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Kanton Tessin – Weniger Diebstähle und stabile Sicherheitslage

23.03.2026 | 17:15

Redaktion Polizeiticker Schweiz

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Kanton Tessin – Weniger Diebstähle und stabile Sicherheitslage

(Symbolbild) (Bildquelle: Kantonspolizei Tessin)

Im Tessin bleibt die Sicherheitslage stabil. Die Diebstähle sind zurückgegangen, während einzelne Bereiche wie E-Bike-Diebstähle oder häusliche Gewalt zugenommen haben.

Die Sicherheitslage im Tessin zeigt sich auch im Jahr 2025 stabil. Sie ist das Ergebnis einer täglichen, komplexen Arbeit in einem dynamischen sozialen, wirtschaftlichen und geografischen Umfeld. Die Kriminalitätsanalyse bestätigt eine insgesamt positive Entwicklung, insbesondere mit einem Rückgang bei Diebstählen – vor allem bei Einbruchdiebstählen.
Die Jahresbilanz der Kantonspolizei wurde heute in Bellinzona durch Staatsrat Claudio Zali und Kommandant Matteo Cocchi vorgestellt.

Weniger Notrufe und Einsätze

Im Jahr 2025 gingen insgesamt 211’175 Notrufe bei der gemeinsamen Alarmzentrale (CECAL) ein, gegenüber 246’702 im Jahr 2024. Davon betrafen 10’576 Einsätze die Feuerwehr (2024: 12’417). Der Rückgang ist unter anderem auf ein stabileres Wetterjahr zurückzuführen, ohne grössere Naturereignisse oder extreme Unwetter wie noch 2024, als insbesondere das Hochwasser im Maggiatal zu zahlreichen Einsätzen führte.

Mehr Einsätze wegen häuslicher Gewalt

Im Bereich häusliche Gewalt wurden 1’018 Einsätze registriert (+4%). In 172 Fällen lagen Offizialdelikte vor, welche ein vollständiges Verfahren wegen häuslicher Gewalt erforderten (+6%).

Weniger Unfälle und weniger Todesopfer

Die Zahl der Verkehrsunfälle ging leicht zurück: 3’874 Fälle gegenüber 3’901 im Jahr 2024. Bei 695 Unfällen mit Personenschaden gab es 582 Leichtverletzte und 240 Schwerverletzte. Die Zahl der tödlichen Unfälle sank auf 14 mit 14 Todesopfern (2024: 18 Unfälle mit 19 Todesopfern). Unter den Opfern befanden sich 8 Autofahrer, 4 Motorradfahrer und 2 Velofahrer.

Deutlicher Rückgang bei Einbrüchen

Bei den Diebstählen wurde ein Rückgang auf 5’250 Fälle verzeichnet (-5,9% gegenüber 2024), liegt jedoch weiterhin über dem Niveau vor 2023. Besonders auffällig ist der erneute Rückgang bei Einbruchdiebstählen (-20%) sowie bei Diebstählen aus Fahrzeugen (-22%). Dagegen nahmen Ladendiebstähle deutlich zu (457 Fälle, +28%).
Die Zahl der Diebstähle von E-Bikes ist erneut stark gestiegen und erreichte 609 Fälle (+39%).
Einbruchdiebstähle in Wohnungen, die aufgrund ihrer Schwere und der Auswirkungen auf die Opfer weiterhin Priorität haben, gingen deutlich um 29% zurück (496 Fälle im Jahr 2025 gegenüber 678 im Jahr 2024).

Raubdelikte bleiben auf stabilem Niveau

Im Bereich Raub wurden 42 Fälle registriert (2024: 36), was insgesamt eine stabile Entwicklung zeigt. Besonders betroffen waren die Regionen Lugano und Bellinzona. Die meisten Vorfälle ereigneten sich im öffentlichen Raum oder in privaten Wohnungen und standen häufig im Zusammenhang mit Streitigkeiten, auch unter Beteiligung von Minderjährigen, oder mit Schulden im Zusammenhang mit Drogenkonsum oder -handel. Die Beute bestand meist aus Mobiltelefonen oder kleineren Geldbeträgen.
Überfälle auf Tankstellen in Grenznähe sind nahezu vollständig zurückgegangen. Ebenso wurden keine Raubüberfälle auf Banken, Werttransporte oder Poststellen registriert. In 83% der Fälle konnten die Täter ermittelt werden, was auf eine gute Aufklärungsquote hinweist. Dies gelang auch dank der Zusammenarbeit mit anderen Kantonen, fedpol sowie internationalen Behörden, insbesondere aus Italien.

