Ermittler legen riesiges Botnetz „Sality“ nach 23 Jahren lahm
Redaktion Polizeiticker Schweiz
Am Montag, 31. August 2026, haben internationale Ermittler eines der langlebigsten Botnetze der Welt weitgehend lahmgelegt. „Sality“ soll mehr als 20 Jahre aktiv gewesen sein und wurde mit über elf Millionen IP-Adressen in Verbindung gebracht.
Am Montag, 31. August 2026, gelang Ermittlern gemeinsam mit IT-Sicherheitsexperten ein bedeutender Schlag gegen die internationale Cyberkriminalität. Das sogenannte Sality-Botnetz wurde im Rahmen einer koordinierten Aktion gestört und weitgehend von den infizierten Rechnern abgeschnitten.
An der Operation beteiligten sich Behörden aus Bulgarien, Ungarn, Rumänien und den USA. Europol unterstützte die Ermittlungen. Technische Hilfe kam zudem von CrowdStrike und der Shadowserver Foundation.
Bis zu eine Million infizierte Rechner gleichzeitig
Sality galt als besonders hartnäckiges Botnetz. Die kriminelle Infrastruktur soll seit mehr als 20 Jahren bestanden haben und wurde unter anderem dazu genutzt, Schadsoftware auf bereits kompromittierte Computer zu übertragen.
Auf dem Höhepunkt soll der Betreiber Zugriff auf bis zu eine Million infizierte Rechner weltweit gehabt haben. Insgesamt wurden bislang mehr als elf Millionen eindeutige IP-Adressen mit der Infrastruktur in Verbindung gebracht.
Eine Besonderheit machte Sality für Ermittler besonders schwer angreifbar: Das Netzwerk verfügte nicht über einen einzigen zentralen Steuerungsserver. Stattdessen kommunizierten infizierte Computer innerhalb eines Peer-to-Peer-Netzwerks direkt miteinander. Fällt ein Teil davon aus, kann der Rest des Netzwerks grundsätzlich weiterarbeiten.
Infizierte Rechner vom Botnetz abgeschnitten
Bei der aktuellen Aktion setzten die Experten deshalb auf sogenanntes „Sinkholing“. Dabei wurde die Kommunikation kompromittierter Rechner von der kriminellen Infrastruktur auf eine kontrollierte Infrastruktur umgeleitet.
Auf diese Weise konnten infizierte Geräte vom eigentlichen Botnetz isoliert und der Kommunikationskanal des Betreibers unbrauchbar gemacht werden.
Die Zerschlagung war das Ergebnis jahrelanger Ermittlungen. Europol unterstützt die internationalen Behörden bereits seit 2017 bei der Identifizierung und Bekämpfung der Sality-Infrastruktur. In den Wochen vor dem Zugriff wurde die Zusammenarbeit nochmals intensiviert.
An der Operation waren neben Europol unter anderem das FBI, das US-Justizministerium sowie Cybercrime- und Polizeieinheiten aus Bulgarien, Ungarn und Rumänien beteiligt.
Quelle der Nachricht: Europol
