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Kanton Neuenburg – Kriminalität sinkt um 5 Prozent

23.03.2026 | 12:53

Redaktion Polizeiticker Schweiz

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Kanton Neuenburg – Kriminalität sinkt um 5 Prozent

Symbolbild (Bildquelle: Kantonspolizei Neuenburg)

2025 sank die Gesamtzahl der Straftaten im Kanton Neuenburg um 5 %. Rückgänge zeigten sich in fast allen Bereichen: Gewaltverbrechen -12 %, Cyberkriminalität sank erstmals -22 %.

Im Jahr 2025 verzeichnete die Kriminalstatistik der Polizei im Kanton Neuenburg insgesamt 14.191 Straftaten über alle Gesetze hinweg, was einem Rückgang von 5 % gegenüber dem Vorjahr (14.966 Straftaten) entspricht.
Die Zahl der im Jahr 2025 registrierten Straftaten ist um 4,8 % gesunken, von 13.034 im Jahr 2024 auf 12.409. Die Straftatenrate im Kanton Neuenburg liegt bei 69,1 Fällen pro 1.000 Einwohner, verglichen mit 73,1 im Jahr 2024. Diese Rate ist jedoch weiterhin höher als der Schweizer Durchschnitt von 61,3 Fällen pro 1.000 Einwohner.
Die überwiegende Mehrheit der registrierten Straftaten fällt unter das Strafgesetzbuch (89,8 %), verglichen mit 86,5 % bundesweit. Eigentumsdelikte stellen mit 69,2 % die grösste Gruppe in Neuenburg dar. Im Jahr 2025 wurden 8.584 solcher Delikte registriert, ein Rückgang von 1 % gegenüber dem Vorjahr.
Drogendelikte machen 6,5 % aller Straftaten im Kanton aus (6,9 % in der Schweiz), und Verstösse gegen das Ausländer- und Integrationsrecht 3,7 % (6,6 % in der Schweiz). Diese Statistiken umfassen keine Verstösse gegen bestimmte kantonale Gesetze, andere ergänzende Bundesgesetze oder solche im Zusammenhang mit dem Strassenverkehrsrecht.

Auflösungsrate

Die Aufklärungsquote von Straftaten in Neuenburg liegt weiterhin stabil bei 45,3 % (2024: 45,7 %). Sie ist damit deutlich höher als der Schweizer Durchschnitt von 38,7 %. Gewalttaten weisen eine besonders hohe Aufklärungsquote auf, die in Neuenburg 89,5 % erreicht, während der nationale Durchschnitt bei 85,7 % liegt.

Staatsangehörigkeit und Aufenthaltsstatus der Angeklagten

Im Jahr 2025 wurden 2.908 Personen von der Polizei in Neuenburg wegen Verstössen gegen das Strafgesetzbuch angeklagt, im Vergleich zu 2.890 im Vorjahr. Davon waren 41,6 % unter 30 Jahre alt, obwohl diese Altersgruppe etwa ein Drittel der Bevölkerung ausmacht. Minderjährige stellten 10,5 % der Angeklagten, der gleiche Anteil wie 2024, während Frauen 21,3 % der Angeklagten ausmachten.
Der Anteil der Ausländer, die wegen Straftaten nach dem Strafgesetzbuch angeklagt werden, wird voraussichtlich im Jahr 2025 62 % erreichen, gegenüber 60 % im Jahr 2024. Dies liegt weiterhin leicht über dem Schweizer Durchschnitt von 58 %. Zum Vergleich: Der Anteil der Ausländer an der ständigen Einwohnerzahl des Kantons beträgt 27,4 %.
Eine Analyse nach Aufenthaltsstatus zeigt, dass 66 % der Angeklagten im Kanton einen ständigen Wohnsitz haben, entweder als Schweizer Staatsbürger oder Inhaber einer Daueraufenthaltserlaubnis. Im nationalen Durchschnitt liegt dieser Anteil bei 74 %. Nichtansässige stellen 22 % der Angeklagten, Asylsuchende 12 %. Bis 2025 wird ein Rückgang der Angeklagtenzahlen unter Schweizer Staatsbürgern erwartet, während ein leichter Anstieg unter ausländischen Angeklagten prognostiziert wird. Die Zahl der Angeklagten aus dem Asylsystem soll hingegen um 10 % sinken. Die Zahl der Angeklagten, die weder einen ständigen Wohnsitz noch einen Asylstatus besitzen, soll dagegen um 18 % steigen.
Unter den ausländischen Nationalitäten mit den meisten Straftätern sind, in absteigender Reihenfolge, Franzosen, Algerier, Portugiesen, Marokkaner und Italiener. Bei den Bürgern der Europäischen Union entspricht die Verteilung im Allgemeinen dem demografischen Anteil dieser Bevölkerungsgruppen an der Gesamtbevölkerung.

