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St. Gallen – Polizei verstärkt Kampf gegen Online-Sexualdelikte

23.03.2026 | 08:43

Redaktion Polizeiticker Schweiz

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St. Gallen – Polizei verstärkt Kampf gegen Online-Sexualdelikte

Symbolbild. (Bildquelle: Philipp Katzenberger / Unsplash)

Auch die Kantonspolizei St. Gallen präsentiert ihre Kriminalstatistik 2025. Die Gesamtkriminalität stieg leicht, während Einbrüche und Drogendelikte zunahmen. Gleichzeitig wurde ein Schwerpunkt auf die Bekämpfung von Online-Sexualdelikten gelegt.

Die polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2025 liegt vor. Die Gesamtkriminalität ist gegenüber dem Vorjahr wieder leicht angestiegen. Im Vordergrund der Zunahme stehen unter anderem Einbruch- und Einschleichdiebstähle. Abgenommen haben Raubüberfälle, Delikte gegen Leib und Leben sowie Cyberdelikte. Die Aufklärungsquote über alle Straftaten konnte leicht verbessert werden.
Die wichtigsten Erkenntnisse der polizeilichen Kriminalstatistik des Kantons St.Gallen 2025 können wie folgt zusammengefasst werden:
  • Die Gesamtkriminalität im Kanton St.Gallen ist im Jahr 2025 gesamthaft um gut 6% auf Total 32'824 Straftaten gestiegen.
  • Die Anzahl der Delikte gegen das Strafgesetzbuch haben dabei um 2% zugenommen.
  • Regional betrachtet sind in der Stadt St.Gallen, der Region Werdenberg-Sarganserland und der Region Fürstenland-Neckertal ansteigende Zahlen zu beobachten, während in den Regionen Linthgebiet-Toggenburg und Bodensee-Rheintal ein leichter Rückgang der Zahlen zu verzeichnen ist.
  • Schwere Gewaltdelikte (dazu zählen unter anderem Tötungsdelikte, schwere Körperverletzungen und Vergewaltigungen) haben um 2% leicht abgenommen. Die Gewalttaten insgesamt haben ebenfalls leicht um 4% abgenommen.
  • Im Jahr 2025 waren drei vollendete Tötungsdelikte und 19 versuchte Tötungsdelikte zu verzeichnen.
  • Delikte gegen das Vermögen sind insgesamt praktisch unverändert geblieben. Angestiegen sind insbesondere Einbruchs- und Einschleichdiebstähle, während Betrugsfälle und Raubüberfälle markant abgenommen haben.
  • Erstmals seit der Einführung der Erfassung von digitaler Kriminalität haben die Zahlen abgenommen. Der Rückgang aller Cybercrime-Delikte beträgt 12%.
  • Die Sexualdelikte haben insgesamt um 15% abgenommen.
  • Angestiegen sind hingegen Vergewaltigungen (+38%) und Fälle von sexuellen Handlungen mit Kindern (+30%)
  • Die Anzahl der Widerhandlungen gegen das Bundesgesetz über die Betäubungsmittel sind gegenüber dem Vorjahr um 19% angestiegen.
  • Hate-Crime-Delikte sind zurückgegangen. Die meisten Fälle entfallen auf Delikte, begangen aufgrund der Herkunft/Ethnie.
Die Aufklärungsquote über sämtliche Delikte liegt bei rund 55% und somit um 2% höher als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote bei den Delikten gegen das Strafgesetzbuch beträgt unverändert 46%. Sämtliche vollendeten und mit einer Ausnahme auch die versuchten Tötungsdelikte des Jahres 2025, sind polizeilich gesehen geklärt.

Ausländerkriminalität

Der Ausländeranteil der Beschuldigten im Bereich der Widerhandlungen gegen das Strafgesetzbuch ist 2025 gegenüber den Vorjahren praktisch gleichgeblieben und liegt bei 58%. Der überwiegende Anteil betrifft dabei die ausländische Bevölkerung mit ständigem Wohnsitz in der Schweiz.
Eine hohe Ausländerbeteiligung fällt vor allem bei den schweren Gewaltdelikten und insbesondere bei den Tötungsdelikten, den schweren Körperverletzungen sowie den Raubüberfällen auf, wobei auch hier die ständig in der Schweiz wohnhafte ausländische Bevölkerung den grössten Anteil der Täterschaft bildet.
Auch bei den Diebstählen ist die Beteiligung ausländischer Straftäterschaft hoch. Fast ¾ aller Diebstähle wird von einer ausländischen Täterschaft begangen. Dabei ist die Zahl von beschuldigten Asylbewerbenden und beschuldigten ausländischen Personen mit Wohnsitz in der Schweiz praktisch gleich.
Die Zahl der Widerhandlungen gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz (AIG) ist geringfügig zurückgegangen. Der grösste Anteil dieser Straftaten entfällt dabei nach wie vor auf den Tatbestand der rechtswidrigen Ein- und Ausreise.

