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Kanton St.Gallen - Falsche Polizisten erbeuteten seit Januar 90'000 Franken – erneute Warnung

Falsche Polizisten treiben auch im Kanton St. Gallen ihr Unwesen. (Symbolbild)
Falsche Polizisten treiben auch im Kanton St. Gallen ihr Unwesen. (Symbolbild) (Bildquelle: Polizei)

Am Montag (11.04.2022) hat sich eine unbekannte Betrügerin bei einer 85-jährigen Frau als Polizistin ausgegeben. Sie konnte die Frau dazu bewegen, ihr 15'500 Franken zu übergeben. Seit anfangs Jahr wurden der Kantonspolizei St.Gallen über 200 verdächtige Telefonate gemeldet. Die Betrüger sind sehr aktiv und leider auch erfolgreich.

Die 85-jährige Frau im Sarganserland wurde am Montagmorgen von einem Betrüger kontaktiert, welcher sich als Polizist ausgab. Er erklärte ihr, dass soeben zwei Männer verhaftet wurden, bei denen man ihre Bankdaten gefunden hätte. Der falsche Polizist erklärte weiter, dass es nun wichtig sei, ihr Geld bei der Bank abzuheben und an eine seiner Kolleginnen zu übergeben. Kurz nach dem Mittag erschien eine unbekannte Frau, die sich ebenfalls als Polizistin ausgab, bei der 85-Jährigen zu Hause. Die falsche Polizistin begleitete sie zu zwei Bankfilialen, wo die 85-Jährige zwei Beträge in Gesamthöhe von 15'500 Franken abhob und anschliessend an die falsche Polizistin übergab.

Die Masche der falschen Polizisten ist auch im Jahr 2022 leider weiter erfolgreich. Seit Anfang dieses Jahres sind über 200 verdächtige Telefonate gemeldet worden. Allein in der ersten April-Woche erreichten die Kantonspolizei St.Gallen rund 35 solche Meldungen. Die Dunkelziffer dürfte sehr gross sein. In der Zeit zwischen Januar und April 2022 haben Geschädigte bei solchen Vorfällen insgesamt über 90'000 Franken verloren.

Vor kurzem konnte eine betagte Frau im Raum St.Gallen vor Schaden bewahrt werden. Die Rentnerin war bereits bei ihrer Bank und wollte 90'000 Franken abheben. Dank der Aufmerksamkeit einer Bankmitarbeiterin flog der Schwindel auf und es wurde kein Geld ausbezahlt.

Zusätzlich wird auch wieder vermehrt eine aus früheren Jahren bekannte Masche angewendet. Bei sogenannten "Schock-Anrufen" meldet die Täterschaft ihren Opfern einen angeblichen Verkehrsunfall eines Familienangehörigen. Die angeblich betroffene, verwandte Person sei im Ausland als Verursacher in einen Verkehrsunfall verwickelt. Das Opfer soll dann für die Freilassung eines Familienangehörigen eine Kaution bezahlen. Die Täterschaft gibt sich als Angehörige der Polizei oder der Staatsanwaltschaft aus. Dass die aus dem Ausland anrufenden Beamten hochdeutsch sprechen, versetzen die Opfer zusätzlich in den falschen Glauben, mit echten "Beamten" zu telefonieren.

Und einmal mehr: Die Polizei holt kein Geld, Schmuck, Gold oder andere Wertgegenstände bei Bürgerinnen oder Bürgern ab. Auch fragt sie nie nach Bankdaten oder Bankverbindungen. Wer solche Anrufe erhält, soll das Telefonat sofort beenden – bei Unsicherheiten immer die Telefonnummer 117 wählen.

Quelle: Kantonspolizei St. Gallen