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Kanton Freiburg – Schwere Straftaten nehmen deutlich zu

23.03.2026 | 07:28

Redaktion Polizeiticker Schweiz

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Kanton Freiburg – Schwere Straftaten nehmen deutlich zu

(Symbolbild) (Bildquelle: Kantonspolizei Freiburg)

Die Kriminalstatistik 2025 für den Kanton Freiburg liegt vor. Im vergangenen Jahr stand die Kantonspolizei unter aussergewöhnlich hoher Belastung. Trotz stabiler Fallzahlen steigen schwere Gewalt, Cyberkriminalität und soziale Einsätze deutlich an und belasten die Ressourcen.

Was die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) betrifft, so ist im Jahr 2025 eine Stabilisierung zu verzeichnen. Straftaten gegen das Strafgesetzbuch verzeichnen eine stetige Zunahme von 3% (16'174 Fälle), mit einer ausgezeichneten Aufklärungsrate 45,4% (CH: 38,7%).
Diese Zahlen spiegeln jedoch nur einen Teil der Realität wider. Im Terrain war die Tätigkeit der Polizei weiterhin sehr intensiv. Die grosse Anzahl bearbeiteter Fälle generierte mehr als 27'600 Polizeirapporte (+6%) an die verschiedenen Behörden. Dieser Druck zeigt sich auch im Anstieg von 6% der Notrufe bei der Einsatz- und Alarmzentrale (EAZ).

Gewalt: Ein trügerischer Rückgang in Anbetracht der zunehmenden Härte der Taten

Das Paradoxon des Jahres 2025 liegt im allgemeinen Rückgang der Gewalttaten (-14%), der in starkem Kontrast zum deutlichen Anstieg der schweren Gewalttaten (46%) und der zur Kenntnis gebrachten Vergewaltigungen (64%) steht. Die tragischen Tötungsfälle von Epagny und Givisiez wirkten wie ein regelrechter Weckruf und machten deutlich, dass häusliche Gewalt nach wie vor ein zentrales Anliegen ist. Angesichts dieser Realität wird derzeit eine konsequentere interinstitutionelle Reaktion vorbereitet (spezifisches Gesetz, elektronische Armbänder, Alarme). An erster Stelle dieses Schutzes hängt das Handeln der Polizei nach wie vor von verfügbaren Mitteln ab; um dieses Projekt umzusetzen, sind daher zusätzliches Personal und zusätzliche Finanzmittel erforderlich.
Fast zweimal täglich sind die Polizeipatrouillen bei Einsätzen oder Meldungen im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt (+2%) mit menschlich komplexen Situationen konfrontiert. Diese erfordern ein hohes Mass an Professionalität in der sofortigen Umsetzung von Wegweisungsmassnahmen (in 20% der Fälle) sowie eine unverzichtbare Koordination mit den Verbänden und Einrichtungen, die in der Betreuung von Opfern und Täterinnen/Tätern tätig sind.
Die Prävention im Bereich häusliche Gewalt bleibt ein wichtiger Faktor des Dispositivs. Aus diesem Grund engagiert sich die Polizei und arbeitet aktiv mit dem Büro für Gleichstellung von Frau und Mann und für Familienfragen (GFB) an der Ausstellung «Stärker als Gewalt» zusammen. Die nationale Kampagne gegen häusliche, sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt wurde auch in den sozialen Netzwerken verbreitet und in den Empfangsbereichen aller Polizeiposten des Kantons ausgehängt.
Parallel dazu, erfordert die Bearbeitung von Straftaten gegen die sexuelle Integrität (+36%), mit einem markanten Anstieg der zur Kenntnis gebrachten Vergewaltigungen (+64%), vor allem aufgrund der im Juli 2024 eingeführten neuen strafrechtlichen Bestimmungen, immer spezialisiertere Ressourcen und Fachkompetenzen von der Kriminalpolizei.

