Kanton Basel-Land– Anstieg bei Cybercrime und Verkehrsunfällen
Redaktion Polizeiticker Schweiz
Symbolbild (Bildquelle: Polizei Basel-Landschaft)
Im Kanton Basel-Landschaft sind 2025 sowohl die Cyberkriminalität als auch die Zahl der Verkehrsunfälle deutlich gestiegen. Besonders auffällig ist zudem die Zunahme bei häuslicher Gewalt und Straftaten gegen die sexuelle Integrität.
Die Polizei Basel-Landschaft informierte am Montag, 23. März 2026, an einer Medienkonferenz über ihre Kriminal- und Verkehrsunfallstatistik 2025. Insbesondere die Gewaltstraftaten, die häusliche Gewalt, die Straftaten gegen die sexuelle Integrität sowie die Cyberkriminalität sind angestiegen. Ebenso stiegen die polizeilich registrierten Verkehrsunfälle im Berichtsjahr markant an.
Regierungsrätin und Sicherheitsdirektorin Kathrin Schweizer zeigte sich besorgt über die erneute starke Zunahme der Cyberkriminalität, der häuslichen Gewalt sowie der Straftaten gegen die sexuelle Integrität im Baselbiet. Mit einer Häufigkeitszahl für Straftaten nach dem StGB von 53,2 (52,8) Delikten pro 1'000 Einwohnenden sei das Baselbiet jedoch nach wie vor ein sicherer Kanton, so Kathrin Schweizer. Sie dankte dem Korps der Polizei Basel-Landschaft für seinen unermüdlichen Einsatz, obgleich dessen Aufgaben immer anspruchsvoller und komplexer würden.
Im Jahr 2025 wurden im Kanton Basel-Landschaft insgesamt 17'378 (Vorjahr 16'889) Straftaten erfasst. Die Gesamtzahl der Straftaten nach StGB verzeichnet gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme um 2% (von 15'776 auf 16'034 Straftaten). Die polizeiliche Aufklärungsrate bei den Straftatbeständen des StGB liegt insgesamt bei 31,6% (32,6%).
Digitale Kriminalität hat erneut markant zugenommen
Die Straftaten gegen das Vermögen insgesamt machen den grössten Anteil der polizeilich erfassten Straftaten gegen das StGB aus (11’401 Straftaten = 71,1% aller Straftaten gegen das StGB). Davon fallen 4’399 Straftaten auf Diebstähle (ohne Fahrzeugdiebstähle), 2’414 Straftaten auf Fahrzeugdiebstähle (davon betrafen 95,4% Fahrrad- bzw. Elektrofahrraddiebstähle) und 890 Straftaten auf Sachbeschädigungen (ohne Zusammenhang mit Diebstahl). Insgesamt blieben die registrierten Vermögensstraftaten gegenüber dem Vorjahr auf gleich hohem Niveau (von 11'355 auf 11’401). Abgenommen haben Einbruchdiebstähle (von 1'405 auf 1'377, -2%), Einschleichdiebstähle (von 549 auf 451, -18%), Diebstähle aus unverschlossenen Fahrzeugen (von 834 auf 701,
-16%) und Fahrzeugeinbruchdiebstähle (von 255 auf 203, -20%). Zugenommen haben hingegen insbesondere Vermögensstraftaten, welche unter die digitale Kriminalität fallen. Insgesamt wurden bei den Straftatbeständen des StGB 1'842 (1'616) Straftaten mit Cybermodus erfasst, was im Vergleich zum Vorjahr einer Zunahme von 14% entspricht. 93,6 (94,3%) dieser Straftaten liegen im Bereich der Vermögensdelinquenz.
Zunahme der Gewaltstraftaten, der häuslichen Gewalt und der Straftaten gegen die sexuelle Integrität
Für das Jahr 2025 wurden insgesamt 1’047 (985) Gewaltstraftaten polizeilich registriert, was einer Zunahme von 6% entspricht. Die Anzahl erfasster Straftaten im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt sei von 380 auf 540 (+42%) angestiegen, wie Fabienne Holland, Chefin Kriminalpolizei, ausführte. Insgesamt wurden im letzten Jahr 250 (193) Straftaten gegen die sexuelle Integrität registriert, was eine Zunahme um 30% bedeutet.
Kommandant Mark Burkhard ging in seinen Ausführungen auf die Entstehung freiwilliger Bürgerpatrouillen ein und zeigte auf, wie diese die polizeiliche Arbeit unterstützen können und wo sie letztere behindern. Generell begrüsse er das Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Meldungen aus der Bevölkerung bezüglich verdächtigem Benehmen seien jederzeit sehr willkommen und würden weiterverfolgt. «Das Gewaltmonopol liegt jedoch ausschliesslich beim Staat», so der Polizeikommandant. Eigenständige Eingriffe durch Privatpersonen lehne die Polizei klar ab. Jegliche Art von Zwangsmassnahmen gehörten ausschliesslich in den Zuständigkeitsbereich der Polizei.
Bei insgesamt mehr Verkehrsunfällen weniger Schwerverletzte
2025 wurden im Kanton Basel-Landschaft insgesamt 1’084 Verkehrsunfälle polizeilich registriert. Somit wurde nach einem Rückgang in den letzten sechs Jahren wieder eine Zunahme von 25% gegenüber dem Vorjahr verzeichnet, wie Christian Egeler, Chef Verkehrspolizei, ausführte. Bei den verletzten und getöteten Personen setzte sich der zunehmende Trend seit 2020 nach einem Rückgang im 2024 im Berichtsjahr wieder fort: Es verunfallten 592 Personen (+15%). Diese Zunahme fand vor allem bei den Leichtverletzten statt (von 440 auf 527). Die Zahl der Schwerverletzten nahm um 12 auf 58 Personen ab. 7 Personen wurden getötet (+1).
Mehr Verunfallte mit Fahrrädern, E-Bikes und E-Trendfahrzeugen
Insgesamt wurden 304 Unfälle mit Zweirädern registriert, 26% mehr als im Vorjahr. Dies ist vor allem auf mehr Unfälle mit Fahrrädern, E-Bikes und E-Trendfahrzeugen zurückzuführen. Von den insgesamt 287 verunfallten Zweiradlenkenden waren zwei Drittel (191) mit einer dieser Fahrzeugarten unterwegs, ein Drittel (96) mit Motorrädern und Motorfahrrädern. Die Zunahme an Verunfallten war bei den Velos (+81%), langsamen E-Bikes (+15%) und den Trendfahrzeugen (+57%) am grössten. Bei den schnellen E-Bikes stagnierte die Anzahl der Verunfallten.
Hauptunfallursache Fehlverhalten der Fahrzeuglenkenden
Mit 32% aller Unfälle waren Schleuder-/Selbstunfälle der häufigste Unfalltyp, gefolgt von den Einbiege- und Abbiegeunfällen mit insgesamt 25% und den Auffahrunfällen mit 14%. Die meisten Unfallursachen waren mit 82% auf das Verhalten der Verkehrsteilnehmenden zurückzuführen, gefolgt vom Zustand der Fahrzeuglenkenden mit 12%. Die wichtigsten Ursachen waren dabei Missachten des Vortrittsrechts (34%), Unaufmerksamkeit und Ablenkung (17%), Fahrmanöver (12%) sowie Geschwindigkeit (9%).
Quelle der Polizeinachricht: Polizei BL


