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Wie Bürger durch Lizenzprüfungen Online-Betrug effektiv verhindern

25.02.2026 | 00:01

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Wie Bürger durch Lizenzprüfungen Online-Betrug effektiv verhindern

(Symbolbild) (Bildquelle: TheDigitalArtist (CC0))

Polizeibehörden in der ganzen Schweiz registrieren eine besorgniserregende Zunahme digitaler Delikte. Kriminelle Netzwerke nutzen die Anonymität des Netzes und die Gutgläubigkeit der Nutzer gezielt aus. Da die Täter oft im Ausland sitzen und Spuren digital verwischen, wird die Eigenverantwortung der Bürger umso wichtiger. Kriminalprävention beginnt heute am Bildschirm, und ein zentrales Werkzeug ist die Überprüfung von Lizenzen und behördlichen Zulassungen. Sie stellen oft den einzigen verlässlichen Indikator für die Integrität eines Online-Dienstes dar

Behördliche Lizenzen als stärkster Schutz

Der wirksamste Schutz gegen Online-Betrug ist die konsequente Prüfung behördlicher Zulassungen. Im analogen Leben vertrauen wir darauf, dass eine Bank oder ein Geschäft über eine Betriebserlaubnis verfügt. Im digitalen Raum muss dieses Vertrauen aktiv verifiziert werden. Eine behördliche Lizenz bedeutet, dass ein Anbieter von staatlichen Stellen geprüft wurde, Sicherheitsstandards einhalten muss und im Falle von Unregelmässigkeiten greifbar ist. Fehlt eine solche Lizenz, operiert der Anbieter im rechtlichen Graubereich oder ist schlichtweg illegal.
Besonders in Branchen mit Geldflüssen ist diese Prüfung essenziell. Im Bereich der Online-Casinos etwa hat die Schweiz durch das Geldspielgesetz klare Strukturen geschaffen: Illegale ausländische Anbieter werden mittels Netzsperren blockiert, und nur konzessionierte Schweizer Casinos dürfen ihr Angebot betreiben. Die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) erteilt Konzessionen nur an geprüfte Anbieter, deren Legalität nachgewiesen ist und die unter strenger Aufsicht stehen. Nutzer können auf der offiziellen ESBK-Liste jederzeit überprüfen, ob ein Casino-Anbieter tatsächlich zugelassen ist, bevor sie Geld einzahlen. Ähnlich führt die FINMA öffentliche Register zugelassener Finanzdienstleister. Diese "Allow-Lists" der Behörden sind ein mächtiges Werkzeug: Kriminelle können zwar Webseiten fälschen, sich aber nicht in die offiziellen Datenbanken eintragen. Der kurze Abgleich mit diesen Registern kann vor massivem finanziellem Schaden bewahren.

Alarmierende Zunahme digitaler Kriminalität

Die Sicherheitslage im digitalen Raum hat sich verschärft. Kriminelle agieren heute hochprofessionell und nutzen modernste Technologien, um ihre Opfer zu täuschen. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Digitale Kriminalität ist 2024 um über ein Drittel gestiegen, wobei insgesamt über 59'000 Cyber-Verbrechen polizeilich registriert wurden. Über 90 Prozent davon fallen in den Bereich der Cyber-Wirtschaftskriminalität. Besonders besorgniserregend: Phishing-Angriffe nahmen um 56 Prozent zu, Fälle von Identitätsdiebstahl und Zahlungsmissbrauch verdoppelten sich.
Die Täter versuchen, durch gefälschte Nachrichten oder Webseiten an sensible Daten wie Passwörter und Kreditkarteninformationen zu gelangen. Ein klassisches Warnsignal ist der Aufbau von Zeitdruck: Angeblich gesperrte Konten oder auslaufende Fristen sollen Opfer zu schnellem Handeln drängen. Seriöse Unternehmen und Behörden setzen Kunden niemals auf diese Weise unter Druck. Auch der Blick auf die URL bleibt unverzichtbar: Betrüger nutzen sogenanntes "Typosquatting", bei dem bekannte Webadressen minimal verändert werden. Bei Online-Shops ist zudem Vorsicht geboten, wenn als einzige Zahlungsmethode Vorkasse per Überweisung angeboten wird.

Richtig reagieren im Schadensfall

Kommt es trotz Vorsichtsmassnahmen zu einem Betrug, ist schnelles Handeln entscheidend. Viele Opfer schämen sich und verzichten auf eine Anzeige, was den Tätern in die Hände spielt. Der erste Schritt ist die Sicherung von Beweisen: Screenshots, E-Mails, Chatverläufe und Zahlungsbelege sind für die polizeiliche Ermittlung unverzichtbar. In der Schweiz nimmt das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) Meldungen entgegen und analysiert Bedrohungslagen. Die Statistiken belegen den Handlungsbedarf: Vorfälle von Internet-Betrug erreichen regelmässig Höchststände. Für die strafrechtliche Verfolgung ist eine formelle Anzeige bei der Kantonspolizei nötig; über "Suisse ePolice" kann dies in vielen Kantonen direkt online geschehen. Betroffene sollten zudem kompromittierte Kreditkarten und Online-Banking-Zugänge sofort sperren lassen. Nur durch konsequentes Melden können Ermittler Muster erkennen, Tätergruppen identifizieren und das Netz für alle sicherer machen.

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