Kanton Tessin – Fast 2’000 Bussen wegen Ablenkung am Steuer
Redaktion Polizeiticker Schweiz
(Symbolbild) (Bildquelle: created by freepik)
Im Januar 2026 endete im Tessin die Präventionskampagne gegen Ablenkung im Strassenverkehr. Während der Kontrollen wurden rund 1’940 Bussen verhängt. Die Kampagne soll 2026 mit weiteren Aktionen fortgesetzt werden.
Ablenkung zählt weiterhin zu den Hauptursachen für Unfälle und gefährliche Situationen im Strassenverkehr. Die Nutzung des Mobiltelefons für Anrufe, Nachrichten oder Benachrichtigungen, das Einstellen des Navigationsgeräts oder der Fahrzeugfunktionen sowie Essen, Trinken oder das Suchen nach Gegenständen können die Reaktionszeit und die Wahrnehmung des Verkehrsgeschehens erheblich beeinträchtigen. Schon wenige Sekunden Unaufmerksamkeit können ausreichen, um eine normale Verkehrssituation in einen schweren Unfall zu verwandeln.
Während der mehrwöchigen Kampagne wurde die Sensibilisierung über verschiedene Kanäle im gesamten Gebiet durchgeführt. Ziel war es, unterschiedliche Zielgruppen zu erreichen und insbesondere jene alltäglichen Verhaltensweisen zu thematisieren, die häufig zur Ablenkung führen. Die Initiative umfasste Plakate und Informationsmaterialien in der Region, die Verteilung von Flyern und Aufklebern sowie die Veröffentlichung von drei Videos online und in den sozialen Medien, die typische Alltagssituationen von Auto- und Velofahrenden zeigen.
Zur besseren Wiedererkennbarkeit wurde im Rahmen der Kampagne die fiktive Figur «Mix Distraggo» eingeführt, die Ablenkung auf ironische, aber eindringliche Weise verkörpert. Ein interaktives Quiz auf der Website von Strade sicure ermöglichte es zudem, die eigene Aufmerksamkeit sowie das Wissen über Risiken zu testen. Ergänzend wurde die Kampagne durch Inhalte auf den offiziellen Profilen der Kantonspolizei und durch die Verteilung von Informationsflyern an Polizeistationen sowie bei Präventivkontrollen unterstützt.
Neben den Sensibilisierungsmassnahmen wurden vor und während der Kampagne gezielte Kontrollen im gesamten Gebiet durchgeführt. Dabei wurde im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg der Verstösse um rund 11 % festgestellt. Im Oktober 2025 wurden 1’154 Bussen verhängt, im November 378 und im Dezember 408, insgesamt also 1’940 Bussen (2024: 1’748). Davon wurden 1’867 mit Ordnungsbussen (OMD) geahndet (2024: 1’656) und 73 im ordentlichen Verfahren durch die Rechtsabteilung der Verkehrsabteilung bearbeitet (2024: 92).
Unter den Anzeigen befanden sich mehrere besonders gefährliche Verhaltensweisen. So wurde ein Fahrer dabei ertappt, wie er während der Fahrt einen Film auf seinem Mobiltelefon ansah. In einem anderen Fall liess ein Autofahrer auf der Autobahn das Lenkrad mit beiden Händen los, um die Landschaft zu fotografieren und zu filmen, und fuhr dabei auf der mittleren Spur unter der Mindestgeschwindigkeit. Zudem wurde ein Fahrer angezeigt, der während der Fahrt telefonierte, sowie ein weiterer, der beim Fahren Dokumente las.
Verkehrssicherheit ist eine gemeinsame Verantwortung. Mit dieser Initiative bekräftigen das Departement für Institutionen, die Kantonspolizei und die Gemeindepolizeien ihr kontinuierliches Engagement für Prävention und verantwortungsbewusstes Verhalten. Sie rufen alle Verkehrsteilnehmenden dazu auf, sich aufmerksam, verantwortungsvoll und rücksichtsvoll zu verhalten – denn das Leben ist mehr wert als eine Unaufmerksamkeit.
Die Kampagne wird auch 2026 mit punktuellen Initiativen, Informationsaktivitäten und gezielten Kontrollen im Rahmen des Projekts «Sichere Strassen» fortgesetzt.
Weitere Informationen und Materialien zur Kampagne, darunter auch das Quiz, sind weiterhin online verfügbar unter.
Quelle der Polizeinachricht: Kapo TI


