Die Gesamtzahl der im Kanton Bern registrierten Verkehrsunfälle wie auch der tödlichen Unfälle im Speziellen ist 2019 zurückgegangen. 21 Personen haben letztes Jahr auf Berner Strassen ihr Leben verloren. Es ist der tiefste Wert seit Einführung der Statistik. Rückläufig ist auch die Anzahl schwerer Unfälle beim Langsamverkehr. Der entsprechende Schwerpunkt mit dem Ziel, diese Zahl weiter zu senken, wird 2020 fortgesetzt.
Die Kantonspolizei Bern hat im Jahr 2019 insgesamt 5'496 Verkehrsunfälle rapportiert
und verzeichnet damit gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von 287 Fällen.
Zurückgegangen ist dabei nicht nur die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Sachschaden
(-96), sondern auch die Zahl der Unfälle bei denen Personen zu Schaden gekommen
sind (-191). Insgesamt 3'103 Personen wurden im Jahr 2019 bei Unfällen auf Berner
Strassen verletzt. Dies entspricht einem Rückgang von 242 gegenüber dem Vorjahr.
Dabei wurden sowohl weniger schwer verletzte (-49) als auch weniger leicht verletzte
Personen (-193) verzeichnet.
Während 2018 noch 34 Personen ihr Leben auf dem Berner Strassennetz verloren
hatten, waren es im letzten Jahr noch deren 21 (-13). Es ist dies der tiefste Wert seit
Einführung der aktuellen Verkehrsunfallstatistik im Kanton Bern. Positiv an dieser
Entwicklung ist dabei, dass 2019 weder Kinder (-4) noch Jugendliche (-2) im
Zusammenhang mit den tödlichen Unfällen betroffen waren.
Zudem sind gerade auch in der Kategorie des Langsamverkehrs weit weniger
Verkehrstote zu verzeichnen als noch im Jahr 2018. So befinden sich unter den
insgesamt 21 verstorbenen Personen zwei Fussgänger (-8), ein Velofahrer (-4), ein EBike-Lenker (-2) sowie drei Lenker von Motorfahrädern (+1). Personen, die auf
fahrzeugähnlichen Geräten (z.B. Kickboards) unterwegs waren, wurden keine tödlich
verletzt (-2). Eine Person verstarb nach einem Unfall mit einem E-Skateboard
(Kategorie «Andere», +1). Unter den tödlich Verletzten befinden sich weiter ein Lenker
eines Motorrades (-4) sowie insgesamt zwölf Auto- bzw. Motorfahrzeuginsassen (+5).
Weniger Verkehrsunfälle im Innerortsbereich
Fast zwei Drittel der polizeilich registrierten Verkehrsunfälle (3’485) ereigneten sich
2019 im Innerortsbereich (-232). Die Zahl der schwer (-18) oder gar tödlich (-15)
verletzten Personen ist auf diesen Strassenabschnitten aber erheblich
zurückgegangen. Rund jeder fünfte Verkehrsunfall – genauer 1’233 – fand im
Ausserortsbereich statt (-2). Weitere 778 Unfälle ereigneten sich auf Autobahnen
(-53). Über alle registrierten Verkehrsunfälle gesehen handelte es sich meist um
Schleuder- und Selbstunfälle (2'183 oder 39,7%), Auffahrunfälle (999 oder 18,2%)
oder Einbiegeunfälle nach Vortrittswiderhandlungen (592 oder 10,8%).
Erstmals seit Einführung der aktuellen Verkehrsunfallstatistik im Kanton Bern hat dabei
die Kategorie der Personen im Alter von über 64 Jahren mehr Unfälle verursacht, als
jene der 18 bis 24-Jährigen. Bei den im Jahr 2019 insgesamt 970 (-3) registrierten
Unfällen mit Beteiligung von Seniorinnen und Senioren, ging meist ein Missachten des
Vortritts voraus. Die 873 (-114) Verkehrsunfälle, in die junge Erwachsene involviert
waren, waren insbesondere auf die mangelnde Fahrpraxis zurückzuführen.
Häufigste Unfallursachen unverändert
Innerorts führten auch 2019 vor allem Vortrittswiderhandlungen zu Unfällen. Zu den
häufigsten Ursachen gehörten aber auch Fahrfehler wie etwa das Linksfahren oder
Kurvenschneiden sowie Unaufmerksamkeit der Lenkerinnen und Lenker. Im
Ausserortsbereich waren vor allem das Nichtanpassen der Geschwindigkeit oder die
unsachgemässe Bedienung des Fahrzeugs – so zum Beispiel zu starkes
Beschleunigen – den meisten Verkehrsunfällen ursächlich. Auf den Autobahnen
wiederum verursachten Verkehrsteilnehmer auch 2019 wieder aufgrund
ungenügenden Abstands, mangelnder Rücksichtnahme beim Fahrstreifenwechsel
und wegen momentaner Unaufmerksamkeit die meisten Verkehrsunfälle. Bei den
5'496 polizeilich registrierten Verkehrsunfällen standen Lenkerinnen und Lenker
432 Mal unter Alkoholeinfluss (-31), 70 Mal wurde Drogenkonsum nachgewiesen (-3)
und in 63 Fällen waren Personen unter Medikamenteneinfluss unterwegs (+1).
Schwerpunkt Langsamverkehr auch 2020 im Fokus
Auch 2019 zeigte sich, dass bei Unfällen vor allem auch dann Personen verletzt
werden, wenn Teilnehmende des Langsamverkehrs involviert sind. Von den insgesamt
3'103 Personen, die bei Verkehrsunfällen auf Berner Strassen verletzt worden sind,
handelte es sich in 1’012 Fällen – also fast in jedem dritten Fall – um Fussgänger,
Benutzer von fahrzeugähnlichen Geräten, Velofahrer, E-Bike- oder
Motorfahrradlenker. Dies ist nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen, dass es gerade
bei dieser Gruppe von Verkehrsteilnehmenden aufgrund des geringen Schutzes rasch
zu Verletzungen kommen kann. Positiv zu werten ist hingegen, dass sowohl die Zahl
der Schwerverletzten (-31) wie auch diejenige der Verkehrstoten (-15) im Bereich
Langsamverkehr deutlich zurückgegangen ist.
Die Kantonspolizei Bern setzt auch im Jahr 2020 ihre Tätigkeit zum Schwerpunkt
Langsamverkehr fort. Ziel ist es, das partnerschaftliche Miteinander und die Einhaltung
der Gesetze auf Berner Strassen zu fördern. Damit kann auch jeder und jede Einzelne
selbst einen Beitrag zur allgemeinen Sicherheit im Strassenverkehr leisten. So stehen
im Rahmen der präventiven Aktionen wie auch repressiven Massnahmen der
Kantonspolizei Bern denn auch nicht nur alleine der Langsamverkehr, sondern
sämtliche Verkehrsteilnehmende im Fokus.


