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57'761 digitale Straftaten in einem Jahr. So schützen Sie sich vor Online-Betrug

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57'761 digitale Straftaten in einem Jahr. So schützen Sie sich vor Online-Betrug
Symbolbild (Bildquelle: pexels)

Die polizeiliche Kriminalstatistik 2025 des Bundesamts für Statistik listet 57'761 Straftaten mit digitalem Tatmittel. Der Grossteil davon fällt in den Bereich der Cyber-Wirtschaftskriminalität. Besonders betroffen sind laut Polizei die über 60-Jährigen. Wer sich im Internet bewegt, sollte die gängigen Maschen kennen, um sich wirksam schützen zu können.

Phishing, Fake-Anrufe und manipulierte Kleinanzeigen

Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) hat im Jahr 2025 knapp 65'000 Meldungen zu Cybervorfällen entgegengenommen. Zu den häufigsten Vorfällen zählten betrügerische Anrufe im Namen von Behörden und Phishing-Versuche, die zusammen fast die Hälfte aller gemeldeten Phänomene ausmachten.
Besonders auffällig war eine neue Variante in der Westschweiz: Cyber-Kriminelle setzten sogenannte SMS-Blaster ein, mobile Geräte, die sich als legitime Mobilfunkstationen ausgeben und gefälschte SMS direkt an Handys in der Umgebung senden. Die Empfänger erhielten Nachrichten über angebliche Parkbussen und landeten beim Anklicken auf Phishing-Seiten.
Das BACS stuft diese Masche als qualitativ neues Phänomen ein, weil die jeweiligen SMS-Empfänger gezielt und persönlich adressiert wurden, also nur Personen, die sich kurz zuvor an einem ganz bestimmten Ort aufgehalten hatten.
Parallel hat sich das Kleinanzeigen-Phishing im ersten Halbjahr 2025 explosionsartig entwickelt. Die Täter täuschen Kaufinteresse vor und locken ihre Opfer so auf eine gefälschte Bezahlseite. Dort werden dann die E-Banking-Zugänge oder TWINT-Konten der Opfer kompromittiert. Da TWINT-Zahlungen sofort durchgeführt werden, ist das Geld meist weg, noch ehe die Betrogenen überhaupt den Betrug bemerken.

Gefälschte Casino-Plattformen als wachsendes Problem

Online-Betrug passiert nicht nur per E-Mail und Telefon, sondern auch beim Online-Glücksspiel. Die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) hat im Februar 2026 ihre aktualisierte Sperrliste veröffentlicht, die aktuell 2'944 nicht bewilligte Online-Spielangebote listet. Allein bei der letzten Aktualisierung kamen 376 neue Domains hinzu.
Das Geschäft dahinter funktioniert nach einem bewährten Muster. Fake-Casinobetreiber bauen Plattformen auf, die echten Casinos täuschend ähnlich sehen. Professionelles Design, gefälschte Lizenznummern im Fusszeilenbereich und Willkommensboni von 500 Prozent sollen Vertrauen schaffen. Sobald jemand Geld einzahlt, sind die Betreiber weg oder blockieren Auszahlungen mit fadenscheinigen Begründungen. Die Sicherheitsforschung PhishDestroy dokumentierte 2025 vier dieser Panel-as-a-Service-Operationen mit insgesamt 383 verifizierten Opfern in über 30 verschiedenen Ländern. Die Betreiber warben über Telegram-Recruiter, welche Promocodes verteilten, um neue Opfer auf die Plattformen zu locken. Eines dieser Promos führte zu 115 Opfern.
Besonders perfide ist der Missbrauch bekannter Namen. 2025 tauchte ein angebliches "MrBeast Casino" auf, das den Namen des YouTube-Stars nutzte, um Vertrauen zu erzeugen. Die Plattform existierte nie als lizenziertes Angebot. Wer dort einzahlte, verlor sein Geld. Ähnliche Fälle tauchten unter Labels wie "Amazon Casino" auf, immer nach demselben Prinzip: Ein bekannter Name senkt die Hemmschwelle, der Rest ist Technik.