Kriminalpolizeiliche Erkenntnisse

Das Jahr 2025 ist kein Jahr steigender Schwerkriminalität, sondern ein Jahr steigender Einbruchs- und Einschleich-Kriminalität und zunehmender Betäubungsmitteldelikte. Die Gesamtzunahme der Straftaten wird primär durch das Wachstum im Nebenstrafrecht (Betäubungsmitteldelikte, übrige Bundesnebengesetze sowie kantonale Gesetze) getragen.
Nach wie vor ist es zugunsten des Sicherheitsgefühls der breiten Öffentlichkeit eminent wichtig, die schweren Gewalttaten aufzuklären – was gemessen an der Aufklärungsquote gelingt. Hier setzt die Kantonspolizei St.Gallen einen operativen Schwerpunkt ihrer Tätigkeit. Dies setzt ein enormes personelles Engagement und ein hohes Know-how beziehungsweise eine bestmöglich ausgestattete IT-Infrastruktur zur Datensicherung, -auswertung und -analyse mit entsprechender Schwerpunktsetzung voraus. Gerade diese Grundvoraussetzungen für die erfolgreiche Bekämpfung der Schwerkriminalität sind angesichts der bevorstehenden Sparmassnahmen gefährdet – weshalb in den nächsten Jahren mit einem Sinken der Aufklärungsquote zu rechnen sein wird, sowohl generell als auch im Bereich der Schwerkriminalität.

Künftige Herausforderungen

Moderne Deliktsformen funktionieren heute so, dass insbesondere Cyber- sowie serielle und mobile Kriminalität oftmals geringe individuelle Schadenswirkung hat, jedoch hohe Fallzahlen aufweist. Hinzu kommt die Globalisierung: Polizeistrukturen sind kantonal und national organisiert, moderne Kriminalität jedoch transnational. Dies führt zu Koordinations- und Zuständigkeitsherausforderungen. Daneben erhöht die technische Komplexität zusätzlich den Ermittlungsaufwand massgeblich.
Die dargestellten Entwicklungen verdeutlichen die aktuellen Herausforderungen der heutigen Strafverfolgung. Sie zeigen, dass Anpassungen in Struktur, Prioritätensetzung und Zusammenarbeit erforderlich sein werden. Ein verstärkter Fokus auf proaktive Massnahmen und Prävention ist dabei ebenso zentral wie ein effizienter Datenaustausch sowie vertiefte Kooperationen mit privaten Partnern. Nur durch ein koordiniertes, systemisches Vorgehen kann es gelingen, den veränderten Kriminalitätsformen wirksam zu begegnen und die Kriminalität langfristig effizient zu reduzieren.

Virtuelle Pädokriminalität beschäftigt

Eine Kriminalitätsform, welche die Kantonspolizei St.Gallen seit längerem beschäftigt, sind die Übergriffe an Kinder und Jugendlichen im virtuellen Raum. Diese werden von mutmasslichen Tätern oft in Chatforen oder sozialen Netzwerken kontaktiert mit dem Zweck, Vertrauen zu ihnen aufzubauen, um einen sexuellen Missbrauch zu begehen, sexuelle Handlungen vorzunehmen oder die Opfer sexuell auszubeuten.
Aufgrund dieser teils auch besorgniserregenden Entwicklungen hat die Kantonspolizei St.Gallen zusammen mit der Staatsanwaltschaft entschieden, im Jahr 2025 eine Pilotphase durchzuführen. Verschiedene Fachspezialistinnen und -spezialisten der Kantonspolizei St.Gallen gaben sich in Chatforen im Rahmen sogenannter verdeckter Fahndungseinsätze als minderjährige Personen aus. Das Ziel: Straftaten im virtuellen Raum erkennen, verhindern, aufklären und strafrechtlich verfolgen.

Kontaktaufnahme nach wenigen Sekunden

Oft dauerte es nur wenige Sekunden nach dem Einstieg in ein Chatforum, bis die vermeintlichen Jugendlichen in privaten Chatnachrichten von mehreren Dutzend Personen angeschrieben wurden und die Chatinhalte bereits sexualisierte Inhalte aufwiesen. Nach wenigen Minuten belangloser Konversation, bei welcher das minderjährige Alter nochmals bestätigt wurde, verlagerte sich der Fokus konsequent auf sexuelle Themen. Im Durchschnitt dauerte es zehn Tage, bis es zu einem Treffen zwischen den vermeintlichen Jugendlichen und den mutmasslichen Tätern kann.
Solche Kontakte aufzunehmen und aufrechtzuhalten, bedeuten einen erheblichen Aufwand über mehrere Tage und Wochen. Die Spezialistinnen und Spezialisten der Kantonspolizei St.Gallen fokussierten sich in Absprache mit der Staatsanwaltschaft auf 21 Chatunterhaltungen. In diesen Fällen wurde durch die Staatsanwaltschaft aufgrund eines hinreichenden Tatverdachts auf potenziell strafbare Handlungen ein Strafverfahren eröffnet. Insgesamt erfolgten zehn Festnahmen und 13 Hausdurchsuchungen. Die Strafverfahren sind noch nicht abgeschlossen. Es gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.

Fazit und Ausblick

Die Staatsanwaltschaft und die Kantonspolizei St.Gallen ziehen nach einem Jahr Pilotbetrieb eine positive Bilanz und haben entschieden, den Schwerpunkt in der Bekämpfung der virtuellen Pädokriminalität weiterzuführen. Mit gezielten Schwerpunktaktionen – sei es wie in diesem Piloten in Chatforen oder in anderen Projekten – wird es der Kriminalpolizei auch in Zukunft gelingen, die Kriminalität in verschiedenen Bereichen zu bekämpfen.
Quelle der Polizeinachricht: Kapo SG

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