Die Zahl der registrierten Straftaten gegen das Strafgesetzbuch ist 2019 in der Schweiz auf tiefem Niveau stabil geblieben. Angestiegen sind jedoch die Delikte, die dem Bereich Cyberkriminalität zuzuordnen sind. Dazu gehören unter anderem der Betrug und der betrügerische Missbrauch einer EDV-Anlage, aber auch die Herstellung, die Verbreitung und der Konsum von harter Pornografie. Die Schweizer Polizeien begegnen dieser Entwicklung mit einer zunehmenden Vernetzung.
«Die Schweizer Bevölkerung durchlebt in diesen Tagen wegen des Coronavirus eine ausserordentlich
schwierige Situation», erklärt KKPKS-Präsident Stefan Blättler. Neben dem Gesundheits- und dem
Wirtschaftsbereich sind auch die Sicherheitskräfte gefordert. «Wir wollen alles in unserer Macht stehende tun, um den Menschen zumindest in diesem Bereich Sicherheit zu geben», meint Stefan Blättler. Dementsprechend hat der Führungsstab Polizei bereits zu einem frühen Zeitpunkt die Arbeit aufgenommen und führt ein polizeiliches Lagebild. «Gleich wie auch bei Grosseinsätzen leben wir hier
den solidarischen Gedanken über die Kantonsgrenzen hinaus und halten uns bereit, andere Korps bei
personellen Engpässen zu unterstützen und die Sicherheit zu gewährleisten», erklärt der KKPKS-Präsident.
Auch in dieser Situation stellt eine der Aufgaben der Polizeien die Aufklärung der Kriminalität im Internet dar und es ist nicht erstaunlich, dass sich Kriminelle bereits jetzt die Situation zu Nutze gemacht haben. Diese Entwicklung wird auch durch die Kriminalitätsstatistik bestätigt. So ist zwar die
Zahl der von den kantonalen Polizeikorps gemeldeten und registrierten Straftaten gegen das Strafgesetzbuch laut dem Bundesamt für Statistik 2019 zum siebten Mal in Folge zurückgegangen. Allerdings
fiel der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr mit 0,2 Prozent auf 432’000 Delikte geringfügig aus. Während die Straftaten gegen das Vermögen leicht rückläufig waren, stieg die Zahl der Gewaltstraftaten
an. So stiegen sowohl die Fälle von schwerer als auch minderschwerer Gewalt an. Zugenommen haben auch die Straftaten gegen die sexuelle Integrität, nämlich von 7’498 auf 8’189 Delikte. Zugenommen haben dabei die Fälle von Vergewaltigungen und insbesondere die Delikte im Bereich Pornografie (+56%).
Netzwerk gegen die Kriminalität im Internet
Ein grosser Teil der Pornografie-Straftaten ist im Internet verübt worden. Dass die Zahl der Cyberdelikte – wie erwartet – weiter ansteigt, zeigt auch die Zunahme der Betrugsdelikte. So musste im Bereich Betrug ein Anstieg um 1’287 auf 17’606 Delikte sowie beim betrügerischen Missbrauch einer
EDV-Anlage eine Zunahme um 598 auf 5’583 Delikte verzeichnet werden.
Die kantonalen Polizeikorps und fedpol haben ihre Kräfte im Kampf gegen die Cyberkriminalität weiter gebündelt. Das Netzwerk der Polizeibehörden zur Ermittlungsunterstützung gegen die digitale Kriminalität (NEDIK) setzt sich aus polizeilichen Spezialisten zusammen, die zum Ziel haben, die polizeiliche Zusammenarbeit zwischen den Kantonen und dem Bund zu fördern sowie neue Arbeitsprodukte
und effiziente Ermittlungsmethoden zu entwickeln. «Der zeitnahe Austausch untereinander auch zu
aktuellen Phänomenen hat sich absolut bewährt», zieht der KKPKS-Präsident Stefan Blättler Fazit. So
erlaubt beispielsweise eine aktuelle Fallübersicht die Bündelung der Kräfte und die Zuordnung einer
Fallführung. Damit konnten gemeinsame Ermittlungserfolge über die Landesgrenzen hinaus erzielt
werden. Dank diesem Austausch lassen sich im komplexen Umfeld von Cyberdelikten die raren Ermittlungsansätze gewinnen. Auch im Bereich der Prävention werden über das Netzwerk Massnahmen gesamtschweizerisch koordiniert und gemeinsame Produkte erarbeitet. «Trotz der verstärkten
Ermittlungsmassnahmen sind Sicherheitsvorkehrungen und eine gesunde Vorsicht immer noch das
beste Mittel zur Verhinderung von Verbrechen», erklärt Stefan Blättler.

