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20’000 Bussen an einem Tag – Polizei testet Handy-Blitzer

01.04.2026 | 09:30

Redaktion Polizeiticker Schweiz

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20’000 Bussen an einem Tag – Polizei testet Handy-Blitzer

(Symbolbild) (Bildquelle: Drazen Zigic von Freepik)

Bei einem Testeinsatz von Handy-Blitzern in mehreren Schweizer Städten wurden innerhalb eines Tages über 20’000 Verstösse registriert. Die daraus resultierenden Bussen könnten Einnahmen in Millionenhöhe generieren.

Im Rahmen eines eintägigen Pilotversuchs hat die Polizei auf Autobahnabschnitten in den Ballungsräumen Bern, Basel, Zürich, Winterthur, St. Gallen und Luzern erstmals sogenannte „Handy-Blitzer“ eingesetzt. Die Systeme dienen der automatisierten Erkennung von Fahrzeuglenkenden, die während der Fahrt ein Mobiltelefon benutzen.
Die Auswertung des Testtages zeigt eine deutliche Anzahl an Verstössen: Innerhalb von 24 Stunden wurden über 20’000 Fälle registriert. Die entsprechenden Bussenbescheide werden in den kommenden Tagen durch die zuständigen Stellen versendet.
Auf Basis der festgestellten Verstösse und der geltenden Ordnungsbussen ergibt sich für den Testtag ein geschätztes Bussenvolumen im Bereich von mindestens zwei Millionen Franken. Die Einnahmen sollen unter anderem in die Präventionskampagne „Ablenkung kann töten“ fliessen, welche in der gesamten Schweiz ausgerollt werden soll.

Ablenkung am Steuer als zunehmendes Problem

Ablenkung im Strassenverkehr stellt weiterhin eine relevante Unfallursache dar. Schätzungen zufolge ist sie jährlich an einer Vielzahl von Verkehrsunfällen beteiligt, teils mit schwerwiegenden Folgen.
Insbesondere das Schreiben von Nachrichten während der Fahrt gilt als besonders risikoreich, da es die Aufmerksamkeit über mehrere Sekunden vollständig vom Verkehrsgeschehen ablenkt. Dies ist besonders auf Strassen mit Gegenverkehr sehr gefährlich, wenn bereits eine kurze Abklenkung genügt, um auf die Gegenfahrbahn zu kommen und dort mit dem Gegenverkehr frontal kollidiert.

Mögliche rechtliche Konsequenzen

Neben Ordnungsbussen kann die Nutzung eines Mobiltelefons am Steuer – insbesondere bei konkreter Gefährdung oder auffälligem Fahrverhalten, auch weitergehende Konsequenzen nach sich ziehen. In solchen Fällen sind Anzeigen sowie deutlich höhere Strafen möglich.

Funktionsweise der neuen Systeme

Die eingesetzten Handyblitzer basieren auf kameragestützten Systemen, die mithilfe von Software automatisiert auswerten, ob ein Mobiltelefon verwendet wird. Dabei werden Bildaufnahmen analysiert und entsprechend klassifiziert. Zur Sicherstellung der Qualität werden auffällige Aufnahmen zusätzlich durch geschultes Personal überprüft, bevor weitere Schritte eingeleitet werden.

Handy-Blitzer bereits in Deutschland im Einsatz

Vergleichbare Systeme sind bereits in anderen europäischen Ländern im Einsatz. In Deutschland werden solche Anlagen seit einiger Zeit genutzt, um Ablenkung am Steuer gezielt zu erfassen und zu ahnden.

Weiteres Vorgehen wird geprüft

Die Polizei weist darauf hin, dass es sich um einen Pilotversuch handelt. Eine mögliche Weiterführung oder Ausweitung des Einsatzes wird derzeit geprüft. Die 50 im Pilotversuch verwendeten Systeme gehen vorerst wieder an den Hersteller.

Ablenkung kann töten

Lassen Sie sich nicht ablenken! Jedes Jahr gibt es in der Schweiz rund 1100 schwer verletzte und 50 getötete Personen bei Verkehrsunfällen, die auf Ablenkung und Unaufmerksamkeit zurückzuführen sind. Mit einer neuen Kampagne wollen die Zentralschweizer Polizeikorps sensibilisieren und insbesondere dem Handy am Steuer entgegenwirken.

Wer sich im Strassenverkehr bewegt, sollte seine ganze Konzentration darauf richten. Das ist angesichts der zahlreichen Ablenkungsquellen nicht immer einfach. Schnell eine SMS schreiben, kurz das Navigationsgerät bedienen oder einen Radiosender suchen – schon kleine Ablenkungsmomente können im Strassenverkehr fatale Folgen haben. Neben Vortrittsmissachtung gehören Unaufmerksamkeit und Ablenkung zu den Hauptursachen für schwere Verkehrsunfälle. Wer am Steuer abgelenkt ist, muss je nach Fall mit einer hohen Busse, dem Führerausweisentzug oder sogar einer Freiheitsstrafe rechnen.

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