Die internen Untersuchungen zum Zwischenfall mit einem Philippinen-Krokodil im Zoo Zürich sind abgeschlossen.
Am 23. Dezember 2019 kam es bei Unterhaltsarbeiten im Krokodilgehege des Zoo
Zürich zu einem tragischen Arbeitsunfall. Die zuständige Tierpflegerin betrat, nachdem
sie das einzelne Philippinen-Krokodil vorschriftsgemäss im einen Gehegeteil abgetrennt
hatte, den benachbarten anderen Gehegeteil für die auszuführenden Arbeiten. Die
Trennung zwischen den beiden Teilen besteht aus einem Netzwerk künstlicher
Mangrovenwurzeln. Bei Arbeiten in der Nähe dieser Trennwand gelang es dem Krokodil,
durch einen Zwischenraum hindurch mit der Schnauzenspitze die Hand der Pflegerin zu
fassen und durch den Zwischenraum hindurch zu ziehen.
Da die Gefahr bestand, dass das sich im Wasserteil befindliche Krokodil versuchen
könnte, sich um die eigene Achse zu drehen - was den Verlust der Hand bedeutet hätte -
fixierte einer der zur Hilfe geeilten Tierpfleger von sicherem Grund aus das Krokodil an
dessen Vorderbeinen. Da alle Versuche scheiterten, das Krokodil zum Loslassen der Hand
zu bewegen, und eine Narkose unter den gegebenen Umständen kaum in nützlicher Zeit
die gewünschte Wirkung erzielt hätte, wurde der Entscheid getroffen, das Tier zu töten. Dies erfolgte mit allen nötigen Sicherheitsvorkehrungen durch einen Schuss aus einer
Pistole aus der Notfallausrüstung des Zoo Zürich.
Tierpflegerin operiert
Die Tierpflegerin wurde durch die Sanität ins Spital überführt, wo ihre schwerverletzte
Hand einer mehrstündigen Operation unterzogen wurde. Die Tierpflegerin ist wieder
zuhause, es geht ihr den Umständen entsprechend gut. Der von Therapien begleitete
Heilungsprozess wird längere Zeit in Anspruch nehmen.
Die Abklärungen zu diesem Unfall sind abgeschlossen; der Vorfall wird als tragischer
Arbeitsunfall eingestuft. Ein künftiger Besatz der Krokodilanlage ist zur Zeit in Diskussion.


