Zürich – Trockenheit lässt Pegel des Zürichsees weiter sinken
Redaktion Polizeiticker Schweiz
Wegen der anhaltenden Trockenheit sinkt der Pegel des Zürichsees weiter. Ab dem 1. Oktober wird deshalb der Abfluss von 30 auf 20 Kubikmeter pro Sekunde reduziert. Damit sollen unter anderem Einschränkungen für Schifffahrt, Zürichsee-Fähre und Seerettung begrenzt werden.
Der Kanton Zürich reduziert im Einvernehmen mit den Kantonen Aargau, Schwyz und St. Gallen sowie dem Bundesamt für Umwelt BAFU den Abfluss aus dem Zürichsee von 30 auf 20 Kubikmeter pro Sekunde.
Wegen der anhaltenden Trockenheit fliesst dem Zürichsee zurzeit weniger Wasser zu, als aus ihm abfliesst. Dadurch sinkt der Seepegel kontinuierlich. Gemäss den aktuellen Wetter- und Abflussprognosen ist kurzfristig keine wesentliche Entspannung zu erwarten.
Ein weiter sinkender Wasserstand droht insbesondere den Betrieb der Zürichsee-Fähre, der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft und der Seerettung zu beeinträchtigen.
Auch die Bauarbeiten der Stadt Zürich für die Erneuerung der Rathausbrücke sind betroffen: Bei zu tiefem Wasserstand können die benötigten Schwimmpontons nicht mehr eingesetzt werden. Die Arbeiten müssten dann eingestellt werden, was zu Verzögerungen und zusätzlichen Kosten führen würde.
Der Kanton Zürich hat den Abfluss aus dem Zürichsee angesichts der beginnenden Hitzeperiode bereits Mitte Juli auf 30 Kubikmeter pro Sekunde reduziert. Im August vereinbarten das BAFU und die Kantone Zürich, Aargau, Schwyz und St. Gallen, weiterhin 30 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus dem Zürichsee abfliessen zu lassen, um das Risiko eines Fischsterbens in der Limmat zu reduzieren. Dafür nahmen sie in Kauf, dass der Seepegel unter die im Reglement festgelegte Untergrenze sinkt.
Seither ist der Seepegel weiter gesunken. Gleichzeitig sind die Wassertemperaturen in der Limmat inzwischen deutlich tiefer und nicht mehr kritisch für kälteliebende Fischarten wie Forellen oder Äschen. Angesichts dieser veränderten Bedingungen wurde die Situation neu beurteilt. Auf Antrag des Kantons Zürich haben das BAFU und die beteiligten Kantone am 30. September 2026 zugestimmt, den Abfluss auf 20 Kubikmeter pro Sekunde zu reduzieren. So bleibt mehr Wasser im See, und sein Pegel sinkt langsamer.
Auswirkungen auf die Limmat berücksichtigt
Ein geringerer Seeabfluss bedeutet zugleich weniger Wasser in der Limmat. Dies wirkt sich auf das Ökosystem und die Wasserkraftproduktion aus. Nach Einschätzung der Fischerei- und Jagdverwaltung des Kantons Zürich ist das Risiko eines Fischsterbens in der Limmat wegen der tieferen Wassertemperaturen heute geringer als während der heissen Sommerwochen. Negative Auswirkungen auf die Fische und andere Wasserlebewesen lassen sich dennoch nicht gänzlich ausschliessen, da mit dem geringeren Abfluss auch die Wassertiefe und die verfügbaren Lebensräume in der Limmat abnehmen.
Die Reduktion des Seeabflusses auf 20 Kubikmeter pro Sekunde ist vorerst bis Ende Oktober befristet. Dann wird die Situation auch mit Blick auf die beginnende Laichzeit der Forellen neu beurteilt.
Quelle der Polizeinachricht: Kanton Zürich / Bundesamt für Umwelt BAFU
