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Razzien auch in der Schweiz – Millionen aus Kokainhandel gewaschen

26.02.2026 | 13:31

Redaktion Polizeiticker Schweiz

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Razzien auch in der Schweiz – Millionen aus Kokainhandel gewaschen

Razzia gegen internationales Geldwäschenetzwerk (Bildquelle: Europol)

Ein internationales Ermittlerteam hat ein kriminelles Netzwerk zerschlagen, das Millionen aus dem Kokainhandel für die italienische Mafia gewaschen haben soll. Bei koordinierten Einsätzen in Frankreich, Italien, Belgien und der Schweiz wurden sieben Verdächtige festgenommen und Vermögenswerte in Millionenhöhe beschlagnahmt.

Ein internationales kriminelles Netzwerk, das Kokaingewinne für die italienische organisierte Kriminalität wusch, wurde zerschlagen, nachdem Ermittler die Geldspur quer durch Europa verfolgt hatten.
Was mit verdächtigen Finanzbewegungen begann, deckte ein ausgeklügeltes Geldwäschesystem auf, das Mitgliedern der Camorra und der 'Ndrangheta diente. Hinter Scheinfirmen, falschen Rechnungen und Luxusinvestitionen wurden Millionen Euro an Kokaingewinnen gewaschen und in ganz Europa neu investiert.
Die Ermittlungen wurden von der französischen Gendarmerie Nationale in enger Zusammenarbeit mit den italienischen Carabinieri und dem Schweizer Bundesamt für Polizei (fedpol) geleitet. Unterstützt wurden sie von der belgischen Justizpolizei in Antwerpen, der bulgarischen Staatssicherheitsbehörde, dem deutschen Zoll und der ecuadorianischen Nationalpolizei unter der Koordination von Europol und Eurojust.
Anhand der Finanzströme identifizierten die Ermittler einen montenegrinischen Staatsangehörigen, der als hochrangiges Ziel von Europol bekannt ist und von mehreren europäischen Ländern gesucht wird. Der Verdächtige hatte sich mit nahen Familienangehörigen, darunter seinem italienischen Schwiegersohn, der den italienischen Behörden wegen Geldwäsche, Betrug und Waffenvergehen bekannt ist, in der Region Cannes in Frankreich niedergelassen.

Geldwäschezentrum mit Verbindung zur globalen Kokainpipeline

Die Finanzermittlungen ergaben, dass das Geldwäschenetzwerk in direktem Zusammenhang mit dem groß angelegten Kokainhandel von Südamerika nach Europa stand.
Die Gruppe steht im Verdacht, Seetransporte bedeutender Mengen Kokain in die wichtigsten Häfen Europas koordiniert zu haben. Eine große Beschlagnahme durch den belgischen Zoll Ende 2025 stand in Verbindung mit dem montenegrinischen Verdächtigen und stellte einen entscheidenden Durchbruch dar.
Die Ermittler deckten eine hochgradig strukturierte Organisation auf. Das Netzwerk stützte sich auf beträchtliche finanzielle Kapazitäten, Krypto-Vermögenswerte, wöchentliche grenzüberschreitende Fahrten in Luxusfahrzeugen mit ausgeklügelten Verstecken und ein Unternehmensnetzwerk, das sich über mehrere Gerichtsbarkeiten erstreckte.
Razzien auch in der Schweiz – Millionen aus Kokainhandel gewaschen

Spezialeinheiten bei koordinierten Festnahmen (Bildquelle: Europol)

Koordinierte Aktion in vier Ländern

Am 23. Februar führten die Behörden koordinierte Festnahmen und Durchsuchungen in Frankreich, Italien, Belgien und der Schweiz durch. Sieben Verdächtige wurden festgenommen (vier in Frankreich, drei in Italien), darunter auch der hochrangige Verdächtige aus Montenegro.
An der französischen Riviera wurden Luxusfahrzeuge sowie hochwertige Immobilien im Wert von mehr als 5 Millionen Euro beschlagnahmt. Weitere Unternehmen und Vermögenswerte wurden in der Schweiz und in Italien beschlagnahmt.

Internationale Koordinierung

Europol unterstützt diese Ermittlungen seit 2023, und sie wurden schnell zu einer der aktivsten Operationen der Agentur innerhalb ihres Europäischen Zentrums für Finanz- und Wirtschaftskriminalität.
Der Fall wurde mit dem gesamten Spektrum der Europol-Dienste bearbeitet: fortgeschrittene kriminalistische und finanzielle Analysen, sichere Echtzeitkommunikation und Einsätze vor Ort in Frankreich und Italien, um die nationalen Ermittler zu unterstützen und ein gemeinsames Lagebild zu erstellen.
Im Jahr 2024 wurde bei Eurojust eine gemeinsame Ermittlungsgruppe (JIT) zwischen Frankreich, Italien und der Schweiz eingerichtet, die eine enge justizielle Zusammenarbeit ermöglichte. Über Europol schlossen sich weitere Partner – Belgien, Deutschland und Ecuador – der Ermittlung an, wodurch deren Wirkung noch verstärkt wurde.
Das von der Europäischen Kommission finanzierte und von der italienischen Antimafia-Ermittlungsbehörde (DIA) geleitete @ON-Netzwerk unterstützte die operativen Treffen und den Einsatz der Ermittler finanziell.

Liste der beteiligten Behörden:

  • Belgien: Föderale Justizpolizei von Antwerpen
  • Bulgarien: Staatliche Agentur für nationale Sicherheit
  • Ecuador: Nationale Polizei
  • Frankreich: JIRS Marseille (interregionale Sondergerichtsbarkeit); Nationale Gendarmerie (Gendarmerie Nationale – SR Marseille)
  • Deutschland: Zoll (Zollfahndungsamt Hamburg)
  • Italien: Staatsanwaltschaft Neapel; Carabinieri (Gruppo Carabinieri Nucleo Investigativo Torre Annunziata); Zoll (Agenzia delle Dogane e dei Monopoli)
  • Schweiz: Bundesanwaltschaft (BA); Bundesamt für Polizei (fedpol); Bundesamt für Zoll und Grenzsicherung (BAZG)
Quelle der Nachricht: Europol

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