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Weniger Straftaten – aber mehr Gewalt in der Schweiz

23.03.2026 | 12:48

Redaktion Polizeiticker Schweiz

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Weniger Straftaten – aber mehr Gewalt in der Schweiz

(Symbolbild) (Bildquelle: Polizei )

Die Zahl der Straftaten in der Schweiz ist 2025 leicht gesunken. Gleichzeitig verzeichneten die Behörden jedoch einen Anstieg bei Gewalt- und schweren Delikten.

Im Jahr 2025 ist die Zahl der in der Schweiz registrierten Straftaten leicht zurückgegangen. Die Schweizer Polizeikorps stellten 554’963 Widerhandlungen gegen das Strafgesetzbuch (StGB) fest, was einem Rückgang von 1,5% gegenüber 2024 entspricht. Dies ist hauptsächlich auf eine Abnahme der Vermögensdelikte zurückzuführen, die mit 369’735 Straftaten rund 66,6% aller StGB-Verstösse ausmachen. Auch bei der digitalen Kriminalität ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen (–2,2%). Demgegenüber haben die Gewaltstraftaten um 2% zugenommen.
Im Jahr 2025 registrierten die Schweizer Polizeikorps 554 963 Widerhandlungen gegen das Strafgesetzbuch (StGB), 8670 weniger als im Vorjahr (–1,5%). Die Abnahme ist in erster Linie auf den Rückgang der Vermögensdelikte zurückzuführen, die dennoch weiterhin den grössten Anteil der StGB-Verstösse ausmachen. «Die Zahlen zeigen, dass die Sicherheitslage in unserem Land insgesamt stabil bleibt. Es ist jedoch wichtig, die Statistiken sorgfältig und im jeweiligen Kontext zu analysieren, oberflächliche Interpretationen zu vermeiden und die Entwicklung der Kriminalitätsphänomene aufmerksam zu beobachten», erklärt Matteo Cocchi, Präsident der Konferenz der kantonalen Polizeikommandantinnen und -kommandanten der Schweiz (KKPKS). «Es gilt, den eingeschlagenen Weg weiterzuverfolgen und die Zusammenarbeit zwischen den Polizeikorps weiter zu festigen. Sie ist ein wichtiger Bestandteil der Tätigkeit der KKPKS in einer modernen Gesellschaft, die von hoher Dynamik und stetigem Wandel geprägt ist.»

Vermögensdelikte rückläufig

Im vergangenen Jahr wurden 369’735 Vermögensdelikte registriert, was einem Rückgang von 3,5% gegenüber 2024 entspricht. Vor allem Diebstähle und Betrugsdelikte waren rückläufig. Im Detail zeigt sich jedoch ein leichter Anstieg von 1,2% bei den Einbruch- und Einschleichdiebstählen. Sie machten mit 46’636 Straftaten durchschnittlich rund 128 Ereignisse pro Tag aus. «Vermögensdelikte beeinflussen weiterhin in erheblichem Masse das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung. Um diesen wirksam entgegenzuwirken, ist es entscheidend, die Koordination zwischen den Polizeikorps weiter zu stärken und den raschen Informationsaustausch auf nationaler Ebene zu optimieren», betont Cocchi. «Der entsprechende Prozess wurde mit laufenden Konsultationen über mögliche Lösungen auf Ebene der Kantone und des Bundes eingeleitet.»

Leichter Anstieg der beschuldigten Personen

Im Jahr 2025 registrierte die Polizei 92’147 Personen, die einer oder mehrerer Straftaten nach dem Strafgesetzbuch beschuldigt wurden. Dies entspricht einem Anstieg von 0,2% gegenüber 2024. Wie bereits im Vorjahr betrifft diese Zunahme insbesondere die Altersgruppe der Erwachsenen ab 25 Jahren (+1,9%). Derweil ist die Zahl der beschuldigten Minderjährigen um 5,3% und jene der jungen Erwachsenen um 3,2% zurückgegangen.
Von den Beschuldigten sind 42,1% Schweizer Staatsangehörige, 32,3% ausländische Personen mit Niederlassungs- oder Aufenthaltsbewilligung, 5,8% Asylsuchende und 19,8% andere ausländische Personen.

Gewaltstraftaten erneut im Anstieg

Im Jahr 2025 nahmen die Gewaltstraftaten um 2% zu. Insgesamt wurden 49’915 Straftaten registriert. Der erneute Anstieg betrifft insbesondere schwere Gewaltstraftaten, die mit 2’654 Straftaten um 8,1% zugenommen haben.
Im Laufe des Jahres registrierte die Polizei 55 Tötungsdelikte (+22%, +10 Straftaten) sowie 251 versuchte Tötungsdelikte (+7,7%, +18 Straftaten). Auch bei Vergewaltigungen wurde mit 1’402 Straftaten ein deutlicher Anstieg festgestellt. Ein Vergleich mit den Vorjahren ist jedoch nur eingeschränkt möglich, da die rechtliche Definition dieses Delikts mit der Revision des Sexualstrafrechts per 1. Juli 2024 angepasst wurde.
Die Mehrheit der registrierten Gewaltstraftaten wurde im öffentlichen Raum begangen (53,5%), während 43,8% sich im privaten Bereich ereigneten. «Der Anstieg der Gewaltstraftaten und insbesondere der schweren Delikte erfordert grosse Aufmerksamkeit und ist für die Bevölkerung ein besonders sensibles Thema. Prävention, Polizeiarbeit nahe bei der Bevölkerung und die Zusammenarbeit mit sozialen Institutionen bleiben zentral für die Bewältigung dieser Phänomene», so Cocchi.
Im Jahr 2025 registrierte die Polizei zudem 22’066 Straftaten im häuslichen Bereich, was einem Anstieg von 4,4% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Zu den häufigsten Delikten zählen Tätlichkeiten, Drohungen, Beschimpfungen sowie einfache Körperverletzungen. Ein besonders bedeutender Aspekt in diesem Zusammenhang: Von den 55 registrierten Tötungsdelikten ereigneten sich 34 (61,8%) im häuslichen Umfeld. «Häusliche Gewalt bleibt eine der zentralen Herausforderungen für die Behörden unseres Landes. Es ist entscheidend, die Melde- und Schutzmechanismen für Opfer weiter zu stärken und gleichzeitig die Bevölkerung noch mehr zu sensibilisieren», unterstreicht Cocchi.

Digitale Kriminalität leicht rückläufig

Im Jahr 2025 wurden 57’761 Straftaten mit digitaler Komponente registriert. Dies entspricht einem Rückgang von 2,2% gegenüber dem Vorjahr. Die grosse Mehrheit dieser Straftaten (93,9%) betrifft die sogenannte Cyber-Wirtschaftskriminalität.
Innerhalb dieser Kategorie wurde jedoch ein deutlicher Anstieg von Phishing-Straftaten (+24,9%) festgestellt. Demgegenüber waren etwa Straftaten im Zusammenhang mit dem Missbrauch einer fremden Identität oder von Online-Zahlungssystemen, um einen Betrug zu begehen, sowie die Nichtlieferung bezahlter Ware im Zusammenhang mit Kleinanzeigen rückläufig. «Die digitale Kriminalität entwickelt sich weiterhin sehr dynamisch. Für die Polizeikorps ist es deshalb entscheidend, ihre Kompetenzen und Ermittlungsinstrumente sowie die nationale und internationale Zusammenarbeit kontinuierlich weiterzuentwickeln, damit sie diesen neuen Formen der Kriminalität wirksam begegnen können», schliesst Cocchi.
Quelle der Nachricht: KKPKS

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