Tierischer Polizeieinsatz in Nordrhein-Westfalen. Die Beamten retteten einen angefahrenen Greifvogel namens "Hermann".
Am Samstagnachmittag, gegen 19.10 Uhr, erhielt die Polizeiwache Bünde Kenntnis über ein Hilfeersuchen von der Wallenbrücker Strasse in Spenge. Vor Ort teilte ein Verkehrsteilnehmer mit, dass ein Greifvogel während der Fahrt gegen die Windschutzscheibe geflogen war.
Durch die Wucht des Aufpralls fiel der Vogel auf die Fahrbahn und zumindest einer seiner Flügel wurde von einem nachfolgenden Kraftfahrzeug überrollt. Anschliessend schleppte sich das verletzte Tier etwa fünfzig Meter in ein angrenzendes Waldstück.
Durch Zeugenhinweise und einer kurzen Nachsuche konnten die eingesetzten Beamten den Greifvogel im Wald auffinden. Es handelte sich um einen Bussard, der mit einer Flügelmarke mit der Kennzeichnung "E8" versehen war.
Anfängliche Skepsis
Nach kurzer Beratung, entschlossen sich die Polizisten aufgrund der gebotenen Eile selbst zu handeln. Der Bussard war zunächst skeptisch, musste aber gespürt haben, dass es sich bei diesen Menschen um "Freund und Helfer" gehandelt hat. Da die Bezeichnung "E8" nicht die mittlerweile gute Beziehung zwischen Bussard und Polizei widerspiegelte, tauften die Beamten den Vogel auf den Namen "Hermann".
"Hermann" konnte ohne grösseren Widerstand in eine Decke gewickelt werden und zur Polizeiwache Melle verbracht werden. Dort sollte er durch die Tierrettung in Empfang genommen werden.
In Melle eingetroffen, begrüssten die niedersächsischen Polizisten ihre Kollegen aus Westfalen mit den Worten: "Habt ihr einen Vogel?" Nach der wahrheitsgemässen Antwort: "Ja, aber einen grossen!" und einem kurzen Übergabegespräch wurde "Hermann" an einen Vertreter der "Artenschutz-Betreuungsstation Osnabrück e. V." übergeben.
Auswilderung soll erfolgen
Nach Aussage einer Mitarbeiterin der Station war der Greifvogel bei der Einlieferung in einem denkbar schlechten Zustand. Zum Abklingen einer Gehirnerschütterung und Prellung wird er noch einige Tage in der Station tierärztlich behandelt und soll dann nach vollständiger Genesung und Flugtests in einer Rehabilitationsvoliere wieder ausgewildert werden.

