Symbolbild (Bildquelle: Uki_71 (CC0))
Forschende des Universitäts-Kinderspitals Zürich und der Universität Bern haben im Frühling 2020 fast 6000 Kinder und Jugendliche im deutschsprachigen Raum befragt. Es ging um ihr Erleben und Verhalten während der Corona-Pandemie. Das Resultat: Bis zu 43 Prozent der Befragten haben vermehrt psychische Probleme. Diese variieren je nach Alter.
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Insgesamt wurden 5823 Kinder und Jugendliche im Alter von 1 bis 19 Jahren online befragt, und zwar zwischen April und Mai 2020 - also während der ersten Pandemiewelle, als die Schulen und Kindergärten geschlossen waren. Sie leben in der Schweiz, Liechtenstein, Deutschland und Österreich.
Je nach Alter reagieren die Kinder unterschiedlich
Es zeigten sich Unterschiede in den verschiedenen Altersklassen: Kinder im Vorschulalter (1 bis 6 Jahre)
zeigten vor allem mehr trotziges und aggressives Verhalten, während Jugendliche (11 bis 19 Jahre) mehr
unter Ängsten und Depressionen litten. Die Probleme von Jugendlichen sind also mehr nach innen gerichtet und daher oft schwieriger zu erkennen. Zudem ergab die Studie, dass Vorschulkinder und Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren, bei denen wichtige Zukunftsentscheidungen anstehen, besonders stark unter der Pandemie leiden.
Bei kleineren Kindern haben die Eltern den grössten Einfluss
Bei jüngeren Kindern füllten die Eltern den Fragebogen aus. Bei den bis 10-Jährigen ist die psychische Gesundheit der Eltern der wichtigste Faktor für ihre eigenen Reaktionen. Die Art, wie die Eltern mit der Pandemie umgehen, wirkt sich sehr stark auf das seelische Wohlbefinden ihrer Kinder aus. Das bestätigte
die Studie. Jugendliche hingegen orientieren sich stärker an Gleichaltrigen als an ihren Eltern. Bei Jugendlichen erwiesen sich zusätzlich folgende Faktoren als guter Schutz vor dem Coronafrust: Keine vorbestehenden psychischen Probleme, gute Fähigkeiten, die eigenen Emotionen zu regulieren und die
Überzeugung, mit dem Stress der Coronakrise gut umgehen zu können.
Pandemie wirkt sich nicht nur negativ aus
Interessanterweise berichteten bis zu 16 Prozent der älteren Kinder und Jugendlichen auch von positiven
Effekten der Pandemie. Dies hängt möglicherweise damit zusammen, dass diese Gruppe das Wegfallen
des Schulbesuches und den vermehrten Kontakt mit der Familie als positiv erlebte.



