Jeder vierte Helikoptereinsatz der Schweizerischen Rettungsflugwacht Rega findet in der
Nacht statt. Um Menschen in der Not auch in der Dunkelheit medizinische Hilfe aus der
Luft zu bringen, setzen die Rega-Crews seit über 30 Jahren Nachtsichtgeräte ein. Seit dieser Woche kommen neue, eigens für die Bedürfnisse der Rega entwickelte Nachtsichtgeräte
zum Einsatz.
Ob nach Unfällen oder bei akuten Erkrankungen: Die Hilfe der
Rega ist rund um die Uhr gefragt.
Im letzten Jahr brachten die Crews der
Rega-Helikopter über 10’000 Mal medizinische Hilfe aus
der Luft zum Patienten, davon rund 2'500 Mal in der Nacht. Flüge in der Nacht sind für die
ganze Crew, vor allem aber für Helikopterpiloten, besonders anspruchsvoll. Hindernisse wie Leitungen oder Bäume, aber auch Änderungen der Wetterbedingungen sind in der Dunkelheit
schwerer erkennbar. Nachtsichtgeräte verstärken das Restlicht und sind beim Sichtflug eine
wichtige Hilfe bei der Orientierung in der Nacht. Neben einer soliden Ausbildung und kontinuierlichen Trainings tragen sie massgeblich dazu bei, dass auch nachts die Sicherheit der Crews
und Patienten jederzeit gewährleistet ist.
Jahresbericht 2020 der Rega
Wie die Rega ihre Aufgabe im vergangenen Jahr erfüllt hat und welche Schritte sie unternimmt, um die Luftrettung in der Schweiz weiter zu verbessern, erfahren Sie im heute veröffentlichten Jahresbericht. Neben Informationen zu den neuen Nachtsichtgeräten finden Sie darin unter anderem Artikel zu folgenden Themen:
- Ein digitales medizinisches Einsatzprotokoll unterstützt die Rega-Notärztinnen und -
ärzte
- Die Helikopter-Einsatzleiterinnen und -leiter sorgen mit dem richtigen Entscheid
zum richtigen Zeitpunkt dafür, dass Menschen in Not möglichst rasch geholfen werden
kann.
Mehr Kontrast und grösseres Sichtfeld
Seit dieser Woche sind nun neue, eigens für die Rega entwickelte Nachtsichtgeräte mit an Bord
jedes Rega-Helikopters. Diese vereinen die besten Komponenten unterschiedlicher Nachtsichtgeräte und wurden gemäss den Anforderungen der Rega entwickelt. Die hochsensiblen Bildverstärkerröhren der neuen Geräte erzeugen ein Bild in Schwarzweiss-Stufen. Dies im Gegensatz zu
den bisherigen Geräten, die ein grünliches Bild darstellten. Kontrast, Formen und Schatten sind
mit den neuen Geräten viel deutlicher wahrnehmbar, das Auge wird weniger belastet und ermüdet nicht so schnell. Ausserdem ist das Sichtfeld um 25 Prozent grösser. Die Umgebung ist damit
für die Helikopterpiloten noch besser erkennbar, wodurch sie Gefahren früher erkennen und entsprechend reagieren können.
Pionierhaft unterwegs
In der Luftfahrt muss alles, was in einem Fluggerät mitfliegt, strengsten Anforderungen genügen
und die Kontrolle durch eine unabhängige Stelle bestehen. Der Rega-eigene Design- und Entwicklungsbetrieb entwarf das Zertifizierungsprogramm, damit die neuen Nachtsichtgeräte nach
umfangreichen Tests im Labor und auf Testflügen schliesslich von der Europäischen Agentur für
Flugsicherheit (EASA) zugelassen werden konnten. Die Kosten eines Nachtsichtgerätes betragen
inklusive Entwicklung rund 25’000 Schweizer Franken, insgesamt investiert die Rega rund 1,2
Millionen Schweizer Franken in die neuen Geräte und damit in die Sicherheit ihrer Crews und
Patienten. Mit den neuen Nachtsichtgeräten schreibt die Rega eine jahrzehntelange Erfolgsgeschichte weiter: Als weltweit erste zivile Luftrettungsorganisation rüstete die Rega bereits im
Jahr 1987 alle Helikopter-Crews mit Nachtsichtgeräten aus.
Jahresbericht 2020 der Rega
Wie die Rega ihre Aufgabe im vergangenen Jahr erfüllt hat und welche Schritte sie unternimmt, um die Luftrettung in der Schweiz weiter zu verbessern, erfahren Sie im heute veröffentlichten Jahresbericht. Neben Informationen zu den neuen Nachtsichtgeräten finden Sie darin unter anderem Artikel zu folgenden Themen:
- Ein digitales medizinisches Einsatzprotokoll unterstützt die Rega-Notärztinnen und -
ärzte
- Die Helikopter-Einsatzleiterinnen und -leiter sorgen mit dem richtigen Entscheid
zum richtigen Zeitpunkt dafür, dass Menschen in Not möglichst rasch geholfen werden
kann.