«Gewalt macht dich nicht zum Mann» – Neue Kampagne in Zürich
Redaktion Polizeiticker Schweiz
Zürich startet Präventionskampagne (Bildquelle: Stadt Zürich)
Die Stadt Zürich startet eine neue Kampagne gegen häusliche und geschlechtsspezifische Gewalt. Sie richtet sich besonders an Männer und ruft zur Reflexion über Rollenbilder auf.
Häusliche, sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt sind in der Schweiz nach wie vor weit verbreitet. In der Stadt Zürich rückt die Stadtpolizei im Durchschnitt sechsmal täglich wegen häuslicher Gewalt aus. Gewalt beginnt aber nicht erst mit körperlichen Übergriffen. Sie beginnt dort, wo Kontrolle, Abwertung und Einschüchterung normalisiert werden und als «männlich» gelten.
Mit der neuen Kampagne «Gewalt mach dich nicht zum Mann. Zuhören schon.» rückt die Stadt Zürich den Zusammenhang zwischen Männlichkeiten und Gewalt ins Zentrum der Gewaltprävention. Die Kampagne zeigt: Dominanz, Abwertung oder Schläge sind keine Zeichen von Männlichkeit, sondern Ausdruck von Gewalt. Der Slogan «Gewalt macht dich nicht zum Mann» widerspricht der Erzählung, Aggression oder Kontrolle seien Beweise für Stärke oder Männlichkeit. Der Slogan fordert zur Reflexion auf, indem ihm bewusst positive Werte gegenübergestellt werden wie Respekt, Mitgefühl, Geduld, Zuhören, Vertrauen oder Fürsorge.
Bevölkerung zum Mitmachen aufgerufen
Ein zentrales Element der Kampagne ist die aktive Beteiligung der Bevölkerung. Alle Menschen sind eingeladen, über Social Media oder die Kampagnenwebseite, ihr eigenes Bild als Statement gegen Gewalt zu veröffentlichen. So entsteht ein kollektives Gegenbild zu gewalttätiger Männlichkeit – getragen von der Bevölkerung. Zudem finden sich auf der Webseite Beratungs-, Unterstützungs- und Präventionsangebote – von Opferhilfe bis zu Beratungen für Tatpersonen.
Städtische Pionierenkampagne bereits 1995
Die aktuelle Kampagne knüpft an eine lange städtische Auseinandersetzung mit Männergewalt an. Bereits 1995 lancierte der Stadtrat mit «Männergewalt macht keine Männer» eine Pionierenkampagne. Sie rückte häusliche Gewalt erstmals konsequent aus dem privaten in den öffentlichen und politischen Raum. Daraus entstanden konkrete Massnahmen: der Ausbau von Beratungsangeboten, polizeiliche Schulungen und erste Gewaltschutzstrukturen.
Quelle der Nachricht: Stadt Zürich