Rückgang bei Cyberkriminalität

Im Bereich der Cyberkriminalität wurde ein Rückgang von 435 Fällen im Jahr 2024 auf 399 Fälle im Jahr 2025 festgestellt (-8%). Den grössten Anteil machen wirtschaftsbezogene Delikte aus, insbesondere Phishing, Missbrauch von Online-Zahlungssystemen sowie Identitätsmissbrauch zu betrügerischen Zwecken.

Neue Schwerpunkte im Strassenverkehr

Staatsrat Claudio Zali ging insbesondere auf die Ursachen von Verkehrsunfällen ein. Geschwindigkeit sei nicht die einzige Ursache für Unfälle mit Personen- oder Sachschäden. Daher soll die Anzahl der Radarkontrollen zugunsten anderer Kontrollen reduziert werden. Der Fokus soll stärker auf den psychophysischen Zustand der Fahrzeuglenkenden gelegt werden, insbesondere auf den Einfluss von Medikamenten und psychoaktiven Substanzen.
Zudem sollen verstärkt Kontrollen bezüglich Überladung und Ladungssicherung bei Nutzfahrzeugen durchgeführt werden. Ebenso wurde die Bedeutung von systematischen Kontrollen bei Fahrzeugzulassungen in anderen Kantonen betont, wenn diese faktisch im Tessin genutzt werden.

Internationale Zusammenarbeit im Fokus

Polizeikommandant Matteo Cocchi wies darauf hin, dass das Tessin an einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt für Personen- und Warenströme liegt und daher auch von grenzüberschreitender Kriminalität betroffen ist. Die Kantonspolizei habe ihre Arbeit weiter professionalisiert, die Zusammenarbeit mit Sicherheitspartnern verstärkt und dabei gute Resultate erzielt.
Er betonte die Notwendigkeit, rechtliche Grundlagen und Vorschriften weiter zu harmonisieren, um den schnellen und sicheren Austausch von Polizeiinformationen zu gewährleisten. Ebenso seien einheitliche Verfahren wichtig, damit Einsatzkräfte kantonsübergreifend effizient zusammenarbeiten können.

Neue Projekte auf Bundes- und Kantonsebene

Auf Bundesebene wurde am 18. Februar 2026 ein Vernehmlassungsverfahren zu zwei Projekten eröffnet: zur Schaffung einer verfassungsrechtlichen Grundlage sowie zur Teilrevision des Bundesgesetzes über polizeiliche Informationssysteme. Auch auf interkantonaler Ebene wird ein Konkordat zur erleichterten Zusammenarbeit vorbereitet.

Grosse Einsätze werfen ihre Schatten voraus

In Zukunft stehen mehrere Grossanlässe an, darunter das World Economic Forum in Davos, der G7-Gipfel sowie die OSZE-Ministerkonferenz 2026 in Lugano. Diese werden hohe Anforderungen an Sicherheit, internationale Koordination und Einsatzplanung stellen.

Fokus bleibt auf Prävention und Zusammenarbeit

Die Kantonspolizei wird ihre Arbeit weiterhin auf zentrale Prinzipien ausrichten: frühzeitiges Erkennen von Bedrohungen, enge Zusammenarbeit zwischen Einsatzkräften, gezielter Mitteleinsatz und ein starker Fokus auf den Faktor Mensch. Entscheidend bleiben die Ausbildung der Einsatzkräfte sowie ihre Fähigkeit, auch unter Druck fundierte Entscheidungen zu treffen.
Als Beispiel wurde die Grossübung „TRIO 2025“ genannt, die gemeinsam mit den Polizeikorps der Kantone Thurgau und Zug durchgeführt wurde. Solche Übungen dienen dazu, Reaktionsfähigkeit, Entscheidungswege und Zusammenarbeit zu testen und weiter zu verbessern.
Quelle der Polizeinachricht: Kapo TI

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