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Kanton Obwalden - Mehr Straftaten und Anstieg bei Cyberdelikten

23.03.2026 | 16:42

Redaktion Polizeiticker Schweiz

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Kanton Obwalden - Mehr Straftaten und Anstieg bei Cyberdelikten

Symbolbild (Bildquelle: Kantonspolizei Obwalden)

Im Kanton Obwalden sind die Straftaten 2025 erneut angestiegen. Besonders deutlich nahm die digitale Kriminalität zu.

Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 des Kantons Obwalden

Die Straftaten gegen das Strafgesetzbuch (StGB) sind im vergangenen Jahr erneut um sechs Prozent auf 1778 Straftaten gestiegen. Damit wurde der Höchstwert vom Vorjahr (1684 Straftaten) nochmals übertroffen.
Deutlich angestiegen ist erneut der Bereich der digitalen Kriminalität. Hier wurden 2025 39 Prozent mehr, respektive insgesamt 410 Straftaten bearbeitet. Mit neu 44.8 Straftaten auf 1000 Einwohner liegt Obwalden immer noch unter der nationalen Quote (61.3), aber über derjenigen der gesamten Zentralschweiz (42.8). Die Aufklärungsquote ist auf der anderen Seite auf 44.2 Prozent gesunken. Dies liegt jedoch unter anderem in einer Korrektur in der Erfassung der digitalen Kriminalität begründet, welche das Bild im letzten Jahr verfälscht hatte. National liegt sie für das vergangene Jahr bei 38.7 Prozent.
Entgegen dem nationalen Trend (-2%), haben die Delikte gegen das StGB im vergangenen Jahr in Obwalden erneut um sechs Prozent zugenommen. Die Anzahl Straftaten lag Ende Jahr bei 1778 Tatbeständen, was 94 Straftaten mehr sind als im Jahr davor. Gestiegen ist die Anzahl der Delikte unter fast sämtlichen Titeln des Strafgesetzbuches. Einzig im Bereich der Straftaten gegen die Rechtspflege war ein Rückgang zu verzeichnen.
Aufgrund der höheren Deliktszahlen ist auch die Häufigkeitsziffer, die Anzahl der Straftaten auf 1000 Einwohner, ebenfalls gestiegen und beträgt neu 44.8. Dies ist die zweithöchste Quote der Zentralschweiz. Gesunken ist hingegen die Aufklärungsquote, welche noch bei 44.2 Prozent liegt. Im Vorjahr wurde noch eine Quote von 54 Prozent ausgewiesen. Wobei hier auch eine Korrektur in der Erfassung der digitalen Kriminalität eine Rolle gespielt hat. Nach wie vor liegt die Aufklärungsquote jedoch über derjenigen der gesamten Schweiz von 38.7 Prozent.

Gewaltstraftaten

Erneut leicht angestiegen sind im Kanton Obwalden auch die Gewaltstraftaten (+4%, 139 Straftaten). Dies entspricht dem nationalen Trend, welcher für dieses Deliktsfeld ebenfalls eine Steigerung um zwei Prozent ausweist. Im Kontext der Gewaltdelikte sind auch die Delikte der «häuslichen Gewalt» wieder angestiegen. Es wurden im vergangenen Jahr 59 Straftaten in entsprechenden Beziehungskonstellationen bearbeitet. Das entspricht einer Zunahme von 34 Prozent oder 15 Delikten.

Delikte gegen die sexuelle Integrität

Auch im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Integrität war im vergangenen Jahr ein Anstieg um 37 Prozent auf 41 Straftatbestände (Vorjahr 30) zu verzeichnen. Dabei sind die sexuellen Handlungen mit Kindern wieder zurückgegangen und liegen bei fünf Delikten (Vorjahr 10). Es mussten zudem drei Anzeigen wegen «Vergewaltigung», eine wegen «sexueller Nötigung» und eine wegen des «Missbrauchs einer urteilsunfähigen oder zum Widerstand unfähigen Person» behandelt werden. Angestiegen ist insbesondere der Tatbestand der Pornografie. Während hier im Vorjahr zwölf Tatbestände zu bearbeiten waren, waren es 2025 deren 25. Dies entspricht einer Steigerung um 108 Prozent.

