Nach Abschluss umfangreicher Ermittlungen hat die Kantonale Staatsanwaltschaft für die Verfolgung von Wirtschaftsdelikten im Zusammenhang mit der Verbürgung von Darlehen zur Finanzierung von Schweizer Hochseeschiffen gegen einen ehemaligen Reeder Anklage erhoben. Ihm wird vorgeworfen, zu hohe Bau- und Erwerbspreise für Hochseeschiffe vorgetäuscht zu haben, um widerrechtlich Bundesbürgschaften zu erlangen.
Die Kantonale Staatsanwaltschaft für die Verfolgung von Wirtschaftsdelikten hat die
Strafuntersuchung im Zusammenhang mit der Verbürgung von Darlehen zur
Finanzierung von Schweizer Hochseeschiffen (wir berichteten) abgeschlossen. Auf der Grundlage einer Strafanzeige des Eidgenössischen
Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) war im März 2018 eine
Strafuntersuchung eröffnet und der Verdacht untersucht worden, wonach die
Täterschaft bei der Einreichung von Bürgschaftsgesuchen für die Finanzierung von
Hochseeschiffen überhöhte Bau- und Erwerbspreise geltend gemacht habe, um
widerrechtlich in den Genuss von Bürgschaften des Bundes zu gelangen.
Die Untersuchung richtete sich insbesondere gegen einen ehemaligen, heute
66-jährigen Reeder, der die Bürgschaftsgesuche eingereicht hatte. Er wurde
vorübergehend festgenommen. Im Zuge von Hausdurchsuchungen konnten
umfangreiche Akten sowie Vermögenswerte beschlagnahmt werden.
Zu hohe Preise vorgetäuscht
Im Rahmen der
Ermittlungen hat sich der Verdacht erhärtet, dass in fünf Fällen gegenüber den
Bundesbehörden zu hohe Bau- und Erwerbspreise für Hochseeschiffe vorgetäuscht
worden waren, um widerrechtlich Bundesbürgschaften für die Finanzierung dieser
Schiffe zu erlangen. Die gestützt darauf in den Jahren 2005 und 2013 gewährten
Bürgschaften belaufen sich auf insgesamt rund 130 Millionen Franken.
Die Staatsanwaltschaft hat gegen den ehemaligen Reeder beim
Wirtschaftsstrafgericht des Kantons Bern Anklage erhoben. Die Vorwürfe lauten im
Wesentlichen auf Betrug zum Nachteil des Bundes, Urkundenfälschung sowie
ungetreue Geschäftsbesorgung. Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe.


