Mit den steigenden Temperaturen zieht es viele Menschen an Seen und Flüsse. Wer einige einfache Baderegeln beachtet und Gefahren richtig einschätzt, kann das Risiko schwerer Unfälle deutlich reduzieren.
Schwimmen und Baden in Seen und Flüssen gehört für viele zum Sommer. Der Spass im Wasser ist gross, doch die Gefahren werden häufig unterschätzt. In der Schweiz ertrinken jedes Jahr im Durchschnitt rund 25 Personen beim Baden und Schwimmen in offenen Gewässern. Viele dieser Unfälle passieren plötzlich und betreffen auch geübte Schwimmerinnen und Schwimmer.
Wenn Wasserbedingungen zur Herausforderung werden
Leichtsinn, Übermut oder eine falsche Einschätzung der eigenen Kräfte spielen dabei ebenso eine Rolle wie äussere Einflüsse: Strömungen, kaltes Wasser, Wellen oder ein unerwarteter Wetterumschwung können innerhalb kurzer Zeit gefährlich werden. Auch gesundheitliche Probleme wie Krämpfe oder Erschöpfung können dazu führen, dass man im Wasser plötzlich in Not gerät.
Besonders kritisch ist, dass viele Unfälle in Flüssen und Seen passieren – oft in Situationen, in denen Personen alleine unterwegs sind. Auch gute Schwimmfähigkeiten reichen dann nicht immer aus, um eine Notlage zu verhindern.
Sicherheit beginnt vor dem Einstieg ins Wasser
Wer sicher baden oder schwimmen möchte, sollte die eigenen Fähigkeiten realistisch einschätzen und nur ins Wasser gehen, wenn man sich fit, ausgeruht und aufmerksam fühlt. Auf Alkohol und Drogen sollte im Wasser grundsätzlich verzichtet werden. Ebenso wichtig ist es, Kinder jederzeit eng zu beaufsichtigen und nie unbeaufsichtigt ans Wasser zu lassen.
Auch die Umgebung verdient Aufmerksamkeit: Nicht in unbekannte oder trübe Gewässer springen, auf Wetterveränderungen achten und bei aufziehendem Gewitter das Wasser sofort verlassen.
Die 6 Baderegeln der SLRG
Die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) fasst die wichtigsten Grundsätze in sechs Baderegeln zusammen:
- Kinder nur begleitet ans Wasser lassen – kleine Kinder in Griffnähe beaufsichtigen
- Nie alkoholisiert oder unter Drogen ins Wasser
- Nie überhitzt ins Wasser springen – den Körper langsam abkühlen
- Nie in unbekannte oder trübe Gewässer springen
- Schwimmhilfen wie Luftmatratzen gehören nicht ins tiefe Wasser
- Nie alleine schwimmen – auch gute Schwimmerinnen und Schwimmer können in Not geraten
Auftrieb und Sichtbarkeit als zusätzliche Sicherheit
In offenen Gewässern kann eine zusätzliche Auftriebshilfe wie eine Schwimm- oder Sicherheitsboje die Sicherheit erhöhen. Sie verbessert die Sichtbarkeit im Wasser und kann im Notfall helfen, Kräfte zu sparen und über Wasser zu bleiben. Wichtig ist dabei: Im Fluss darf eine solche Boje nur mitgeführt werden, wenn sie sich im Notfall lösen kann (Solltrennstelle) oder nicht fest am Körper befestigt ist.
Solche Hilfsmittel ersetzen jedoch keine Vorsicht. Sie ergänzen lediglich die grundlegenden Sicherheitsregeln.
Quelle der Nachricht: BFU
