Weil er in zwei Kliniken in Niedersachsen zahlreiche Patienten getötet haben soll, sitzt der ehemalige Krankenpfleger Niels H. in Haft. Die Ermittlungen laufen weiter. Die Zahl der Opfer ist vermutlich noch deutlich höher als bislang angenommen.
Nach zwei Prozessen wegen zweifachen Mordes, drei versuchten Morden und einer gefährlichen Körperverletzung wurde Niels H. 2008 und 2015 nach zwei Prozessen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Neuen Ermittlungsergebnissen zufolge soll der heute 40-Jährige weitere 40 Menschen auf dem Gewissen haben.
Der ehemalige Krankenpfleger hatte gestanden, während seiner Anstellung in Krankenhäusern in Oldenburg und Delmenhorst rund 90 Patienten in einen lebensbedrohlichen Zustand versetzt zu haben, um sie anschliessend zu reanimieren. H. soll seine Opfer mit Herzmedikamenten getötet haben.
Bislang musste sich der Serienkiller für sechs Taten verantworten. Alle Fälle sollen sich in der Intensivstation der Klinik in Delmenhorst ereignet haben.
Niels H. wollte als Held dastehen
Vor Gericht gestand Niels H., den Schwerkranken ein Medikament gespritzt zu haben, das Herzversagen oder einen Kreislaufkollaps auslöst. Danach versuchte er seine Opfer wiederzubeleben. Dadurch wollte er als Held dastehen. 2005 flog der Serienmörder jedoch auf, als ihn eine Arbeitskollegin in flagranti erwischte.
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