Mit 906 medizinischen Behandlungen und 30 Festnahmen ist die Street Parade 2026 in Zürich zu Ende gegangen. Am Samstag, 8. August 2026, mussten 45 Personen ins Spital gebracht werden. Ein 25-Jähriger erlitt nach einem rund sieben Meter tiefen Sturz erhebliche Kopfverletzungen.
Schlussbilanz der Stadtpolizei Zürich
Die Stadtpolizei Zürich war mit einem Grossaufgebot rund um das Zürcher Seebecken im Einsatz. Die Sicherheitsmassnahmen haben sich auch in diesem Jahr bewährt. Entlastungsmassnahmen zur Steuerung der Besucherströme waren am frühen Abend notwendig und konnten kurze Zeit später wieder aufgehoben werden. Für die Einsatzkräfte stellte jedoch die anhaltend hohe Temperatur eine besondere Herausforderung dar.
Wie in der Vergangenheit häuften sich am Abend und in der Nacht die Meldungen über Auseinandersetzungen, Tätlichkeiten und Körperverletzungen. Bisher liegen in diesem Zusammenhang keine Meldungen über Personen mit schweren Verletzungen vor.
Am frühen Sonntagmorgen, kurz nach 1.15 Uhr, zog sich ein 25-jähriger Mann an der Schanzengasse im Kreis 1 bei einem Sturz erhebliche Verletzungen am Kopf zu. Ersten Erkenntnissen zufolge stürzte er aus bislang unbekannten Gründen rund sieben Meter von der Bahnhofüberführung auf den darunterliegenden Perron. Aktuell bestehen keine Hinweise auf ein Delikt.
Insgesamt wurden 30 Personen, zwei davon Frauen, festgenommen. Sie stammen nebst der Schweiz aus folgenden Ländern:Italien, Gambia, Algerien, Tunesien, Marokko, Mali, Kolumbien, Chile, Ecuador, Rumänien und Brasilien. Lediglich vier Personen verfügen über einen festen Wohnsitz in der Schweiz. Die Festnahmen erfolgten unter anderem wegen Diebstählen, Betäubungsmittelhandels, Körperverletzung, sowie Verstössen gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz.
Die Stadtpolizei Zürich stellte etwas über 50 Gramm Amphetamin, über 40 Gramm Ketamin, rund 20 Gramm Kokain und über hundert Ecstasy-Pillen sicher.
Die Wasserschutzpolizei war vor allem mit dem Freihalten der Fahrstrassen und mit vielen Hilfeleistungen und Transportaufträgen beschäftigt. Im Verlaufe des Nachmittags mussten mehrere Schwimmer rund um die Quaibrücke, dem Schanzengraben und der Limmat aus dem Wasser gewiesen werden.
Ebenso missachteten einige Bootsführerdie Verkehrsvorschriften auf dem Wasser und mussten weggewiesen werden. Kurz nach dem Mittag wurde ein Schwimmer bei der Wühre gerettet, der in Not geraten war. Zur Unterstützung standen die Seerettungsdienste Zollikon, Küsnacht-Erlenbach, Meilen, Horgen, Kilchberg-Rüschlikon und Uster im Einsatz.
Für die Seeaufsicht im Bereich zwischen der Quaibrücke und dem Bad Utoquai kamen Rettungsschwimmer der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft (SLRG) Sektion Höngg zum Einsatz.
Spezialisten der Verwaltungspolizei nahmen acht Verzeigungen gegen illegale Händler vor. Zudem mussten sie mehrere Abmahnungen gegen Restaurants, die durch offene Fenster den Aussenbereich beschallten, aussprechen oder Personen, die Lautsprecheranlagen im Freien mitführten, ermahnen. Es wurden zudem mehrere Schalldruckmessungen durchgeführt, die alle den geltenden Richtlinien entsprachen.
14 Personen mussten nach übermässigem Alkohol- und/oder Drogenkonsum in die Zürcher Ausnüchterungs- und Betreuungsstelle ZAB eingeliefert werden.
Für den Hauptbahnhof war die Kantonspolizei Zürich zuständig. An diesem und am Bahnhof Stadelhofen stand zudem die Transportpolizei im Einsatz.
Schutz & Rettung Zürich
Schutz & Rettung Zürich (SRZ) war an der Street Parade 2026 erneut für die medizinische Versorgung verantwortlich. Rund 400 zusätzliche Mitarbeitende von Sanität, Berufs- und Milizfeuerwehr, Zivilschutz, Feuerpolizei, Einsatzleitzentrale, Logistik, Stäben sowie unterstützenden Partnerorganisationen standen im Einsatz. Die intensive Vorbereitungsphase hat sich ebenso bewährt wie die erprobten Konzepte für Rettungskräfte und Einsatzmittel. Insgesamt zieht SRZ ein positives Fazit.
Bis zur Schliessung des letzten Sanitätspostens kurz nach Mitternacht führte SRZ 906 Behandlungen durch, was einer Zunahme im Vergleich zum Vorjahr entspricht (757). Die meisten Behandlungen erfolgten aufgrund von Schnitt- und Schürfwunden (263) oder standen im Zusammenhang mit Alkoholkonsum (223).
Gleichzeitig ist auch die Anzahl an Personen gestiegen, die zur weiteren Behandlung und Überwachung in die Notunterkunft (NUK) überführt wurden (128 gegenüber 95 im Vorjahr). Darüber hinaus suchten Besucher die Sanitätsposten wegen Insektenstichen (45) und Prellungen oder Stauchungen auf (44).
Die hohen Temperaturen führten zudem zu hitzebedingten Beschwerden wie Kopfschmerzen, Kreislaufproblemen oder Sonnenstichen. Ab den Sanitätsposten wurden total 45 Patienten zur weiteren Behandlung oder Abklärung in ein Spital überführt (Vorjahr: 54).
Vor und während der Street Parade kontrollierten Brandschutzexperten der Feuerpolizei die Rettungszufahrt sowie die Fluchtwege und Fluchttore der eingezäunten VIP-Bereiche entlang der Umzugsroute. Zudem führten die Mitarbeitenden der Feuerpolizei 23 unangekündigte Besuche in Nachtlokalen durch, um die Einhaltung von Brandschutzrichtlinien, Fluchtwegen, Notausgängen und die maximale Personenkapazität zu überprüfen. Es wurden verschiedentlich kleinere Mängel festgestellt, die jedoch sofort vor Ort behoben wurden. Zu Verzeigungen kam es nicht.
Quelle der Nachricht: Stapo ZH&Schutz & Rettung Zürich

