Wird demnächst die Künstliche Intelligenz - KI - die Einkäufe im Internet erledigen? Tatsächlich ist das keine Zukunftsmusik mehr, die irgendwann umgesetzt werden könnte, sondern könnte das bald tatsächlich zur Realität werden. Denn von Seiten des US Konzerns VISA wird ein System für eine KI-gesteuerte Zahlung geplant, das demnächst in der Schweiz eingeführt werden soll. Wird also in naher Zukunft die KI die Zahlungen für die Schweizer erledigen?
KI nun für das Online Shopping?
Tatsächlich wird die KI in immer mehr Branchen spürbar. Besonders intensiv erlebt man die Auswirkungen der KI im Bereich des Gamings. In Spielen gibt es sogenannte „nicht spielbare Charaktere“. Das sind jene, die von der KI gesteuert werden. Waren das früher vorhersehbare Figuren, so reagieren sie heute auf Grundlage der Handlungen des Spielers. Ein weiteres Beispiel: Online Glücksspiel. In Schweizer Online Casinos für Schweizer Spieler werden von Seiten der KI nicht nur individuelle Angebote geschaffen. Die KI überprüft auch, ob der Spieler ein auffälliges Verhalten hat oder nicht. Im Glücksspielbereich ist die KI schon seit Jahren im Einsatz, wird aber seit geraumer Zeit immer spürbarer. Nun scheint die KI auch im Bereich des Online Shoppings immer stärkeren Einfluss zu nehmen. Denn geht es nach dem US Unternehmen VISA, so wird die KI bald die Zahlungen übernehmen. Aber wie kann das funktionieren?
VISA hat bereits eine solche Lösung am nordamerikanischen Markt eingeführt. Jetzt soll „Visa Intelligent Commerce“ auch in die Schweiz kommen. „Die Expansion ist im Laufe dieses Jahres geplant“, so der Chef von VISA Schweiz, Santosh Ritter.
Interesse ist vorhanden
Was man sich von dem Programm erwarten kann? „Visa Intelligent Commerce“ zielt darauf ab, dass der globale Handel mittels KI vorangetrieben wird. VISA arbeitet hier mit unterschiedlichen KI Unternehmen zusammen und stellt sicher, dass auch die Sicherheitsstandards eingehalten werden.
Die Kunden können mit dem neuen System Anweisungen geben sowie Höchstbeträge festlegen. Dabei entscheiden sie in weiterer Folge, ob der Kauf genehmigt werden soll oder ob die KI selbst bestimmte Produkte automatisch kaufen darf. „Nicht nur die Nutzer, sondern auch Banken und Händler müssen diesen Agenten vertrauen können“, so VISA. Ritter hat bereits davon berichtet, dass es am Schweizer Markt ein grosses Interesse gibt und es scheinbar einige Partner geben wird, die mit „Visa Intelligent Commerce“ arbeiten wollen.
Tatsächlich haben sich aber weder der Zahlungsanbieter Swisscard oder UBS, noch Online Händler Brack zu den Plänen von VISA geäussert. Digital Galaxus hat betont, man werde das Angebot derzeit nur beobachten. „Neben der Nutzerakzeptanz gibt es auch rechtlich-technische Unsicherheiten. Insbesondere rund um Datensicherheit und Zahlungsfreigaben durch Dritte“, so Manuel Wenk von Digital Galaxus.
Der Schweizer ist skeptisch
Geht es um den Zugang zu den Transaktionsdaten der Kunden, dann zeigen sich die Partnerunternehmen von VISA interessiert. Jedoch unter der Voraussetzung, dass die Kunden auch zugestimmt haben, dass man einen Einblick auf das Geschehen bekommt. Wieso diese Daten interessant sein könnten? Man könnte so Daten über die bisherigen Einkäufe bekommen und diverse Vorlieben erkennen, sodass es dann in weiterer Folge möglich ist, ein personalisiertes Angebot zu erstellen.
Wird sich die KI im Online Shopping durchsetzen können oder scheitert der Versuch? Das hängt am Ende einzig und allein von den Verbrauchern ab. Auch wenn laut dem Gottlieb Duttweiler-Institut - GDI - 77 Prozent nicht abgeneigt sind, wenn es um Hilfe von KI geht, so würde nur 13 Prozent tatsächlich den Einkauf auslagern und von einer KI Assistenz durchführen lassen. Man bleibt hier also durchaus skeptisch.

