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Europol Trackathon – Europaweite Jagd auf Schwerverbrecher

Redaktion Polizeiticker Schweiz

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Das Bild zeigt das moderne, mehrstöckige Gebäude von Europol in Den Haag mit dem Europol-Schriftzug an der Fassade.
Das Europol-Hauptquartier in Den Haag (Bildquelle: Von OSeveno - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=61482189)

Am 3. und 4. Juni 2026 suchten rund 100 Ermittler aus 31 Ländern beim ENFAST Trackathon in Den Haag nach Europas meistgesuchten Flüchtigen. Dabei entstanden neue Spuren in 56 Fällen.

Der Trackathon, organisiert vom Europäischen Netzwerk der Fahndungsteams (ENFAST) in Zusammenarbeit mit Europol, brachte Fahndungsermittler, Analysten und OSINT-Spezialisten zusammen, um Seite an Seite an laufenden Fällen zu arbeiten, in denen Verdächtige wegen schwerer Verbrechen wie Mord, bewaffnetem Raub und gross angelegtem Drogenhandel gesucht wurden.

Bedeutung des Trackathon

Der Begriff „Trackathon“ setzt sich aus den englischen Wörtern track (verfolgen) und marathon zusammen. Dabei arbeiten Ermittler, Fahnder und Internet-Spezialisten aus vielen Ländern über mehrere Tage hinweg intensiv zusammen, um flüchtige Straftäter aufzuspüren.

Sie analysieren digitale Spuren wie Social-Media-Profile, Telefonnummern, Online-Konten oder andere Hinweise im Internet. Ziel ist es, neue Ermittlungsansätze zu gewinnen und den Aufenthaltsort gesuchter Personen zu ermitteln.

Europaweite Suche nach gefährlichen Flüchtigen

Die im Rahmen der Operation ins Visier genommenen Personen konnten sich trotz umfangreicher Bemühungen der nationalen Fahndungsteams (FAST) bisher der Festnahme entziehen. Gegen alle liegen europäische Haftbefehle vor.
48 Stunden lang arbeiteten mehrsprachige Teams aus Ermittlern, Analysten und Digitalexperten zusammen, um in schwierigen Fällen neue Spuren zu generieren. Durch die Bündelung von Fachwissen aus ganz Europa wollten die Ermittler neue Erkenntnisse gewinnen, übersehene Zusammenhänge aufdecken und konkrete Hinweise gewinnen, um langjährige Ermittlungen voranzubringen.
Der Trackathon führte zur Überprüfung von 57 Fällen hochrangiger Flüchtiger. In 56 dieser Fälle ergaben sich neue Ermittlungsansätze, darunter in 26 Fällen, in denen die Ermittler Informationen über den möglichen Aufenthaltsort der Flüchtigen erhielten. Diesen Hinweisen wird nun auf nationaler Ebene von den jeweiligen FAST-Einheiten nachgegangen.
Die Initiative konzentrierte sich auf dringende Fälle, die von den ENFAST-Mitgliedsländern vorgeschlagen wurden. Mithilfe von OSINT- und Social-Media-Intelligence-Techniken arbeiteten die teilnehmenden Teams zusammen, um flüchtige Straftäter aufzuspüren, die sich weiterhin über Grenzen hinweg der Justiz entziehen.

Worum geht es bei ENFAST?

ENFAST ist ein Zusammenschluss europäischer Fahndungsteams, die gemeinsam nach flüchtigen Straftätern suchen und internationale Festnahmen koordinieren.

Jede digitale Spur kann zu einem Hinweis führen.

Die Ermittler analysierten die digitalen Spuren der Flüchtigen, darunter Telefonnummern, Social-Media-Konten, Online-Pseudonyme und andere digitale Spuren, um Hinweise auf ihren Aufenthaltsort, ihre Bewegungen, ihre Kontakte und ihre Unterstützungsnetzwerke zu finden.
Durch die Zusammenführung von Spezialisten aus verschiedenen Ländern wenden die Ermittler unterschiedliche Untersuchungsmethoden, Analyseinstrumente und kulturelle oder sprachliche Perspektiven auf denselben Fall an. In vielen Fällen kann dieser grenzüberschreitende Ansatz Informationen oder Zusammenhänge aufdecken, die sonst unbemerkt blieben.
Acht spezialisierte Teams arbeiteten gleichzeitig in einem schnelllebigen operativen Umfeld, das darauf ausgelegt war, den Informationsaustausch in Echtzeit und die sofortige operative Nachverfolgung zu maximieren.

Interventionsteams in ganz Europa in Bereitschaft

An der Operation waren rund 100 Personen beteiligt, darunter 50 OSINT-Experten. Während Analysten und Ermittler im Europol-Hauptquartier neue nachrichtendienstliche Hinweise entwickelten, blieben die FAST-Interventionsteams in ganz Europa rund um die Uhr in Bereitschaft, um sofort auszurücken, falls ein Flüchtiger aufgespürt würde.
Die vorherige Ausgabe des Trackathons , die im Jahr 2024 stattfand, brachte neue Ermittlungsansätze in 50 Fällen hervor, darunter mehrere Standorthinweise, denen später von nationalen Fahndungsteams nachgegangen wurde.
Die diesjährige Ausgabe wurde auch von Partnern aus dem Privatsektor unterstützt, die Fachwissen und operative Fähigkeiten im Bereich der Open-Source-Intelligence-Analyse beigesteuert haben.
Die Veranstaltung wurde von Europol und den französischen, belgischen und luxemburgischen FAST-Einheiten im Rahmen der aktuellen ENFAST-Präsidentschaft ausgerichtet.

Kategorien:

Ausland

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Europol Trackathon – Europaweite Jagd auf Schwerverbrecher