Zürich – Polizei zieht Bilanz im Kampf gegen Raser und Autoposer
Redaktion Polizeiticker Schweiz
Unfall am Zeltweg (Bildquelle: Stadtpolizei Zürich)
In Zürich geht die Stadtpolizei seit mehreren Jahren gezielt gegen Raserdelikte und die Autoposer-Szene vor. Dabei wurden hunderte Personen festgenommen oder angezeigt und zahlreiche Fahrzeuge sichergestellt. Neben Kontrollen setzt die Polizei auch auf Prävention.
Als RaserIn gilt laut Gesetz, wer die signalisierte Höchstgeschwindigkeit massiv überschreitet, an einem illegalen Rennen mit Motorfahrzeugen teilnimmt oder waghalsig überholt. Ein Raserdelikt liegt zudem vor, wenn LenkerInnen vorsätzlich Verkehrsregeln missachten und dabei ein hohes Risiko eingehen, andere schwer zu verletzen oder zu töten.
Im Jahr 2020 beschloss die Stadtpolizei Zürich, sich verstärkt auf dieses Thema zu spezialisieren. 2021 nahm innerhalb der Verkehrspolizei eine neu geschaffene Fachgruppe ihre Ermittlungen auf. Die Zwischenbilanz nach fünf Jahren: Bis Ende 2025 wurden 295 Personen wegen eines Raserdelikts festgenommen und an die Staatsanwaltschaft überwiesen.

Verkehrsunfall an der Stockerstrasse (Bildquelle: Stadtpolizei Zürich)
142 davon rasten auf dem Gebiet der Stadt Zürich. Dabei war der Schnellste mit 175 km/h bei erlaubten 50 km/h unterwegs. Der jüngste Beschuldigte war gerade einmal 14 Jahre alt, der älteste 62. Bei 153 Fällen ergaben die zum Teil aufwändigen Ermittlungen, zum Beispiel über Handyvideos, dass Delikte ausserhalb der Stadt begangen wurden.
Auch gegen Autoposer und Autoposerinnen engagiert
Die Stadtpolizei Zürich ermittelt seit Jahren auch aktiv in der AutoposerInnen-Szene. Sie führt gezielte Kontrollen durch, stellt abgeänderte Fahrzeuge sicher, sperrt vorübergehend Gebiete für den Autoverkehr ab und spricht Wegweisungen an die betroffenen FahrzeuglenkerInnen aus. Von 2020 bis 2025 gab es über 400 koordinierte Kontrollen gegen die AutoposerInnen Szene.

Unfall mit BMW (Bildquelle: Stadtpolizei Zürich)
Über 2700 Personen wurden verzeigt, weil ihre Fahrzeuge illegal abgeändert wurden oder technische Mängel aufwiesen. Fast 700 Personen wurden an die zuständige Untersuchungsbehörde überwiesen, weil sie vermeidbaren Lärm erzeugten. Zudem wurden 380 Fahrzeuge sichergestellt und mehrere Hundert Personen weggewiesen.

Unfall mit Motorrad (Bildquelle: Stadtpolizei Zürich)
Wichtige Präventionsarbeit
Die Stadtpolizei Zürich ist auch im Bereich der Prävention aktiv. Sie führt gezielt Aufklärungsveranstaltungen an Berufsschulen durch, um angehende NeulenkerInnen zu sensibilisieren. Dabei wird aufgezeigt, wie schnell durch riskantes Fahrverhalten andere Menschen gefährdet werden können.

Heftiger Unfall (Bildquelle: Stadtpolizei Zürich)
Zudem wird erklärt, dass bei einem Raserdelikt eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr, ein mehrjähriger Führerausweisentzug sowie ein Eintrag im Strafregister die Folgen sind. Kommt es zusätzlich zu Sach- und/oder Personenschäden, fordern die Versicherungen in der Regel einen Teil der Kosten zurück, was auch eine jahrelange finanzielle Belastung bedeutet.
Seit mehreren Jahren läuft zudem eine Kampagne, die auf diese Problematik aufmerksam macht. Auch über die Social-Media-Kanäle der Stadtpolizei Zürich werden regelmässig Präventionsvideos verbreitet.
Quelle der Polizeinachricht: Stapo ZH


