Header Logo

Polizei

ticker

Aargau
Appenzell-Innerrhoden
Appenzell-Ausserrhoden
Basel-Landschaft
Basel-Stadt
Bern
Fribourg
Genf
Glarus
Graubünden
Jura
Luzern
Neuenburg
Nidwalden
Obwalden
Schaffhausen
Schwyz
Solothurn
St.Gallen
Thurgau
Tessin
Uri
Waadt
Wallis
Zug
Zürich
Fürstentum Liechtenstein
Internorm Banner

Europol verstärkt Kampf gegen Cannabisschmuggel nach Europa

Redaktion Polizeiticker Schweiz

Nächster ❯

Ein modernes Bürogebäude mit dem Europol-Logo auf einem Schild im Vordergrund. Das Gebäude hat eine nüchterne Architektur.
(Symbolbild) (Bildquelle: OSeveno, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0)

Europol reagiert auf den stark zunehmenden Cannabisschmuggel aus Nordamerika und Thailand nach Europa mit einer eigenen Taskforce. Hintergrund sind wachsende Liefermengen, hohe THC-Gehalte und organisierte Netzwerke, die internationale Unterschiede bei der Cannabis-Regulierung ausnutzen.

Der Cannabisschmuggel aus Nordamerika und Thailand nach Europa hat stark zugenommen, was auf das Überangebot auf den legalen Märkten und die Anpassungsfähigkeit organisierter krimineller Gruppen zurückzuführen ist. Zur Zerschlagung der kriminellen Netzwerke, die hinter dieser sich entwickelnden Bedrohung stehen, wurde eine spezielle operative Taskforce (OTF) von Europol eingerichtet.
Die Legalisierung von Cannabis in Kanada, Teilen der USA und Thailand hat zu einem Überschuss an hochwirksamen Produkten geführt, was Möglichkeiten für die Abzweigung in illegale Kanäle schafft. Kriminelle Gruppen nutzen regulatorische Unterschiede zwischen den Rechtsordnungen aus und wenden ausgefeilte Methoden wie das Verstecken in Fracht, Scheinfirmen und Online-Marktplätze an, um Cannabis nach Europa zu schmuggeln.

Herausforderungen und schwerwiegende Folgen

Der Anstieg des Cannabisschmuggels hat weitreichende Folgen und stellt in zahlreichen Bereichen erhebliche Herausforderungen dar. Organisierte kriminelle Gruppen, die am Handel beteiligt sind, stehen oft in Verbindung mit gewalttätigen Aktivitäten, Korruption und Geldwäscherei, was die Sicherheit innerhalb der EU weiter destabilisiert. Die Cannabisprodukte mit hohem THC-Gehalt, die über illegale Kanäle auf den Markt gelangen, bergen ernsthafte Gesundheitsrisiken, insbesondere für gefährdete Bevölkerungsgruppen, während beim unregulierten Anbau möglicherweise schädliche Pestizide zum Einsatz kommen.
Zudem sind die Umweltauswirkungen der illegalen Produktion gravierend, da unkontrollierte Betriebe übermässig viele Ressourcen verbrauchen und Umweltverschmutzung verursachen. Seit Mitte 2023 melden die EU-Mitgliedstaaten einen dramatischen Anstieg des Cannabisschmuggels per Luftfracht, in Containern und durch Kuriere, insbesondere aus Nordamerika und Thailand.

Fallbeispiel: Zerschlagung eines transatlantischen Drogennetzwerks

Am 30. September 2026 unterstützte Europol die belgischen und französischen Behörden bei der Zerschlagung einer grossen kriminellen Organisation, die Cannabis und Kokain über den Flughafen Brüssel schmuggelte. Die Ermittlungen, die im Februar 2025 nach der Entdeckung von 30 Kilogramm Kokain in zurückgelassenem Gepäck aus Mexiko begannen, deckten ein äusserst anpassungsfähiges Netzwerk auf, das Kuriere, «Extraktoren» und sogar mitwirkende Flughafenmitarbeiter einsetzte, um Sicherheitskontrollen zu umgehen. Die Echtzeit-Analyseunterstützung durch Europol und die Koordination mit Eurojust waren entscheidend für die Aufdeckung der Struktur und der Vorgehensweisen des Netzwerks.
Der Aktionstag führte zu Durchsuchungen in ganz Belgien und Frankreich sowie zur Festnahme von 19 Verdächtigen in Belgien und 2 in Frankreich, darunter Personen, die von Europol als besonders wichtige Zielpersonen eingestuft wurden. Die Strafverfolgungsbehörden beschlagnahmten mehr als 57'000 Euro in bar, eine Geldzählmaschine, 8 Fahrzeuge, 2 Schusswaffen, illegale Drogen, eine Reihe elektronischer Geräte und weitere Beweismittel. Zudem wurden Schmuck, eine Luxusuhr und andere Luxusgüter beschlagnahmt.
Quelle der Nachricht: Europol

Kategorien:

Ausland

Nächster ❯