Der Nationale Aktionsplan gegen Menschenhandel 2017-2020 definiert die Schweizer Strategie zur Bekämpfung von Menschenhandel. Die Massnahmen der Schweiz gegen Menschenhandel beruhen auf den vier Säulen Prävention, Strafverfolgung, Opferschutz und Zusammenarbeit.
Während der Bund für die Gesetzgebung gegen Menschenhandel zuständig ist,
fallen die Strafverfolgung gegen die Täter und der Schutz der Opfer im Einzelfall
grundsätzlich in die Zuständigkeit der Kantone. Der Kooperationsmechanismus auf
kantonaler Ebene, kantonaler runder Tisch genannt, existiert derzeit in 18 Kantonen.
Die runden Tische koordinieren insbesondere die Zusammenarbeit zwischen den
verschiedenen Fachstellen, wenn ein Opfer identifiziert wird.
Der Informationsbus zum Thema Menschenhandel wurde am 18. Oktober 2017 in
Bern eingeweiht. Zwischen Oktober 2017 und Oktober 2018 durchquert er die ganze
Schweiz und informiert die Schweizer Bevölkerung über die Thematik.
Der Bus lädt die Bevölkerung dazu ein, hinter die Fassade zu blicken. Im Bus
erwarten die Besucherinnen und Besucher Erfahrungsberichte, Bilder, Zahlen und
ausführliche Erläuterungen, die helfen, das Phänomen Menschenhandel besser zu
verstehen und zu erfahren, welche Organisationen in Verdachtsfall zu kontaktieren
sind, damit potenzielle Opfer erkannt werden.
Die Ausstellung im Businnern ist daher in die folgenden Blöcke aufgeteilt: die
Definition und allgemeine Informationen zu Menschenhandel und Organisationen,
die in der Schweiz helfen können; Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen
Ausbeutung; zur Ausbeutung der Arbeitskraft; Kinderhandel sowie ein Quiz und die
Angaben zu den Projektpartnern. Mitglieder und Partner des Walliser runden
Tisches, darunter die OHG-Beratungsstellen und die Walliser Kantonspolizei,
werden den Besuchern für Informationen zur Verfügung stehen.
Das farbenfrohe Aussendesign mit der rosaroten Brille steht für die falschen, meist
geschönten Vorstellungen, die Opfer von Menschenhandel haben, bevor sie ins
Transit- oder Zielland kommen. Sie verlassen ihre Heimat mit grosser Hoffnung. Die
Opfer werden getäuscht und realisieren bald, wie bitter die Realität ist. Ihre
Hoffnungen zerschlagen sich. Die Realität ist weit von einer „rosaroten Welt“
entfernt. Sie werden Opfer von Ausbeutung und Missbrauch.
Gleichzeitig gilt der Slogan „Lass dich nicht blenden“ auch für die Schweizer
Bevölkerung. Menschenhandel ist kein Phänomen, das nur andere Länder betrifft.
Auch in der Schweiz werden Menschen ausgebeutet und Opfer von
Menschenhandel. Lass dich nicht blenden – schau hin!


