gruppe, die im Verdacht steht, gefälschte Zigaretten nach Europa zu schmuggeln, ist am 24. März im Rahmen einer koordinierten Operation in fünf Ländern ins Visier der Strafverfolgungsbehörden geraten.
Der Aktionstag wurde von der Europäischen Staatsanwaltschaft (EPPO) in Turin, Italien, geleitet und fand mit Unterstützung von Europol in Italien, Polen, Frankreich, dem Vereinigten Königreich und der Schweiz statt.

Ermittlungen begannen mit großer Sicherstellung in Italien

Die Untersuchung wurde im September 2024 eingeleitet, nachdem im Hafen von Genua 12 Millionen gefälschte Zigaretten sichergestellt worden waren. Die Zigaretten waren in Armenien hergestellt und über Georgien in die EU transportiert worden.
Weitere Analysen verdächtiger Containerbewegungen im Hafen von Genua ermöglichten es den Ermittlern, eine transnationale kriminelle Organisation zu identifizieren, deren operative Basis im Vereinigten Königreich lag und die über Verbindungen nach Europa, Afrika und Asien verfügte.
Das Netzwerk nutzte See- und Handelsrouten, die darauf ausgelegt waren, Zollkontrollen zu umgehen. Die Sendungen wurden über mehrere Länder geleitet, darunter Georgien, Kenia, die Niederlande und die Türkei, um die wahre Herkunft der illegalen Waren zu verschleiern. Die Zigaretten waren für den Schwarzmarkt in mehreren europäischen Ländern bestimmt.
Im Oktober 2024 wurden Hafenarbeiter festgenommen, die verdächtigt werden, den Schmuggel unterstützt zu haben. Die Ermittler stellten Mobiltelefone und gefälschte Containersiegel sicher, was auf die Beteiligung von Insidern bei der Umgehung der Hafenkontrollen hindeutet.
Die Behörden stellten außerdem fest, dass falsche Zollerklärungen verwendet wurden: Die Waren wurden als Baumaterialien deklariert, um die Zigarettensendungen zu tarnen. Zudem kamen Container mit doppeltem Boden zum Einsatz, um die illegale Fracht zu verbergen.
Diese Erkenntnisse führten zur Identifizierung eines größeren kriminellen Netzwerks, das in mehreren Ländern tätig war.

Familiengeführtes Netzwerk mit Verbindungen zu weiterer Schwerkriminalität

Es wird davon ausgegangen, dass die Gruppe als familiengeführte Organisation operierte und die Einfuhr sowie den Vertrieb gefälschter Zigaretten in Europa koordinierte.
Die Ermittler stellten außerdem Verbindungen zwischen den Verdächtigen und anderen hochrangigen türkischen Kriminellen fest, die in schwere organisierte Kriminalität, darunter Drogenhandel, verwickelt sind.
Das Netzwerk stützte sich auf eine breitere Unterstützungsstruktur. Ein Unternehmen im Raum Genua soll genutzt worden sein, um Zollverfahren zu erleichtern und Kontrollen zu umgehen, während Lagerhallen in der Provinz Alessandria zur Lagerung und Weiterverteilung des geschmuggelten Tabaks dienten.
Ein IT-Spezialist richtete gefälschte Webseiten und E-Mail-Adressen ein, um die Identität der Empfänger in den Zolldokumenten zu verschleiern. Die kriminelle Organisation nutzte zudem verschlüsselte Kommunikationsplattformen, um sich der Entdeckung durch die Strafverfolgungsbehörden zu entziehen.

Aktionstag gegen Verdächtige und Vermögenswerte

Am Aktionstag führten die Strafverfolgungsbehörden Festnahmen, Durchsuchungen und Beschlagnahmungen durch, um das Netzwerk zu zerschlagen.
Fünf Verdächtige wurden in Italien, Polen und dem Vereinigten Königreich in Untersuchungshaft genommen. Zudem wurden Vermögenswerte im Wert von rund 2,5 Millionen Euro sichergestellt.
Bereits frühere Maßnahmen hatten zur Sicherstellung von mehr als 40 Tonnen illegaler Tabakprodukte geführt. Der geschätzte Schaden durch entgangene Zölle, Verbrauchssteuern und Mehrwertsteuer übersteigt 10 Millionen Euro, während der Marktwert der sichergestellten Waren auf rund 15 Millionen Euro geschätzt wird.
Die Behörden werten nun das beschlagnahmte Material aus, um weitere Verbindungen innerhalb des Netzwerks nachzuweisen, darunter die Nutzung von Kryptowährungen und Kommunikationsmitteln zur Koordinierung krimineller Aktivitäten.

Europol unterstützt grenzüberschreitende Ermittlungen

Die italienischen Behörden baten Europol um Unterstützung bei der internationalen Koordinierung und der operativen Analyse.
Europol unterstützte die Ermittlungen durch:
Abgleiche und operative Analysen, unter anderem zu Kryptowallets Unterstützung des Informationsaustauschs über sichere Kanäle Organisation von operativen Treffen
Am Aktionstag entsandte Europol ein mobiles Büro in die operative Kommandozentrale in Genua, um den Informationsaustausch und die Analyse in Echtzeit zu ermöglichen. Zudem wurde ein Kryptowährungs-Spezialist in das Vereinigte Königreich entsandt, um die Finanzermittlungen vor Ort zu unterstützen.

An den Ermittlungen beteiligte Behörden

  • EPPO
  • Italien: Zollagentur (Agenzia delle Dogane e dei Monopoli – ADM) Finanzpolizei (Guardia di Finanza) Anti-Mafia-Ermittlungsdirektion (Direzione Investigativa Antimafia – DIA)
  • Frankreich: Französischer Zoll – Nationale Betrugsbekämpfungsstelle (Office national anti-fraude – ONAF)
  • Polen: Nationale Polizei
  • Vereinigtes Königreich: HM Revenue and Customs (HMRC) Metropolitan Police Service (MET) National Crime Agency (NCA)
  • Schweiz: Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG)
Quelle der Polizeinachricht: Europol

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