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Zürich ZH - Busse trotz nettem Brief: Ist die Stadtpolizei zu streng?

Stadtpolizei Zürich

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Weil Nadja von Ah in Zürich ZH parken wollte, aber nicht konnte, schrieb sie einen netten Brief. Eine Busse erhielt sie dennoch. Zu streng oder vollkommen legitim? Jeder kann sich seine eigene Meinung bilden.

Während in der Schweiz in den letzten Tagen teilweise doch nicht ganz so angenehme Temperaturen herrschten, genoss Nadja von Ah aus Thalwil ihren beruflichen Aufenthalt im warmen Thailand. Am Mittwoch kehrte die Dame schliesslich in ihre Heimat zurück und wollte sich einen Coiffeurbesuch gönnen. Sie parkte ihren Jeep an der Dufourstrasse in Zürich. Anschliessend lief sie zur Parkuhr, um diese mit Münzen zu füttern. Die Parkuhr spielte allerdings nicht mit. Sie schluckte das Geld nicht.
Weil es Nadja von Ah sehr eilig hatte, schrieb sie einen freundlichen Hinweis an die Verkehrspolizei. "Der Taxometer ist kaputt! Fünfliber fällt durch! Bitte anrufen", stand auf dem Zettelchen. Dazu schrieb sie ihre Handynummer sowie die Adresse des Coiffeurs auf ein Blatt Papier und klebte es an die Autoscheibe.
Wenig später kam tatsächlich eine Politesse. Wie ein Zeuge gegenüber "Blick" aussagte, las die Verkehrspolizistin die Nachricht. Anstatt anzurufen, machte sie jedoch ein Foto und klemmte eine Busse unter den Scheibenwischer. Diese lautete: 40 Franken, zahlbar innert 30 Tagen.
Von Ah: "Lüge nicht wegen fünf Franken!"
Als Nadja von Ah mitkriegt, dass sie tatsächlich eine Busse zahlen muss, ist sie fassungslos. "Haben die nichts Besseres zu tun?" Wegen fünf Franken würde sie doch nicht lügen und solche Notizen hinterlassen.
Wie von Ah zum "Blick" sagt, sieht sie das Problem grundsätzlich in der städtischen Mentalität: "Das war mal anders! Mehr Sex, mehr Humor und mehr Menschlichkeit würden den meisten hier echt gut tun."
Natürlich liess es sich die Stadtpolizei nicht nehmen, die Busse zu rechtfertigen. "Unsere Mitarbeiter haben für solche Fälle immer Münz bei sich, um die Parkuhr zu testen", erklärt Polizeisprecher Marco Cortesi.
Anderes Geldstück zur Überprüfung verwenden
Die "Parksünderin" rückt nicht von ihrer Darstellung ab: "Ich lüge nicht, mein Fünfliber fiel durch!" Zudem stellt sie sich die Frage, ob sich die Beamtin zu schade war, um im wenige Meter entfernten Friseurladen vorbeizuschauen.
Für Cortesi keine Option. Die Begründung: "Die Mitarbeiterin hat korrekt nach den gesetzlichen Vorschriften gehandelt. Es tut mir leid, dass das Fünffrankenstück von Frau von Ah vom Automaten nicht richtig erkannt wurde."
Busse wird nicht angefochten
Seiner Meinung nach wäre es durchaus zumutbar gewesen, dass die Dame ein anderes Geldstück verwendet hätte, um zu testen, ob der Automat kaputt sei. "Dass sie eine Notiz hinterlassen hat, war jedoch richtig, darum wurde die Parkuhr überprüft", hält der Polizeisprecher fest.
Theoretisch könnte Nadja von Ah die Busse noch beim Stadtrichter anfechten. "Das ist mir zu dumm. Ich zahle jetzt die 40 Franken. Die hätte man lieber gespendet", meint sie etwas angefressen.

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