Gewalttaten

Im Jahr 2025 wird im Kanton Neuenburg ein Rückgang der Gewalt um 12 % erwartet, während landesweit ein Anstieg um 2 % prognostiziert wird.
Im Kanton Neuenburg wurden 2025 73 schwere Gewalttaten registriert, im Vergleich zu 65 im Vorjahr. Dieser Anstieg ist, wie in der gesamten Schweiz, auf die Mitte 2024 in das Strafgesetzbuch eingeführte neue Definition von Vergewaltigung zurückzuführen. Unter den schweren Gewalttaten befinden sich drei Tötungsdelikte im Kontext häuslicher Gewalt, die mit einem Fall in Corcelles in Verbindung stehen, in dem ein Mann seine Frau und seine beiden Töchter tötete. Die Aufklärungsquote für schwere Gewalttaten lag bei 97,3 %.
Die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt ging zwischen 2024 und 2025 leicht zurück, von 700 auf 678. Nach einem starken Anstieg zwischen 2023 und 2024 blieb die Zahl der Anzeigen 2025 höher als in der Vergangenheit. Dies lässt sich auf eine gestiegene Bereitschaft der Opfer und ihres Umfelds zurückführen, Missbrauch anzuzeigen. Dieses Phänomen wird häufig als Folge von mehr Offenheit sowie Präventions- und Aufklärungskampagnen der kantonalen Behörden interpretiert.
Diese Behörden verstärken ihre Bemühungen im Einklang mit den Beschlüssen des Staatsrats und dem zweiten kantonalen Aktionsplan gegen häusliche Gewalt, der sich derzeit in Vorbereitung befindet. Zu den bereits 2026 umgesetzten Massnahmen gehören die Verdopplung des Polizeipersonals für die Gefahrenabwehr und Gewaltprävention sowie die Einrichtung eines Systems zum aktiven Schutz von Opfern und zur aktiven Überwachung von Tätern.

Digitale Kriminalität

Zum ersten Mal seit Beginn der polizeilichen Kriminalstatistik ging die Zahl der Cyberkriminalität im Jahr 2025 zurück: von 1.405 im Jahr 2024 auf 1.095 Fälle – ein Rückgang um 22 Prozent. Dieser bemerkenswerte Trendwechsel spiegelt die verstärkten Bemühungen zur Bekämpfung von Cyberkriminalität in den letzten Jahren wider. Ermittlungen gegen Netzwerke und Serientäter verlaufen erfolgreich.
Präventionsmassnahmen stärken die Widerstandsfähigkeit von Bürgern und Unternehmen. Auch die polizeilichen Massnahmen zur Bekämpfung von Cyberkriminellen, wie Kontosperrungen und das Einfrieren gestohlener Gelder, nehmen zu. Diese positive Entwicklung unterstreicht, dass Cyberkriminalität nicht unüberwindbar ist. Dennoch bleibt sie eine große Herausforderung im Hinblick auf Kriminalität und das Gefühl der Unsicherheit und erfordert daher weitere Anstrengungen von öffentlichen und privaten Akteuren.
Cyberbetrug ist nach wie vor die mit Abstand häufigste Betrugsart und macht 82 % aller Straftaten in diesem Bereich aus. Die häufigsten Vorgehensweisen sind weiterhin Anzeigenbetrug, Identitätsdiebstahl und der Missbrauch von Online-Zahlungssystemen.

Betäubungsmittelgesetz

Im Jahr 2025 wurden im Kanton Neuenburg 898 Drogendelikte registriert, im Vergleich zu 1.008 im Jahr 2024, was einem Rückgang von 11 % entspricht. Die Zahl der schweren Delikte blieb mit 91 Fällen stabil. Die am häufigsten konsumierten Substanzen waren weiterhin Cannabisderivate und Stimulanzien, insbesondere Kokain.
Quelle der Polizeinachricht: Kapo NE

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