Im Kanton Neuenburg häufen sich Betrugsfälle durch falsche Polizisten und Bankmitarbeiter. Seit Anfang Juli wurden 28 Fälle mit einem Gesamtschaden von rund 180'000 Franken gemeldet.
Die Betrüger nehmen vor allem telefonisch Kontakt zu meist älteren Personen auf. Sie behaupten, deren Bankkonto oder Bankkarte sei gehackt worden. Anschliessend kündigen sie einen vermeintlichen Polizisten oder Bankmitarbeiter an, der die Karte zu Hause abholen werde.
Während der Übergabe halten die Täter ihre Opfer häufig weiter am Telefon. Teilweise fordern sie diese auf, die Bankkarte durchzuschneiden – allerdings so, dass der Chip unbeschädigt bleibt. Dadurch kann die Karte später wieder zusammengesetzt und missbräuchlich verwendet werden.
Allein in der vergangenen Woche wurden drei weitere Fälle bekannt. In allen drei Fällen konnten die mutmasslichen Täter festgenommen werden. Einer von ihnen wurde in Untersuchungshaft genommen. Nach Angaben der Polizei führte in zahlreichen aufgeklärten Fällen die schnelle Reaktion der Betroffenen zur Festnahme – teilweise verständigten sie die Polizei noch bevor der angekündigte Abholer eintraf.
Die Kantonspolizei warnt eindringlich: Polizei und Banken verlangen niemals telefonisch die Herausgabe oder Zerstörung einer Bankkarte und fragen auch nicht nach PIN-Codes. Bankkarten, Bargeld oder andere Wertgegenstände sollten keinesfalls unbekannten Personen übergeben werden.
Bei verdächtigen Anrufen soll das Gespräch sofort beendet und die Polizei selbstständig über die offizielle Notrufnummer 117 kontaktiert werden. Die Polizei empfiehlt zudem, insbesondere ältere Angehörige und Bekannte über diese Betrugsmasche zu informieren.
Die Ermittlungen nach weiteren noch nicht identifizierten beziehungsweise flüchtigen Tätern dauern an.
Quelle der Polizeinachricht: Kapo NE