Vermögensdelikte

Im Bereich der Vermögensdelikte sind die Straftaten ebenfalls um drei Prozent auf 1079 Straftaten gestiegen. Dabei sind insbesondere die Diebstahlsdelikte deutlich zurückgegangen. Deutlich zugenommen haben im vergangenen Jahr innerhalb dieser Kategorie aber die Einbruchdiebstähle. Diese haben sich im vergangenen Jahr um 106 Prozent mehr als verdoppelt und liegen bei 70 Fällen. Ebenfalls fast verdoppelt haben sich die Ladendiebstähle von 47 Straftaten im Jahr 2024 auf 82 im Jahr 2025. Dafür hatte die Polizei deutlich weniger Diebstähle aus Fahrzeugen zu bearbeiten. Diese sind von 98 auf noch 31 Straftaten zurückgegangen.

Digitale Kriminalität

Innerhalb der Vermögensdelikte haben sich insbesondere diejenigen Tatbestände erhöht, welche oft im Zusammenhang mit digitaler Kriminalität stehen. Über sämtlichen digital begangenen Straftaten hatte die Kantonspolizei Obwalden 410 Delikte zu bearbeiten. Dies entspricht einer Steigerung von 39 Prozent zum Vorjahr (294 Straftaten). 2024 wurde bei der Erfassung der Cyber-Betrugsdelikte nur noch ein Rapport erstellt und damit häufig der Betrug mit der Geldwäscherei verbunden. Dies hat zu einer vergleichsweise zu hohen Aufklärungsquote geführt, da auch der Betrug im System als geklärtes Delikt gezählt worden ist. Nach einer entsprechenden Korrektur in der Erfassung beträgt die Aufklärungsquote in diesem Bereich noch 17.3 Prozent (Vorjahr 36.1%).
Im Bereich der Cyber-Delikte gibt es einen signifikanten Anstieg beim Modus des Phishings. Hier wurden im letzten Jahr 125 Fälle verzeichnet, was einer Steigerung um 166 Prozent zum Vorjahr entspricht. Die Kantonspolizei Obwalden empfiehlt deshalb, Websites von Banken, der Post und sonstigen Online-Dienstleistern stets direkt aufzurufen, die Adresse in der Adresszeile des Browsers zu überprüfen, bei E-Mails oder sonstigen Nachrichten, in welchen persönliche Daten verlangt werden, misstrauisch zu sein und keine enthaltenen Links anzuklicken sowie auch am Telefon keine vertraulichen Daten bekannt zu geben. Weitere Tipps finden sich auf der Website der schweizerischen Kriminalprävention oder auf «cybercrimepolice.ch».
Ebenfalls erneut gestiegen sind die Cyberbetrugs-Delikte. Hier waren 218 Straftaten zu bearbeiten, was einer Steigerung um 24 Prozent entspricht. Weiter haben auch die Cyber-Sexualdelikte zugenommen. Hier fällt insbesondere der Anstieg bei den Fällen verbotener Pornografie ins Gewicht, welche von vier auf 16 Fälle gestiegen sind. Weiterhin ist davon auszugehen, dass im Bereich der digitalen Kriminalität ein riesiges Dunkelfeld vorliegt, da viele Personen Delikte gar nicht melden.

Betäubungsmittelkriminalität / Ausländer- und Integrationsgesetz

Im Bereich der Betäubungsmittelkriminalität hat die Kantonspolizei Obwalden im vergangenen Jahr deutlich weniger Straftaten, nämlich 42, rapportiert. Dies entspricht einer Reduktion um 50 Prozent. Nach Beobachtungen der Kantonspolizei Obwalden bilden diese Zahlen jedoch nicht die aktuelle Lage im Kanton ab, sondern viel mehr die zur aktiven Verfolgung solcher Straftaten verfügbaren Kapazitäten.
Die bearbeiteten Verstösse gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz sind im Vorjahr auf dem gleichen Niveau geblieben. Erneut wurden 62 Straftaten aus diesem Bereich bearbeitet. Während die Fälle des «rechtswidrigen Aufenthalt» (von sieben auf elf Tatbestände), der «Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung» (von sechs auf zwölf Straftaten) sowie der «Verletzung der An- und Abmeldepflichten» (von 18 auf 21 Delikte) gestiegen sind, sind diejenigen der «Täuschung der Behörden» (von drei auf einen Tatbestand) und der «Missachtung der Ein-/Ausgrenzung» (von 14 auf vier Tatbestände) gesunken.
Quelle der Polizeinachricht: Kapo OW

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