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Europol – Extremisten verbreiten Propaganda in Online-Spielen

Redaktion Polizeiticker Schweiz

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Mehrere Computerbildschirme und leuchtende Tastaturen sind in einem dunkelblauen Raum zu sehen, der eine Gaming-Umgebung suggeriert.
Symbolbild (Bildquelle: Adobe Stock - Seventyfour)

Extremistische Gruppen nutzen zunehmend Online-Spiele, um Propaganda zu verbreiten und junge Menschen zu erreichen. Bei einer internationalen Aktion unter Leitung von Europol wurden mehr als 9'000 Links zu terroristischen und gewaltverherrlichenden Inhalten auf 47 Plattformen gemeldet.

Europol hat gemeinsam mit Spanien eine internationale Aktion gegen extremistische und terroristische Inhalte in Online-Spielen koordiniert. An dem sogenannten Referral Action Day beteiligten sich spezialisierte Einheiten aus 16 Ländern.
Im Mittelpunkt standen Online-Communitys, die Rollenspiele nutzen, um extremistische Ideologien zu verbreiten und terroristische Organisationen zu verherrlichen.
Die Ermittler identifizierten mehr als 9'000 Links zu Inhalten mit jihadistischer, rechtsextremistischer, linksextremistischer und anarchistischer Gewaltpropaganda sowie terroristischen Botschaften.
Das Material wurde über insgesamt 47 soziale Netzwerke und Gaming-Plattformen verbreitet. Die entsprechenden Links wurden den jeweiligen Plattformbetreibern zur Überprüfung gemeldet.

Terroristische Anschläge in Online-Spielen nachgestellt

Nach Angaben von Europol nutzen extremistische Gruppen sogenannte Live-Action-Rollenspiele (LARPing), um innerhalb virtueller Spielumgebungen die Strukturen, Symbole und Erzählungen terroristischer Organisationen nachzubilden.
Dabei schlüpfen Teilnehmer beispielsweise in die Rollen von Mitgliedern terroristischer Gruppierungen oder stellen reale Terroranschläge nach.
Solche Aktivitäten können sich zu organisierten Netzwerken entwickeln, die gezielt Propaganda erstellen und verbreiten.

Auch Minderjährige im Visier

Besonders besorgniserregend ist laut Europol, dass diese Communitys auch junge Menschen und Minderjährige erreichen.
Durch die Einbindung extremistischer Ideologien in interaktive Spielerlebnisse sollen neue Anhänger gewonnen und radikale Weltanschauungen verbreitet werden.
Die Behörden warnen davor, dass solche Inhalte zur Radikalisierung beitragen und langfristig auch die Bereitschaft zu Gewalttaten fördern können.

Europol geht gegen Online-Propaganda vor

Die Aktion wurde von der EU Internet Referral Unit (EU IRU) koordiniert, einer Spezialeinheit von Europol zur Bekämpfung terroristischer und extremistischer Inhalte im Internet.
Ihre Aufgabe besteht unter anderem darin, entsprechende Inhalte aufzuspüren und den Plattformbetreibern zu melden.
Bereits 2025 hatte Europol eine vergleichbare Aktion gegen extremistische Propaganda auf Gaming-Plattformen durchgeführt.
Die aktuelle Massnahme ist Teil einer umfassenderen europäischen Strategie, mit der verhindert werden soll, dass Online-Spiele zur Verbreitung extremistischer Ideologien und zur Rekrutierung neuer Mitglieder missbraucht werden.
Europol will dafür insbesondere die Zusammenarbeit mit der Gaming-Branche verstärken.

Kategorien:

Ausland

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