Allgegenwärtige Betrugsfällen verdrängen nicht die allgemeine Kriminalität

Die allgemeine Kriminalität gibt weiterhin täglich Anlass zur Sorge, wobei insbesondere ein leichter Anstieg der Einbruch- und Einschleichdiebstähle (+3%) sowie ein deutlich stärkerer Anstieg der Fahrzeugdiebstähle (+22%) zu verzeichnen ist. Die meisten Diebstähle betreffen Automobile (+25%) und Fahrräder/E-Bikes (+25%).
Hinzu kommt die stetige Weiterentwicklung der Cyberkriminalität (+7%). Im letzten Jahr wurden 1'701 Cyber-Strafanzeigen aufgenommen mit einem Gesamtschaden von über 12 Millionen Franken. Trotz raffinierter krimineller Netzwerke trägt die Einstellung von Cyber-Spezialistinnen/-spezialisten jedoch Früchte: In Fällen im Zusammenhang mit Kryptowährung konnten fast 200'000 Franken sichergestellt werden. Der gesamte finanzielle Schaden im Zusammenhang mit digitalen Fällen ist im Kanton um 10% zurückgegangen.
Das Phänomen der «falschen Polizisten» betraf vor allem ältere Menschen im Kanton Freiburg, mit fast 200 registrierten Fällen und einem Schaden von 400'000 Franken, was teilweise zum allgemeinen Anstieg der Betrugsfälle (+16%) beitrug.
Angesichts der Entwicklung dieser Kriminalität fanden gezielte Präventionsaktionen in Zusammenarbeit mit dem Freiburger Gemeindeverband (FGV) statt, an denen mehrere hundert Personen in verschiedenen Gemeinden teilnahmen. Zudem wurde anlässlich der Umstellung auf die Winterzeit, im Rahmen einer bürgernahen Initiative, bei den Einwohnerinnen und Einwohnern des Kantons eine Sensibilisierungskampagne für Dämmerungseinbrüche durchgeführt.

Soziales Klima: Das menschliche Leid im Mittelpunkt der polizeilichen Intervention

Die tägliche Arbeit der Beamtinnen und Beamten ist heute erheblich von zunehmender sozialer Notlage geprägt, was eine ständige Anpassung erfordert. Interventionen für Personen in Schwierigkeiten sind um 22% gestiegen. Im gleichen Zusammenhang nehmen die Vermisstmeldungen um 56% explosionsartig zu, was regelmässig und in der Dringlichkeit den Einsatz erheblicher Ressourcen erfordert.
Auch wenn die Meldungen über Diskriminierung und Belästigung leicht zurückgegangen sind (-8%), belasten diese Verhaltensweisen das Zusammenleben weiterhin erheblich. Von den 116 gemeldeten Fällen wurden fast hundert Strafanzeigen erstattet und 67 Täterinnen/Täter bei den zuständigen Behörden angezeigt.

Verkehrssicherheit: Weniger Unfälle aber schwerwiegender Folgen

Wie die Kriminalität, zeigt sich auch auf den Freiburger Strassen eine Verschärfung der Verhaltensweisen. Auch wenn die Gesamtzahl der Strassenverkehrsunfälle stabil bleibt (1'079 Feststellungen, das sind zwei mehr als im Jahr 2024), verschärfen sich die Folgen auf tragische Weise, mit 12 verstorbenen Personen im Jahr 2025 (gegenüber 8 im Jahr 2024).
Gefährliche Verhaltensweisen wiegen schwer in dieser Bilanz: Bei Kontrollen wurden 1'010 Fälle von Trunkenheit am Steuer (+19%) und 611 Fälle von Fahren unter Betäubungsmitteleinfluss (+8%) festgestellt. Diese flagrante Missachtung der Regeln spiegelt sich im besorgniserregenden Anstieg der Fälle von Fahren ohne Führerausweis (258 Fälle, +22%), unter Führerausweisentzug (248 Fälle, +10%) und von Raserdelikten (27 Fälle, +29%) wider.
Die Kantonspolizei ist weiterhin auf den Strassen präsent, mit gezielten Kontrollen, die sowohl auf die Fahrfähigkeit als auch auf die Ausrüstung der Fahrzeuge gerichtet sind. Die Präventionsarbeit bei jungen Motorradfahrinnen und Motorradfahrern im Rahmen der Aktion «Komm und beherrsche dein Motorrad» im Frühling 2025 war ein grosser Erfolg. Diese Aktion wird daher auch in diesem Jahr wieder durchgeführt.

Beständigkeit der Institution: Unvermeidliche Priorisierung der Aufgaben

Um langfristig in einem zunehmend sicherheitsrelevanten, verfahrenstechnischen und finanziellen Kontext bestehen zu können, muss die Kantonspolizei Freiburg ihre Strukturen und Ressourcen kontinuierlich anpassen. Die konstante Intensität der Interventionen stellt die Polizistinnen und Polizisten auf eine harte Probe und die Tätigkeit seit Beginn des Jahres 2026 bestätigt diesen in den letzten Jahren beobachten Trend.
Um die Effizienz ihrer grundlegenden Aufgaben – Intervention, Ermittlung, Alarmierung im Katastrophenfall, Vollzug von administrativen und strafrechtlichen Entscheidungen – zu gewährleisten, wird die Institution strategische Entscheidungen treffen müssen. Diese Entwicklung wird unweigerlich mit einer rigorosen Priorisierung der Dienstleistungen und einer Optimierung unserer Arbeitsprozesse einhergehen.
Das traditionelle Modell des Polizeipostens als Schalterfunktion wird sich zu einem dynamischeren Ansatz entwickeln, der konsequent darauf ausgerichtet ist, der Bevölkerung dort zu dienen, wo sie es am dringendsten benötigt.
Quelle der Polizeinachricht: Kapo FR

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