Die Schweizer Regulierung als Orientierungshilfe

Die Schweiz hat mit dem Geldspielgesetz von 2019 einen klaren rechtlichen Rahmen geschaffen. Nur Spielbanken mit physischem Sitz in der Schweiz dürfen eine Konzessionserweiterung für Online-Angebote beantragen. Die ESBK prüft und überwacht diese Anbieter, führt Audits durch und stellt sicher, dass Spielerschutzmassnahmen eingehalten werden. Internet-Service-Provider sind gesetzlich verpflichtet, den Zugang zu Plattformen auf der Sperrliste via DNS-Sperre zu blockieren. Diese Sperren sind technisch umgehbar, etwa über VPN-Dienste, doch wer auf diesem Weg bei einem nicht lizenzierten Anbieter spielt, verliert jeglichen Rechtsschutz. Gewinne lassen sich nicht einklagen, und Zahlungsdienstleister wie TWINT oder PostFinance lehnen Transaktionen zu gesperrten Casinos in der Regel automatisch ab.
Wer auf der Suche nach seriösen online Casinos in der Schweiz ist, kann die Lizenz eines Anbieters direkt auf der Website der ESBK überprüfen. Dort sind alle zugelassenen Online-Spielbanken mit Konzessionsnummer aufgeführt. Fehlt ein Anbieter in dieser Liste, handelt es sich um ein nicht bewilligtes Angebot. Bewertungsportale wie Casino Guru oder Casino CH bieten zusätzliche Orientierung, da dort Nutzererfahrungen zu Auszahlungen, Bonusbedingungen und Kundendienst gesammelt werden. Dieses Prinzip der Drittquellen-Verifizierung lässt sich auf jeden Bereich übertragen, in dem Geld im Spiel ist.

Warnsignale erkennen, bevor Schaden entsteht

Ein gemeinsames Muster zieht sich durch fast alle Online-Betrugsformen: Zeitdruck. Betrüger setzen ihre Opfer unter Stress, fordern sofortiges Handeln und unterbinden bewusst die Möglichkeit, Informationen zu überprüfen. Ob jemand einen Anruf von einem angeblichen Bankmitarbeiter erhält, eine SMS mit einer gefälschten Parkbusse oder ein unrealistisches Bonusangebot auf einer Glücksspielseite sieht, die Mechanik ist identisch.
Fehlende oder nicht verifizierbare Impressumsangaben sind ein starkes Indiz für betrügerische Absichten. Gleiches gilt für Websites ohne HTTPS-Verschlüsselung, Zahlungsmethoden ohne Käuferschutz und Kontaktmöglichkeiten, die ausschliesslich über Chat-Bots laufen. Stutzig machen sollte auch, wenn ein Anbieter aggressive Werbung über soziale Medien schaltet, aber bei einer Recherche kaum unabhängige Bewertungen aufweist.

Fünf Schritte, die sich im Alltag bewähren

Melden Sie verdächtige Websites, E-Mails oder Anrufe dem BACS über das Meldeformular auf report.ncsc.admin.ch. Jede Meldung hilft, betrügerische Infrastruktur schneller vom Netz zu nehmen. Installieren Sie keine Software auf Anweisung von Anrufern, und gewähren Sie niemals Fernzugriff auf Ihren Computer. Nutzen Sie für Online-Zahlungen Methoden mit Rückbuchungsmöglichkeit wie Kreditkarten oder regulierte E-Wallets. Aktivieren Sie Zwei-Faktor-Authentifizierung bei allen Konten, die sensible Daten oder Finanztransaktionen betreffen. Und sprechen Sie mit Angehörigen über die aktuell verbreiteten Betrugsmaschen, insbesondere mit älteren Familienmitgliedern, die laut Kriminalstatistik überproportional häufig betroffen sind.
Kein Anbieter, keine Behörde und keine Bank wird Sie jemals telefonisch auffordern, Passwörter preiszugeben, Software zu installieren oder Geld auf ein fremdes Konto zu überweisen. Wer diesen Grundsatz verinnerlicht, nimmt den meisten Betrugsversuchen bereits die Grundlage.

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